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International Blutiger Tag im Irak

Anschläge, Kämpfe und eine gewaltsame Entführung haben im Irak mindestens 75 Tote gefordert. Der traurige Höhepunkt einer neuen Gewaltwelle seit Beginn des Jahres.

Legende: Video Zahlreiche Anschläge im Irak abspielen. Laufzeit 2:47 Minuten.
Aus Tagesschau vom 08.06.2014.

In der irakischen Hauptstadt Bagdad sind bei mehreren Autobomben-Anschlägen Dutzende von Menschen ums Leben gekommen. Die genauen Opferzahlen sind jedoch nicht bekannt. Nach Angaben von Ärzten wurden mindestens 60 Menschen getötet. Insgesamt habe es etwa ein Dutzend Explosionen in überwiegend von Schiiten bewohnten Stadtteilen gegeben, hiess es in Sicherheitskreisen. Demnach wurden mindestens 16 Menschen getötet und 58 verletzt.

Mann neben Autowrack
Legende: Überreste eines Lastwagens, der bei einem Autobombenanschlag im nordirakischen Kirkuk zerrissen wurde. Keystone

Nach Angaben des Nachrichtenportals Sumaria News explodierten Sprengsätze unter anderem in von Schiiten dominierten Stadtteilen Ur und Al-Bajaa sowie in Karrada im Zentrum. Zunächst bekannte sich niemand zu den Taten. In der Vergangenheit hatten zumeist sunnitische Aufständische Schiiten angegriffen.

Kämpfe in Mossul

Bei Kämpfen zwischen der irakischen Polizei und Aufständischen wurden in der nördlichen Stadt Mossul mindestens 59 Menschen getötet worden. Bei den Toten handle es sich um 21 Polizisten und 38 Aufständische, hiess es aus Kreisen der Polizei.

Studenten als Geiseln genommen

In der zentralirakischen Stadt Ramadi griffen bewaffnete Dschihadisten am Samstagmorgen eine Universität an und nahmen Studenten und Mitarbeiter als Geiseln. Wie die Polizei mitteilte, griffen Kämpfer der Dschihadistengruppe Islamischer Staat im Irak und der Levante (ISIS) die Hochschule an, töteten Wachleute und sprengten eine Brücke, die zum Haupteingang des Gebäudes führte.

Stunden später nahmen Sicherheitskräfte den Campus wieder ein und befreiten die Studenten und Mitarbeiter der Hochschule in Ramadi aus den Händen der Bewaffneten, wie irakische Medien berichteten. Insgesamt seien 25 Dschihadisten in die Universität eingedrungen.

Einige der Milizionäre hätten Sprengstoffgürtel umgebunden gehabt. Ihr mutmasslicher Anführer Abu Ataa al-Halabi sei von Sicherheitskräften getötet worden. Aus dem Krankenhaus von Ramadi verlautete, es seien zwei Tote gebracht worden – ein Student und ein Polizist.

Studenten werden auf einem Pickup-Wagen weggebracht
Legende: Studenten werden auf einem Pickup-Wagen weggebracht. Keystone

Stadt Ramadi seit Monaten umkämpft

In Ramadi kämpfen die Sicherheitskräfte seit Monaten gegen ISIS. Mehrere Viertel der etwa hundert Kilometer westlich der Hauptstadt Bagdad gelegenen Stadt sind unter ihrer Kontrolle.

Seit Beginn des Jahres wird der Irak von einer Welle von Anschlägen heimgesucht, die an den blutigen Konflikt zwischen sunnitischen und schiitischen Muslimen in den Jahren 2006 und 2007 erinnern. Die sunnitische Minderheit fühlt sich diskriminiert durch die von dem schiitischen Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki angeführte Regierung. Die Nachrichtenagentur AFP zählte seit Januar bereits mehr als 4300 Tote.

5 Kommentare

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  • Kommentar von A.Käser, Zürich
    Wo bloss bleiben nur die Aufschreie der zartbesaiteten,mitfühlenden Menschen die es nicht mit ansehen können,wie ein blut- und machtlüsterner Diktator seine lieben,total harmlosen Mitbürger bis aufs Blut quält und massakriert?Lügen haben aber blutige Gedärme und vernebelte Hirne! Na sowas!Gibt es nicht immer mehr Menschen,die irgendwann zum Schluss kommen,dass sie auf diesem Planeten in einem ganz speziell originellen"Irrenhaus"gelandet sind?Sei gedankt,dauert der Aufenthalt nicht"ewig"!
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    1. Antwort von A.A., Obwalden
      Jeder der nicht die grössere Sicht hat, die ganze Sicht der Menschheit, oder anders gesagt, die Geschichte der Erde, der Menschen und dessen Schöpfer - und dessen Feind, dem Fürsten dieser Welt (dem Durcheinanderbringer, der gekommen ist um zu töten, zu stehlen und zu lügen) - der kann dies nicht verstehen, sondern fragt sich im besten fall "wo ist da Gott"? Diese Gräueltaten sind in keinem Fall Gottes Wille - aber jeder Mensch der denkt er sei frei das gute zu tun, ist es eben nicht!
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    2. Antwort von A.A., Obwalden
      Weil jeder Mensch unter einer Macht steht. - von Geburt auf ist jeder Mensch unter dem Fürst dieser Welt der das Reich der Finsternis regiert - erst durch Jesus Christus und seinem Tod am Kreuz - an das ER, der Sündlose, Stellvertretend deine und meine Sünden hinaufgetragen hat - können wir ins Reich des Lichts wechseln, welches von Jesus Christus regiert wird, ohne Gewalt und Vergeltung - sondern die Feinde liebend und die einem Verfluchen segnen wir - dann sind wir Söhne Gottes! Wunderbar! BB.
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    3. Antwort von A.Käser, Zürich
      A.A./Entschuldigen Sie,wenn ich Ihr Glaube,bezüglich"Erlösung"des Menschen,so nicht teilen kann.Ich bin nicht der Auffassung,dass Erlösung so"kostengünstig"zu haben ist.Die Bibel erachte ich als ein literarisches Werk das versucht,philosophische Themen zu erklären und sich dabei zusätzlich auch einer"Transzendenz"bedient.Sie macht den Versuch,die vermeintliche Barriere zwischen physischer und psychischer Existenz zu durchbrechen.Was beim gegenwärtigen Stand der Wissenschaft nicht opportun ist.
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    4. Antwort von A.Käser, Zürich
      A.A.(3)Die"Ursehnsucht"des Menschen nach symbiotisches Liebe,dürfte sich mit seiner Vorstellung von Gott und dem Paradies decken.Eine alles umfassende Einheit und damit verbunden,Glückseligkeit.Das Gleichnis der Leiden Jesus zeigt damit den Weg auf,um diese Liebe erkennen und werden zu können.Erreichen allerdings,muss dies jeder einzelne Mensch für sich selbst.Er lebt durch seine Leben,um die Liebe zu erkennen und um sich dadurch von den an Leiden gebunde physische Existenzen selbst zu erlösen.
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