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Jemen: In der Stadt Marib haben sich mehrere Explosionen ereignet.
Aus SRF 4 News aktuell vom 11.06.2021.
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Berichte über mehrere Tote Drohnen- und Raketenangriffe erschüttern Marib in Jemen

  • Die jemenitische Stadt Marib ist von mehreren Explosionen erschüttert worden. Behördenvertreter warfen den Huthi-Rebellen vor, für die Detonationen verantwortlich zu sein.
  • Mindestens acht Menschen seien ums Leben gekommen, sagten zwei Vertreter aus dem Gesundheitswesen. Mehr als 15 Menschen seien mit Verletzungen in ein Krankenhaus gekommen.
  • Die USA verhängten ausserdem neue Sanktionen gegen ein Unterstützernetzwerk der Huthi-Rebellen im Bürgerkriegsland Jemen.

Es seien Raketen in einem Wohnviertel und auf einem Markt eingeschlagen, sagte ein Armeesprecher dem saudi-arabischen Sender «Al-Hadath». Die Armee habe eine Drohne abgeschossen und eine weitere sei in der Luft explodiert. Die Vereinten Nationen riefen die Huthis dazu auf, ihre Offensive auf Marib zu beenden.

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Aus dem Archiv: Millionen Menschen im Jemen droht der Hungertod
Aus Tagesschau vom 01.03.2021.
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Die Rebellen hatten 2014 die vom Nachbarn Saudi-Arabien unterstützte Regierung aus der Hauptstadt Sanaa vertrieben. Seitdem versinkt das verarmte Land in Gewalt und Chaos. Der Konflikt gilt als Stellvertreterkrieg zwischen den Regionalmächten Saudi-Arabien und Iran, der mit den Huthis in Verbindung gebracht wird.

Neue Sanktionen aus Washington

Die USA belegen ein Unterstützernetzwerk der Huthi-Rebellen im Bürgerkriegsland Jemen mit Sanktionen. Es handele sich um eine Gruppe von mehreren Personen und Firmen, die über den Handel unter anderem mit iranischem Öl Geld für die iranischen Revolutionsgarden beschafften, teilten das US-Finanzministerium und das US-Aussenministerium am Donnerstag mit. Ein bedeutender Teil davon fliesse wiederum über ein komplexes Geflecht an die Rebellen im Jemen.

Die vom Iran unterstützten Huthis kämpfen in dem bitterarmen Land auf der Arabischen Halbinsel seit 2014 gegen die Regierung und ein von Saudi-Arabien angeführtes Militärbündnis. Die Rebellen beherrschen grosse Teile des Landes, darunter die Hauptstadt Sanaa.

Die finanzielle Unterstützung des Netzwerks versetze die Huthis in die Lage, Attacken auf Zivilisten und kritische Infrastruktur im Jemen und in Saudi-Arabien zu verüben, beklagte nun das US-Finanzministerium. Das untergrabe die Bemühungen um ein Ende des Konfliktes und verschärfe die humanitäre Notlage der Menschen im Jemen. Seit dem Start des Konfliktes verliessen sich die Huthis auf Unterstützung durch die iranischen Revolutionsgarden.

Trump stufte als Terrorgruppe ein

Die USA hatten die Revolutionsgarden unter dem früheren Präsidenten Donald Trump als «Terrorgruppe» eingestuft. Laut iranischer Führung handelt es sich dagegen um eine legitime Streitkraft des Landes.

Die US-Sanktionen haben unter anderem zur Folge, dass möglicher Besitz der Betroffenen in den USA eingefroren wird. US-Unternehmen und Personen dürfen keine Geschäfte mit ihnen machen.

Die beiden US-Ministerien teilten am Donnerstag zugleich mit, dass Sanktionen gegen drei frühere Regierungsmitglieder und zwei Firmen im Iran aufgehoben würden, die zuvor in den Handel mit iranischem Öl involviert gewesen seien.

SRF 4 News aktuell, 11.06.2021, 04:00 Uhr;

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Manu Meier  (Manuel Meier)
    Man darf aber auch erwähnen, dass die Armee der Regierung seit einigen Tagen eine Offensive von Marib aus führt, mit Luftunterstützung von SA.
    Die Huthis antworten halt mit relativ unpräzisen Waffen. Man kann nicht von ihnen Satellitengestützte Präzision verlangen.
  • Kommentar von Monika Mitulla  (momi)
    Würde der "Wertewesten" endlich aufhören mit der Sanktioniererei und "Bombardiererei", wäre die Welt ein Stück gerechter und demokratischer. Kein Land will fremde Soldaten bei sich haben, denn Soldaten sind i.d.R. nicht die erstklassigen "Überbringer der Menschenrechte" . dafür gibt es andere Organisationen.
    1. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      Haben sie den Artikel nicht gelesen? Den Huthi-Rebellen wird vorgeworfen für die Detonationen verantwortlich zu sein und die Bürgerkriegsparteien werden von Saudi-Arabien und Iran unterstützt. Die gehören nicht zum Wertewesten.
    2. Antwort von Andrew Simon  (A. Simon)
      @ Momi: Bekanntlich beliefert der Iran die Huthi mit Waffen. @ SRF: Zur Karte, Huthi/Iran: Man kann noch Vieles mit Vielem in Verbingung bringen. Wäre daher schön, wenn sie diese Beziehung, analog zu Saudi-Arabien, klarer erläutern würden.
    3. Antwort von SRF News editor
      @Andrew Simon
      Guten Tag. Wir nehmen ihren Input gerne zur Kenntnis. Liebe Grüsse, SRF News.
    4. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Monika Mitulla: In Jemen wird ein Stellvertreterkrieg zwischen Saudi Arabien und Iran geführt. Dem "Wertewesten" kann man höchstens vorwerfen, dass der Konflikt politisch totgeschwiegen wird. Aber solange wir hier nicht bereit sind, vom Erdöl aus diesen Ländern wegzukommen, sollten wir jedes Mal wenn wir den Tank des Autos füllen bescheiden werden. Mal schauen, ob wenigstens das Schweizer Volk am nächsten Sonntag die Weichen weg von fossilen Energieträgeren stellen wird.
    5. Antwort von Monika Mitulla  (momi)
      Sorry, aber da müssen verschiedene Missverständnisse vorliegen. Die USA sind der strategische Partner Saudi-Arabiens und haben Soldaten vor Ort - offiziell Ausbildner. Der "Wertewesten" hat die Regierung in Jemen bei ihrer Wahl unterstützt. Wie weit genau diese "Unterstützung" ging, ist unklar. Saudi-Arabien wiederum ist das Land, welches Jemen bombardiert. Die Huti-Rebellen sind, je nach Perspektive, Freiheitskämpfer oder Terroristen, die offenbar Rückendeckung der Hisbollah bekommen.