Bergung der Wrackteile von MH17 beginnt

Nachdem die Suche nach den Opfern des Unglücks abgeschlossen ist, werden nun die Überreste des Flugzeugs von der Unglücksstelle geborgen. Niederländische Ermittler und Separatisten hatten sich mit Hilfe der OSZE auf ein gemeinsames Vorgehen einigen können.

Bergungsteam am Absturzort. (11.11.2014)

Bildlegende: Bereits vor wenigen Tagen waren Mitglieder des Bergungsteams erstmals am Absturzort. Reuters

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Amateurvideo zeigt MH17-Absturzstelle

0:42 min, aus Tagesschau vom 16.11.2014

Am Unglücksort der mutmasslich abgeschossenen Malaysia-Airlines-Maschine in der Ostukraine hat die Bergung der Wrackteile begonnen. Mitglieder der Katastrophenschutzbehörde der selbsternannten Volksrepublik Donezk schnitten am Absturzort nahe des Dorfes Grabowe die Trümmer mit Metallsägen auseinander.

Ein Vertreter der pro-russischen Separatisten erklärte, die Arbeiten sollten voraussichtlich zehn Tage dauern. Zuvor hatten sich die niederländischen Ermittler mit den Separatisten unter Vermittlung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) auf die Bergung verständigt.

Schuldfrage weiter ungeklärt

Die Wrackteile sollen nach der Bergung zur Untersuchung in die Niederlande geschickt werden. Bei den meisten Unglücksopfern handelte es sich um Niederländer, weshalb Den Haag die Ermittlungen leitet.

Die Boeing 777 war am 17. Juli auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur über der Ostukraine abgestürzt, alle 298 Insassen kamen ums Leben. Die ukrainische Regierung und der Westen gehen davon aus, dass Flug MH17 von pro-russischen Separatisten mit einer Boden-Luft-Rakete abgeschossen wurde. Moskau dagegen sieht die Verantwortung bei Kiew.

Bislang wurden 289 Leichen identifiziert. Die Arbeit der Ermittler vor Ort wurde immer wieder durch Gefechte zwischen der ukrainischen Armee und den Separatisten unterbrochen.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Alexander Hug (links) im Einsatz in der Ukraine

    Hoffen auf Einsicht beider Seiten

    Aus Echo der Zeit vom 15.11.2014

    Die Lage in der Ukraine ist das grosse Thema am G-20 Gipfel. Für die westlichen Staatenlenker ist der russische Präsident der grosse Aggressor. Der Schweizer Alexander Hug kennt die Lage in der Ostukraine bestens.

    Als stellvertretender Chefbeobachter der OSZE Sondermission ist er im Krisengebiet unterwegs. Wie schätzt er die Lage ein?

    Ursula Hürzeler