Zum Inhalt springen

Header

Audio
Trotz CO2-Rückgang: Corona-Krise wirkt sich wohl nicht nachhaltig auf Klima aus
Aus HeuteMorgen vom 02.03.2021.
abspielen. Laufzeit 01:38 Minuten.
Inhalt

Bericht der Energieagentur Die Welt droht die Klima-Chance zu verpassen

Keine Flugzeuge am Himmel, während Wochen, halbleere Strassen rund um die Welt. Wegen der Shut- und Lockdowns sind die Treibhausgas-Emissionen weltweit im letzten Jahr erstmals seit Jahrzehnten zurückgegangen, und zwar um 6 Prozent wie die Internationale Energieagentur IEA in einem neuen Bericht berechnet.

Wissenschaftlerinnen und Klimaschützer hofften, dass die Pandemie bei allem menschlichen Leid wenigstens fürs Klima positive Auswirkungen hätte, dass 2019 zum Höhepunkt, ja Wendepunkt der Emissionen würde. Dann würde nämlich die Weltwirtschaft nach der Pandemie anders, klimafreundlicher wieder angekurbelt.

Industrieproduktion auf Voll-Touren

Diese Hoffnungen drohen enttäuscht zu werden, denn die neusten Zahlen der IEA zeigen, dass der Treibhausgas-Ausstoss nach dem historischen Rückgang wieder stark zugenommen und im Dezember 2020 bereits wieder höher lag als im Jahr zuvor.

Die Erklärung der IEA: in vielen Weltgegenden, insbesondere in China, sei die Industrieproduktion in der zweiten Jahreshälfte wieder voll auf Touren gekommen. Und nicht nur das, auch der Verkehr, vor allem auf den Strassen, aber in China beispielsweise auch in der Luft, habe wieder stark zugenommen.

Wieder «business as usual»?

Hat die Menschheit aus der Pandemie also nichts für den Klimaschutz gelernt? Wohl kaum genug, bisher. Lock- und Shutdowns und ihre Auswirkungen auf das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben sind per se keine nachhaltigen Lösungen für den Klimaschutz. Aber sie böten die Gelegenheit, grundlegende Veränderungen in die Wege zu leiten beziehungsweise zu beschleunigen.

Die Staaten rund um die Welt nehmen riesige Geldbeträge in die Hand, um die Wirtschaft anzukurbeln. Würden sie dabei grüne Kriterien anwenden, könnte das Klima enorm profitieren. Bisher aber – so die ernüchternde Bilanz der IEA – scheinen viele Länder erst einmal auf ein Zurück zum «business as usual» zu setzen.

Gleichzeitig gibt es auch hoffnungsvolle Zeichen: Die USA vollziehen gerade unter dem neuen Präsidenten eine Kehrtwende in Sachen Klimaschutz. Die EU hat versprochen mit ihrem Green Deal vorwärts zu machen und auch China schraubt an den eigenen Klimazielen. Noch ist die Chance nicht ganz verpasst. Nun müssten aus den Worten aber dringend Taten werden.

Klaus Ammann

Klaus Ammann

Wirtschaftsredaktor, SRF

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Der Historiker und Russist ist seit 2004 als Redaktor bei Radio SRF tätig. Seit 2011 arbeitet Klaus Ammann für die Wirtschaftsredaktion. Sein Schwerpunkt liegt dabei auf Energie- und Klimathemen.

Heute Morgen, 2.3.21, 7 Uhr

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

38 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Aktuell sind keine Kommentare unter diesem Artikel mehr möglich.

  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    Regenwälder schützen auf der ganzen Welt. Sie sind Speicher von CO2. Soja und Palmölplantagen und Rinderzuchten in Südamerika verringern. Keine Exporte mehr für diese Produkte. Weniger fliegen und Auto fahren. Regenwälder aufforsten. Nutztierhaltung abbauen - weniger Fleisch essen.Mehr tun gegen den Klimawandel- wir müssen nur wollen, sonst bezahlen wir einen hohen Preis. Polareis schmilzt, Dürren, Überflutungen, extreme Regenniederschläge, Hitze usw. Denken wir auch an die nächsten Generationen
  • Kommentar von René Balli  (René Balli)
    Corona ist für 0.5% der Bevölkerung eine reelle Gefahr, der Klimawandel für 100%! Gegen Corona werden alle Hebel in Gang gesetzt und Milliarden von Hilfsgeldern gesprochen, beim Klima darf es nichts kosten und es wird auch kaum etwas getan. Man redet von Massnahmen bis zum Jahre 2050, was selbstverständlich viel zu spät sein wird. Es ist die Logik des sehr kurzfristigen Denkens, schon die nächsten paar Jahre werden uns deutlich zeigen, wie unglaublich bedrohlich der Klimawandel sein wird!
  • Kommentar von Bendicht Häberli  (bendicht.haeberli)
    "Keine Flugzeuge am Himmel, während Wochen, halbleere Strassen rund um die Welt." ??? Und dies sind nur 6%. Wo um Himmels willen sind dann die andern 94%??? -- Liebe Leute vergesst es. Aus diesem Schlamassel kommen wir nicht mehr heraus. Greta hin oder her.