Blauhelm-Soldaten auf dem Golan sind wieder frei

Die UNO hat die Freilassung aller auf dem Golan entführten 45 UNO-Soldaten bestätigt. Offenbar hat das Golfemirat Katar die Freilassung eingefädelt.

Bildschirmfoto eines am 11. September veröffentlichten Videos der Entführer.

Bildlegende: Die Entführer veröffentlichten auf einem Social-Media-Kanal ein Video, auf dem die Blauhelm-Soldaten zu sehen sind. Keystone

Nach rund zwei Wochen in den Händen radikaler Islamisten sind die UNO-Blauhelme im Süden Syriens wieder frei. Die 45 Soldaten von den Fidschi-Inseln seien der UNO-Beobachtermission auf den Golanhöhen (Undof) übergeben worden, teilte ein Sprecher der Vereinten Nationen mit. Die Soldaten seien alle in guter körperlicher Verfassung liess er via Twitter wissen.

Die radikal-islamische Al-Nusra-Front und Verbündete hatten vor mehr als zwei Wochen den Übergang zu dem von Israel kontrollierten Teil der Golanhöhen erobert. Anschliessend brachte die Miliz die UNO-Beobachter von den Fidschi-Inseln in ihre Gewalt. Zudem kesselte sie 72 philippinische Blauhelme ein, die sich erst nach mehreren Tagen nach Kämpfen mit den Extremisten befreien konnten.

Die Al-Nusra-Front ist mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbunden. Sie vertritt eine ähnliche Ideologie wie die Terrormiliz Islamischer Staat (IS), ist aber mit ihr verfeindet. Die Al-Nusra-Front hatte die Gefangennahme der Blauhelme mit der angeblichen Komplizenschaft der UNO mit dem Regime begründet. «Die UNO hat alle Massaker dieses schamlosen Feindes gegen wehrlose Muslime ignoriert», erklärte sie.

Mission seit 1974

Laut einem syrischen Aktivisten aus dem Umfeld der Miliz vermittelte das Golfemirat Katar die Freilassung der Soldaten. Katar war in der Vergangenheit vorgeworfen worden, die Al-Nusra-Front zu unterstützen. Zugleich vermittelte das Emirat schon mehrfach bei Geiselnahmen in Syrien, so etwa Ende August bei der Freilassung des US-Journalisten Peter Theo Curtis.

Die UNO-Soldaten beobachten auf den Golanhöhen den Waffenstillstand zwischen Israel und Syrien. Sie sind schon mehrfach in die Schusslinie des blutigen syrischen Bürgerkriegs geraten. 2013 brachten Bewaffnete mehrere Undof-Soldaten in ihre Gewalt.