Belgische Verkehrsministerin tritt zurück

Nach der Debatte über die Sicherheit am Flughafen Brüssel zieht die belgische Verkehrsministerin Jacqueline Galant die Konsequenzen und tritt laut Medienberichten zurück. Belgiens König Philippe nahm den Rücktritt Galants an.

Jacqueline Galant im Parlament sitzend

Bildlegende: Ministerin Jacqueline Galant soll falsche Angaben zu einem kritischen EU-Bericht gemacht haben. Imago

Die Anschläge in Brüssel haben Folgen für die belgische Regierung: Gut drei Wochen nach den Anschlägen ist die für Flughafensicherheit zuständige Verkehrsministerin Jacqueline Galant zurückgetreten. Belgiens König Philippe nahm den Rücktritt Galants an, wie der königliche Palast mitteilte.

Die Opposition hatte der Ministerin «schwere Versäumnisse» bei der Sicherung der Flughäfen des Landes vorgeworfen. Galant war seit Oktober 2014 Verkehrsministerin. Sie hatte in den vergangenen Tagen zunächst zurückgewiesen, sie habe von einem kritischen Bericht der EU-Kommission zur belgischen Flughafensicherheit gewusst.

Über Mängel informiert

Laut dem Bericht fehlten in ihrem Aufgabenbereich finanzielle Mittel, um ausreichende Kontrollen an den belgischen Flughäfen zu ermöglichen. Laut einem hochrangigen Ministeriumsmitarbeiter war Galants Kabinett aber über den Bericht vom April 2015 informiert.

Bei den Anschlägen vom 22. März waren im Brüsseler Flughafen und einer U-Bahn-Station im Europaviertel 32 Menschen getötet und mehr als 300 Menschen verletzt worden. Im Hauptstadt-Airport Zaventem hatten sich zwei Selbstmordattentäter in der Abflughalle in die Luft gesprengt. Diese liegt vor den üblichen Sicherheitskontrollen des inneren Flughafenbereichs.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Zaventem wieder offen

    Aus Tagesschau vom 3.4.2016

    Vom belgischen Flughafen sind erstmals seit den Terroranschlägen am 22. März wieder Flugzeuge gestartet. Insgesamt hoben jedoch nur drei Maschinen ab.