Bereits 540 Leichen geborgen nach Hauseinsturz in Bangladesch

Die Zahl der Toten nach dem Einsturz eines Fabrikgebäudes in Bangladesch ist auf 540 gestiegen. Inzwischen hat der Besitzer des Hauses laut Medienberichten eingeräumt, dass er seiner Liegenschaft ohne Bewilligung mehrere Stockwerke aufgesetzt hat.

Helfer in Schuttbergen.

Bildlegende: Die Helfer bergen auch mehr als eine Woche nach dem Einsturz noch zahlreiche Leichen. Reuters

Bislang seien 540 Leichen aus den Trümmern eines eingestürzten Gebäudes in Bangladesch geborgen worden. Dutzende Menschen würden noch vermisst. Das sagte der Leiter der Bergungsoperation am Unglücksort, dem Industriegebiet Savar vor den Toren der Hauptstadt Dhaka.

Die Suche im Schuttberg solle weitergehen, bis die letzte Person gefunden worden sei. Noch immer warten Hunderte Menschen mit Fotos von Vermissten am Rande der Unglücksstelle auf die Bergung ihrer Angehörigen.

Besitzer gibt illegale Aufstockung zu

Nach Informationen der Zeitung «Daily Star» aus Bangladesch gab der Besitzer des Hauses, Sohel Rana, bei der Polizeibefragung zu, die oberen Etagen des achtstöckigen Hauses ohne Genehmigung errichtet zu haben. Auch sei ein neuntes Stockwerk gerade im Bau gewesen.

Rana und sein Vater hätten ausserdem weder das Material noch den Bau überprüft, schreibt «Daily Star» weiter. Auch sei ein Ingenieur festgenommen worden, der nach dem Auftreten von Rissen am Tag vor dem Einsturz gesagt haben soll, das Gebäude sei sicher. Das achtstöckige Fabrik- und Geschäftsgebäude war am 24. April eingestürzt.

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Demonstrationen in Bangladesch

2:59 min, aus Tagesschau vom 1.5.2013