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Arktis von Klimawandel bedroht Auch die USA wollen jetzt handeln

Legende: Video Zerknirschtes Ja zum Klimaschutz abspielen. Laufzeit 01:48 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 12.05.2017.
  • Das arktische Eis schmilzt schneller als erwartet: Schon 2030 könnte die Nordpolarregion im Sommer eisfrei sein. Die Folgen für die Ureinwohner wären dramatisch.
  • Die acht Mitgliedsländer des Arktischen Rats haben sich deshalb für grössere Anstrengungen im Klimaschutz ausgesprochen.
  • Auch die USA stimmten zu, obwohl die heutige US-Regierung die vom Menschen verursachte Erderwärmung infrage stellt.
  • Dem Arktischen Rat gehören neben den USA, Kanada, Russland, Dänemark, Island, Norwegen, Schweden, Finnland sowie Vertreter der indigenen Völker an.

Der Rat nehme mit Besorgnis zur Kenntnis, dass die Durchschnittstemperaturen in der Region nördlich des Polarkreises mehr als zweimal so schnell steigen wie im Rest der Welt, heisst es in der Abschlusserklärung der Konferenz in Fairbanks, Alaska.

Bindend für Mitgliedsländer

Der Ausstoss von Treibhausgasen und andere Klimaschädlinge müssten reduziert werden, fordert der Rat. Die Nachhaltigkeitsziele der UNO müssten unbedingt eingehalten und bis 2030 umgesetzt werden. Erklärungen des Arktischen Rats müssen einstimmig gefasst werden und sind für die Mitgliedsländer bindend.

Kehrtwende Trumps?

Obwohl sich die USA für einen besseren Klimaschutz in der Arktis ausgesprochen haben, ist laut US-Aussenminister Rex Tillerson noch nicht klar, ob das Land Mitglied des Pariser Klimaabkommens bleibt. Die Entscheidung sei noch nicht getroffen, erklärte er in Fairbanks.

Einschätzung von Auslandredaktor Fredy Gsteiger

Einschätzung von Auslandredaktor Fredy Gsteiger
Die USA waren diesmal Gastgeber des Arktis-Rates. In dieser Rolle wollten sie offenbar einen Flop des Ministertreffens vermeiden und sprangen deshalb über den eigenen Schatten.
Entgegen verbreiteter Befürchtungen verzichteten sie darauf, das Bekenntnis des Arktischen Rats zum Klimaschutz und zu konkreten Massnahmen zu verhindern. Sie nickten die Erklärung ab, die der Rat einstimmig fassen muss und für die acht Mitgliedsländer verbindlich ist.
In dem Dokument wird auch das UNO-Klimaabkommen von Paris erwähnt, das US-Präsident Donald Trump eigentlich aufkündigen wollte. Es besteht also Hoffnung, dass Trump nun auch bei der Erderwärmung einen Rückzieher von seinen Wahlkampfversprechen macht und sich am Ende doch zum Pariser Klimavertrag bekennen wird.
Doch diese Sichtweise ist möglicherweise zu optimistisch: Aussenminister Rex Tillerson jedenfalls, der das Treffen des Arktis-Rates leitete, machte klar: Trotz der amerikanischen Zustimmung zur Abschlusserklärung von Fairbanks werde man in Washington die grundsätzliche Haltung zum Klimaabkommen erst Ende Monat definieren. Auch ein Rückzieher vom Rückzieher ist also denkbar.

Schweiz ist neu Beobachterin

An der Konferenz in Fairbanks hat der Arktische Rat der Schweiz als 13. nicht-arktischen Land den Beobachterstatus erteilt. Als Beobachterin hat sie zwar kein Mitsprache- oder Stimmrecht, erhält aber einen Einblick in die Arbeit des Rats und darf an seinen Projekten teilnehmen.

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Christophe Bühler ((Bühli))
    Ohne daran zu glauben, aber Nostradamus prophezeite Regen am Nordpol und somit das Abschmelzen der Polkappen vor gut 500 Jahren. In der Antarktis hat man versteinerte Tropenpflanzen gefunden, heute ist bewiesen, die Pole wandern geografisch und mit der Zeit. Wenn als Folge des menschlichen Handelns der Nordpol 2030 eisfrei ist, reduziert der Anstieg des Meeresspiegels garantiert die Menschheit um einiges, da die grössten Umweltsündenstädte am Meer liegen. Problem somit z.T. gelöst.
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  • Kommentar von Jacqueline Zwahlen (Jacqueline Zwahlen)
    Apropos Umweltschutz: Letzten Dienstag ist in einer ehemaligen Plutoniumfabrik im US-Bundesstaat Washington ein alter Tunnel eingestürzt. Der Vorfall wurde zum Katastrophenfall erklärt; tausende Mitarbeiter mussten Schutzräume aufsuchen. Das wäre auch mal eine Meldung wert.
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  • Kommentar von Fritz Frei (Fritz Frei)
    Ob der Gestörte im Weissen Haus seine Meinung noch zweimal ändert? Oder zwanzigmal? Eine Unterschrift der USA ist jetzt nicht einmal soviel wert, wie das Papier, auf dem sie steht.
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