Banden-Feldzüge lähmen UNO-Missionen

Das organisierte Verbrechen bedroht die Sicherheit und den Frieden in vielen fragilen Staaten. Eine neue Studie zeigt: Die UNO-Friedensoperationen sind nicht gerüstet, dagegen anzutreten.

Soldat neben zerstörtem Fahrzeug

Bildlegende: Vier Blauhelme getötet, acht verletzt: Bilanz eines Überfalls im Oktober 2012 auf UNO-Friedensemissäre in Darfur. Reuters/Archiv

Es sei entscheidend, dass der Kampf gegen die Kriminalität systematisch in die Strategie von Friedensmissionen integriert werde, stellt eine neue Studie des International Peace Institutes (IPI) fest.


Uno-Chef sucht mehr Blauhelme

4:28 min, aus SRF 4 News aktuell vom 23.01.2013

Von den 28 gegenwärtig laufenden UNO-Friedensbemühungen haben weniger als die Hälfte ein Mandat, das eine Strategie gegen das organisierte Verbrechen beinhaltet. Initiiert und mitfinanziert wurde die Studie von der Schweiz.

«Das langjährige Engagement der Schweiz zur Schlichtung von Konflikten hat uns gezeigt, dass das organisierte Verbrechen die Friedensbemühungen massiv unterminieren kann», sagte Thomas Grehminger, Schweizer Botschafter bei der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in New York.

Friedensbemühungen würden von organisierten Kriminellen oft vehement gestört, so die Studie. Mit Menschen-, Drogen- und Waffenhandel sowie Schmuggel lähmten Banden die Konflikteindämmung. Friedenshelfer müssten deshalb im Erkennen und Analysieren von Bedrohungen durch organisiertes Verbrechen geschult werden.

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Handy-Metalle aus Kriegsgebieten

8:37 min, aus Kassensturz vom 7.6.2011

Studie des Internationalen Friedens-Instituts (IPI)