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International Berüchtigter Foltergeneral Aussaresses gestorben

Paul Aussaresses ist tot. Der französische General war für Folter im Algerienkrieg berüchtigt. Er wurde 95 Jahre alt.

Der für Folter im Algerienkrieg berüchtigte  französische General Paul Aussaresses.
Legende: Paul Aussaresses im Mai 2001 bei Veröffentlichung seiner Memoiren «Spezialdienste – Algerien 1955/57» Reuters

Die Biografie des 1918 in Südfrankreich geborenen Paul Aussaresses liest sich wie ein Lexikon des Schreckens. In einem Interview mit der Zeitung «Le Monde» sagte Aussaresses einmal, er habe eigenhändig 24 algerische Gefangene getötet.

Der Algerienkrieg (1954-1962) wurde von beiden Seiten mit ausserordentlicher Grausamkeit geführt. Rund eine halbe Million Algerier und 30'000 Franzosen wurden getötet, mindestens die Hälfte der algerischen Opfer waren Zivilisten. Der Krieg endete 1962 mit der Unabhängigkeit Algeriens.

Aussaresses hatte 2001 mit seinen Memoiren «Spezialdienste – Algerien 1955/57» in Frankreich für Empörung gesorgt. Der General beschreibt und verteidigt darin die Folterpraktiken von damals.

5 Kommentare

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  • Kommentar von Nin Guna, Zürich
    missliebige (nicht linke) Meinungen werden von SRF einfach zensiert. Ob gegen die Netiquette verstossend oder nicht.
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    1. Antwort von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
      Kann ich nur bestätigen - Aber das ist man sich beim SRF ja gewohnt. Die andern Medien sind scheinbar auch nicht besser. (z.B. TA - habe ich gehört) Aber das ist bei dem heutigen, seichten Journalismus auch nicht anders zu erwarten.
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  • Kommentar von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
    P. Aussaresses in Le Monde 3.5.11: Die Folter wurde v. der franz. Reg. toleriert, wenn nicht sogar gefordert. Justizminister F. Mitterand (spät. soz. Präsident) hatte im Richter Jean Bérard einen Emissär beim Befehlshaber in Algerien, General Massu, der uns deckte u. der umfassendes Wissen hatte was des Nachts geschah. Somit wurde P. Aussaresses sogar Militärattaché v. FR in Washington. Wohl angeklagt jedoch in den letzten Instanzen immer frei gesprochen. Somit ist die franz. Reg. mitschuldig.
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  • Kommentar von Alex Kramer, ZH
    Das Thema Algerien ist immer noch weitgehend tabu in Frankreich. Die Algerier werden heute noch als Terroristen bezeichnet und die Schweinereien der Legion Etrangère unter den Teppich gewischt. So verwundert es nicht, wenn ein Ehemaliger sich noch mit seinen Taten brüstet - jegliches Unrechtsempfinden fehlt komplett. Man führte sich auf wie der Herrenmensch, als ob man den anfänglich so erbärmlich verlorenen 2. Weltkrieg ausbügeln wollte, an einem völlig unterlegenen Gegner. Grande Nation....?
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    1. Antwort von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
      @A. Kramer: Vielleicht sollten Sie sich mit dem Algerienkrieg, der Rolle von P. Aussaresses, Massu, De Gaulle, Mitterand zu dieser Zeit tiefer befassen. Die Direktiven kamen immer und ausschliesslich aus Paris und wurden von den lokalen Kommandanten und involvierten Einheiten umgesetzt. Das in Bezug auf die von Ihnen genannten "Schweinereien" der Legion. Die Legion ist sich aber gewohnt immer wieder angegriffen zu werden. (Man schlägt den Sack und meint den Esel)
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