Bauernstreik in Kolumbien – Regierung kontert mit Militär

Zurzeit wird Kolumbien von Bauernprotesten dominiert. Präsident Juan Manuel Santos hat das Militär aufgeboten, um die öffentliche Sicherheit in der Landeshauptstadt Bogotá zu gewährleisten. Der Hintergrund: Ein seit Wochen anhaltender Streik der Bauern und des Transportgewerbes.

Es gab Tote und Verletzte, als sich Studenten, Gewerkschafter und Aktivisten der Linken mit den streikenden Bauern solidarisierten. Allein in Bogotá waren Zehntausende auf den Strassen – die Regierung konterte mit Ausgangsperren.

Ein kolumbianischer Polizist im Vordergrund, dahinter sind Protestierende.

Bildlegende: Zehntausende waren in Bogotá auf der Strasse – auch die Polizei marschierte auf. Keystone

Aber neben Vandalen trug auch die Brutalität der Polizeikräfte dazu bei, dass die Proteste eskalierten. Am Freitag gab Präsident Juan Manuel Santos bekannt, die öffentliche Ordnung und Sicherheit in Bogotá unterstehe ab sofort der Armee.

Auch die Räumung der Barrikaden der Bauern ordnete Santos an. Die Kleinbauern hatten während zwei Wochen viele Überlandverbindungen verbarrikadiert, und damit die Versorgung der Städte mit Lebensmitteln und Treibstoffen verunmöglicht.

Bauern laufen gegen Freihandelsabkommen Sturm

Eingreifen müssen die Streitkräfte nun wohl nicht: Nach dem die Regierung am Freitag ihre Unterhändler von den Verhandlungen mit den Bauern zurückgezogen hatten, hoben die streikenden die Strassensperren von sich aus auf.

Kolumbiens Bauern laufen gegen die Freihandelsabkommen Sturm – unter anderem eines mit den USA. So können die Amerikaner in Kolumbien auch ihre subventionierten Nahrungsmittel wie Mais absetzen. Die kolumbianischen Produzenten können mit den Billigimporten nicht konkurrenzieren.

In den Verhandlungen bot die Regierung bis jetzt einzig verbilligten Dünger an, doch: Die Bauern wollen über die Landwirtschaftspolitik und die internationalen Abkommen ihres Landes reden.