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International Aufruhr in Brüssels Strassen – 100‘000 protestieren

Im Oktober ist in Belgien Premierminister Charles Michel vereidigt worden. Mit einer Koalition der Wirtschaftsfreunde verordnet er dem Land einen rigorosen Reformkurs. Seine Landsleute quittieren dies mit einer Grossdemonstration. Mehr als 100'000 Menschen ziehen durch Brüssels Strassen.

Legende: Video «In Brüssel demonstrieren 100'000 Menschen» abspielen. Laufzeit 0:42 Minuten.
Vom 06.11.2014.

Protestgeschrei, Tränengas und wirbelnde Schlagstöcke in den Strassen Brüssels. So hat sich Belgiens liberaler Premierminister Charles Michel seine ersten Amtsmonate wohl nicht ausgemalt. Mehr als 100'000 Menschen folgen in Belgiens Hauptstadt Brüssel dem Ruf der Gewerkschaften und verleihen ihrem Unmut über die Reformpolitik der frisch vereidigten Koalitionsregierung Ausdruck.

Rot gekleidete Demonstranten in den Strassen Brüssels. Im Hintergrund ist ein Transparent zu sehen mit der Aufschrift «Dumping Social».
Legende: Dass die automatische Lohnerhöhung ausgesetzt werden soll, empfinden viele als Ausverkauf des Sozialstaats. Keystone

Reformen gehen ans Eingemachte

Mit ihren Protesten legen die Beschäftigten aus Verwaltung und Unternehmen den Verkehr und das öffentliche Leben weitgehend lahm. Die U-Bahnen fahren nur eingeschränkt. Laut der belgischen Nachrichtenagentur Belga kam es zu Auseinandersetzungen mit der Polizei.

Grund ist der drastische Reformkurs von Michels Koalition der Wirtschaftsnahen. Um das Land im Wettbewerb zu stärken will die Regierung Sozialabgaben reduzieren, die Löhne einfrieren und das Rentenalter auf 66 Jahre anheben. Nicht nur die oppositionellen Sozialisten ist das ein Dorn im Auge.

4 Kommentare

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  • Kommentar von Susanne Lüscher, Gossau
    Verstehe die Demonstranten vollkommen! Es ist Zeit, dass sich die Leute des Westens erheben und Wiederstand leisten gegen Massenüberwachung, Austerität und Verletzung der Menschenrechte, welche von den Politiker im Westen massenhaft zugelassen werden.
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  • Kommentar von fritz mustet, zurich
    Grossdemonstrationen rund um die Welt. USA, China, Ägypten und jetzt in Europa. Ob es der Ruf nach Demokratie ist oder der Wunsch nach Fairness, die Völker stehen auf und fordern ihr Recht. Es wird der breiten Masse langsam bewusst was auf der Welt passiert. Unendliches Wirtschaftswachstum geht nicht, da es unabhängig der Moral auch mathematisch nicht aufgeht. Es wirkt egal wie fest wir wachsen, entgegen dem Wohl (mehr Steuern, weniger Lohn ) des Einzelnen. In der Schweiz hat 1%, 57% des Geldes.
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  • Kommentar von M. Roe, Gwatt
    Wenn man einmal zu stark verwöhnt wurde, will man immer mehr und auf keinen Fall weniger. Das ist schon bei der Erziehung von Kindern so.
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    1. Antwort von M. Wälti, Burgdorf
      Und bei den Wortschaftsfreunden sowieso.
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