Zum Inhalt springen

International Bergbau-Fachmann erklärt die Tragödie

«Die Zeit rennt», sagt der Schweizer Berbauexperte Markus Bachmann. Die Überlebenschancen der eingeschlossenen Arbeiter bewertet er wenig optimistisch.

Legende: Video So sieht der Unglücksort aus abspielen. Laufzeit 00:20 Minuten.
Aus 10vor10 vom 14.05.2014.

Es gibt eine lange Geschichte von Bergunglücken in der Türkei. Das Schwerste: Die Gasexplosion in der Region Zonguldak im Jahr 92. Damals starben 263 Bergleute. Jetzt bezahlen wieder Bergleute für die Verfehlungen der Behörden.

Bergbauexperte Markus Bachmann mit Brille vor Bildschirm sitzend
Legende: Bergbauexperte Markus Bergmann bemängelt die Sicherheitslage in den türkischen Minen. SRF

Markus Bachmann ist Bergbau-Fachmann in Südafrika. Er kennt den türkischen Bergbau gut und glaubt zu wissen, wie es nun in Soma so weit kommen konnte.

«Die Zeit rennt»

In der Türkei würden die Betreiber der Bergwerke mit den Sicherheitsvorkehrungen zu lasch umgehen, so Bachmann. Auch deshalb gebe es in der Türkei die meisten Minenunglücke in ganz Europa.

Beim Grubenunglück in Chile im Jahr 2010 wurde den Verschütteten werden per Rohrpost Getränke zugeführt. Das ist bisher in der Türkei nicht möglich. Nicht nur deshalb ist der Bergbau-Fachmann wenig optimistisch für die Verschütteten.

Es könne sein, dass die Leute extrem still halten, um nicht allzuviel Sauerstoff zu verbrauchen. «Aber die Zeit rennt. Es gibt wahrscheinlich nur ein bis eineinhalb Stunden, um die Leute zu retten, bevor sie aufgrund der fehlenden Luftzufuhr ersticken», sagt Bachmann.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

1 Kommentar

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Markus Gasser, Freiburg
    Der Berbaufachmann Markus Bachmann mag recht haben, aber was mich störte angesichts des ungeheuerlichen Unglücks, war seine äusserst lässige Art (die Beine übereinander geschlagen, die Arme ausgebreitet und weit behäbig zurückgelehnt im weichen Fauteuil) Auskunft zu geben. In dieser Pose mag man den "Musikantenstadel" anschauen, aber nicht als Experte zu einem zutiefst tragischen Unglück seine Ansicht zum Besten geben.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen