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Attentat im Westjordanland Palästinenser tötet drei Israelis

Rettungskräfte und Polizei am Tatort
Legende: Der Attentäter wurde von der Polizei erschossen: Tatort bei der Siedlung Har Adar bei Jerusalem. Keystone
  • Ein palästinensischer Attentäter hat drei Israelis im besetzten Westjordanland erschossen.
  • Der Mann habe das Feuer auf Sicherheitskräfte am Eingang der Siedlung Har Adar nahe Jerusalem eröffnet, teilte die israelische Polizei mit.
  • Wachleute hätten den Attentäter getötet. Ein weiterer Israeli wurde schwer verletzt.

Der Mann habe das Feuer auf Wachleute am Eingang einer Siedlung nahe Jerusalem eröffnet. Wie die Polizei mitteilte, näherte sich der Angreifer gemeinsam mit palästinensischen Arbeitern dem Hintereingang der jüdischen Siedlung Har Adar. Dann habe er seine Waffe gezogen und auf die dort postierten Wachleute geschossen, drei getötet und einen verletzt. Sicherheitskräfte hätten den Angreifer daraufhin erschossen.

Der 37-jährige Angreifer stammte aus dem palästinensischen Nachbarort Beit Surik und habe eine Arbeitserlaubnis gehabt, wie eine Polizeisprecherin sagte. Die Armee riegelte das Dorf des Angreifers und die Umgebung ab.

Israel spricht von grausamen Terroranschlag

Israels Staatspräsident Reuven Rivlin hat den Anschlag verurteilt. «Der grausame Terrorangriff zeigt einmal mehr die tägliche Front, an der unsere Sicherheitskräfte in der wichtigsten Mission stehen – die Sicherheit der Bürger Israels zu schützen und zu verteidigen», schrieb Rivlin auf Twitter.

Israels stellvertretende Aussenministerin Zipi Chotoveli sagte: «Der schreckliche Terroranschlag bei Har Adar an diesem Morgen ist die Willkommensnachricht, die die Palästinenser für den amerikanischen Gesandten Jason Greenblatt vorbereitet haben.» Greenblatt ist der Nahost-Unterhändler von US-Präsident Donald Trump und wird laut Medienberichten in der kommenden Woche in Israel erwartet.

UNO fordert Siedlungsstopp

Trump will einen neuen Friedensprozess zwischen Israelis und Palästinensern anstossen. «Die amerikanischen Bemühungen müssen sich zunächst darauf konzentrieren, den mörderischen palästinensischen Terrorismus zu stoppen», sagte Chotoveli. Es mache keinen Sinn, mit jemandem zu verhandeln, der Terror fördere.

Die Siedlung Har Adar befindet sich am Rande des Westjordanlandes, nordöstlich von Jerusalem. Der UNO-Sicherheitsrat hatte im Dezember einen vollständigen Siedlungsstopp Israels gefordert. Israelische Siedlungen seien ein grosses Hindernis für einen gerechten, umfassenden und dauerhaften Frieden, heisst es in der UNO-Resolution.

Hamas begrüsst Anschlag

Die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas hat den Anschlag begrüsst. «Das Verhältnis zu der Besatzungsmacht (Israel) ist kein Verhältnis einer Ko-Existenz, sondern ein Verhältnis des bewaffneten Widerstandes», sagte ein Hamas-Sprecher in Gaza. Der Angriff sei eine Reaktion auf die «Besatzungsmassnahmen» in Jerusalem und gegen die Al-Aksa-Moschee auf dem Tempelberg (Al-Haram al-Scharif).

Seit Beginn einer Gewaltwelle vor rund zwei Jahren sind bei ähnlichen Attacken mehr als 40 Israelis getötet wurden und rund 300 Palästinenser. Die meisten Palästinenser kamen bei ihren eigenen Anschlägen ums Leben.

Siedlung Har Adar

Israel hat im Sechs-Tage-Krieg 1967 das Westjordanland erobert und kontrolliert es seither weitgehend. Mittlerweile leben rund 420'000 israelische Siedler und 2,9 Millionen Palästinenser in dem Gebiet.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Friedrich Straubinger (Friedrich)
    PLO Charta Artikel 2"Palästina ist innerhalb der Grenzen, die es zur Zeit des britischen Mandats hatte, eine unteilbare territoriale Einheit." Hamas Charta Artikel 6: "Die Islamische Widerstandsbewegung ist eine eigenständige palästinensische Bewegung, die dafür kämpft, dass das Banner Allahs über jeden Zentimeter von Palästina aufgepflanzt wird." Bei solchen, heute noch gültigen Worten, weiß man wo man die Extremisten zu suchen hat!
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  • Kommentar von Marc Hofer (M. Hofer)
    1995 war Jitzchak Rabin einen Frieden sehr sehr Nahe, nur wurde dieser von den eigenen extremen Juden (Orthodoxen) ermordet! Fazit; diese jüdischen Extremisten wollen gar keinen Frieden und malträtieren lieber weiterhin die Palästinenser/innen.
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  • Kommentar von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
    Solange der Iran und KSA im israelisch-palästinensischen Konflikt mitmischen wird es keinen Frieden geben. Beide Staaten negieren das Existenzrecht Israels ganz klar. Da ist der Hebel. Aber den anzusetzen ist unrealistisch. Und trotzdem unumgänglich. Versöhnen sich die beiden Länder, dann ist zu befürchten, dass sie gemeinsam gegen Israel ziehen.
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    1. Antwort von Friedrich Straubinger (Friedrich)
      Dazu muss man Wissen, das auch die Umliegenden Länder, außer Ägypten, auch erst seit 1916, aufgrund des Sykes-Picot Abkommen existieren. Spricht da jemand deren Existenzberechtigung ab?
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