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International Boeing 777: Neue Spur führt zur Strasse von Malakka

Erklärungen des malaysischen Militärs weisen auf eine neue Spur zur verschollenen Boeing 777 der Malaysia Airlines hin. Offenbar hat das Militärradar die Maschine geortet – eine Stunde nachdem diese vom Radar der zivilen Flugsicherung verschwand.

Legende: Video Neue Erkenntnisse aber keine Spur abspielen. Laufzeit 1:51 Minuten.
Aus Tagesschau vom 11.03.2014.

Von dem seit Samstag verschollenen malaysischen Flugzeug gibt es möglicherweise eine erste Spur. Aus malaysischen Militärkreisen verlautete, die Maschine habe die Strasse von Malakka an der Westküste Malaysias überflogen.

Die Boeing 777-200ER habe ihren Kurs geändert und die Flughöhe verringert, nachdem sie die Stadt Kota Bharu an der Ostküste überflogen habe, sagte ein Vertreter des malaysischen Militärs.

Karte, die ein Gebbiet in der Region Indonesien, Malaysia und Vietnam zeigt.
Legende: Die Suche nach dem verschwundenen Flugzeug erstreckt sich über ein enorm grosses Gebiet. SRF

Militärradar ortete Maschine

Die malaysische Zeitung «Berita Harian» zitierte Luftwaffenchef Rodzali Daud mit den Worten, die Maschine sei am Samstag um 02.40 Uhr nahe der Insel Pulau Perak am nördlichen Ende der Strasse von Malakka in 9000 Metern Höhe auf dem Militärradar aufgetaucht.

Das wäre gut eine Stunde nachdem das Flugzeug mit 239 Menschen an Bord am Samstag vom Radar der zivilen Flugsicherung verschwand. Die vielbefahrene Schifffahrtsstrasse von Malakka liegt westlich der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur – entgegengesetzt zur Flugroute von Kuala Lumpur nach Peking.

Dies spräche für die These, dass die Piloten umgekehrt sind. Warum sie das hätten tun sollen, ist unklar. Es gab weder eine Meldung über technische Probleme noch einen Notruf.

Terrorthese wird unwahrscheinlicher

Unterdessen hat Interpol mitgeteilt, dass die beiden Passagiere mit falschen Pässen an Bord der malaysischen Unglücksmaschine «wahrscheinlich» keine Terroristen waren. Die internationale Polizeibehörde ging vielmehr davon aus, dass es sich um Menschenschmuggel gehandelt habe.

«Es ist Teil eines Menschenschmuggel-Falls und nicht Teil eines Terrorfalls», sagte Interpol-Generalsekretär Ronald K. Noble. Bei den beiden Passagieren mit falscher Identität handelte es sich demnach um einen 18- und 29-jährigen Iraner, die aus Doha gekommen und die Pässe erst ab Malaysia eingesetzt hatten. Der 19-Jährige wollte nach Angaben der malaysischen Polizei offenbar nach Deutschland einwandern.

Asylsuchende mit Ziel Europa?

Interpol-Chef Nobel hob nun mit Blick auf die gestohlenen Identitäten hervor: «Je mehr Informationen wir bekommen, desto eher kommen wir zu dem Schluss, dass es kein Terrorvorfall war.» Die beiden Iraner hätten Kuala Lumpur verlassen, um einen Flüchtlingsstatus zu bekommen.

Insgesamt reisten zwei Passagiere mit Pässen, die einem Italiener und einem Österreicher 2012 bzw. 2013 in Thailand gestohlen worden waren. Die malaysische Hauptstadt Kuala Lumpur ist ein Dreh- und Angelpunkt für die illegale Einwanderung nach Europa – oftmals unter Einsatz falscher oder gestohlener Papiere, wie ein europäischer Diplomat erklärte.

Behörden tappen im Dunkeln

Bislang gibt es trotz der tagelangen Suche zu Wasser und aus der Luft keine konkreten Hinweise auf das Verbleiben des Flugzeugs und den 239 Insassen.

Die Boeing 777-200ER der Malaysia Airlines war am Samstag auf dem Weg nach Peking, als sie vor der Küste Vietnams von den Radarschirmen verschwand. Die Piloten hatten weder von Problemen berichtet noch ein Notsignal gesendet.

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10 Kommentare

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  • Kommentar von Björn Christen, Bern
    Wie bitte verschwindet ein Airliner Knall auf Fall vom Radar der zivilen Flugsicherung, taucht eine Stunde später auf dem Militärradar auf, und verschwindet dann abermals?! Die Malaysier haben ihre Luftfahrt offenbar nicht im Griff!
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  • Kommentar von E.Beier, Hannover
    Die Boeing 777-200ER ist ein technisch sehr sicheres Flugzeug auch in Notfällen. Schwerwiegende Probleme in der Technik sendet das Flugzeug automatisch als Notsignal ab. Eine Explosion der Maschine in großer Höhe ist auszuschließen.Die Wrackteile wären schon lange gefunden worden(Zerstreungspotenzieal).Nur das Radar vom Militär hat letzte Daten (sehr tief fliegend) ganz anderswo (!). Meine Meinung: Notwasserung und Untergang oder Landung an unbestimmten Ort. Bei NW würden aber automatisch ...
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    1. Antwort von R.Anderegg, Zürich
      E.Beier, Hannover, eine Frage an Sie: Was bedeutet es, wenn man sagt, dass die Maschine bei der Stadt Kota Bharu an der Ostküste vom ( zivilen Radar) verschwunden ist? Wurde an diesem Punkt bei der Maschine absichtlich der Radartransponder ausgeschaltet ( Entführung) um Spuren zu verwischen, so dass die Maschine erst an der Westküste vom militärischen Radar wieder geortet wurde? Oder verschwand an der Ostküste die Maschine vom Radar erstmals nur deshalb, weil dessen Reichweite hier zu Ende ging?
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    2. Antwort von Tom Duran, Basel
      100% Sicherheit gibt es nicht, auch bei "sicheren" Flugzeugen. Nur ein Wartungsfehler kann schon eine Ursache für einen Unfall sein. Und die Wahrscheinlichkeit das es ein Unfall war, liegt nahe. Es kann durchaus sein, dass KEIN Notsignal ausgegeben wurde. In Betracht der Anzahl Flüge passiert aber tatsächlich sehr wenig Schlimmes. Angst beim Fliegen muss man sicher keine haben. Trotzdem spricht viel für eine technische Ursache, gepaart mit einer abgelegenen Flugroute. Das wird nicht einfach.
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    3. Antwort von R.Anderegg, Zürich
      Automatische Systeme senden Signale aus, etwa über Flughöhe, Kurs und Erkennungszeichen der Maschine. Signale zum Boden übermitteln auch Bordcomputer, nämlich über das Funktionieren der Systeme an Bord. Dass alle diese Systeme gleichzeitig ausfallen ist laut Experten eigentlich nur möglich, wenn ein Ereignis an Bord blitzartig passiert und eine Notsituation nicht zumindest einige Minuten andauert.Spricht weniger für technisches Versagen, da man sonst in der Regel noch einen Notruf absetzen kann.
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  • Kommentar von R.Anderegg, Zürich
    Ein Terrorakt ist noch nicht ausgeschlossen. Es wurde ja noch behauptet, dass neben den beiden Passagieren, die falsche Pässe auf sich trugen, noch 2 weitere Passagiere verdächtig wären. Was ist nun mit denen?? Außerdem werden immer noch alle Passagiere genauer überprüft. Und was ist mit den 5 Passagieren, die wieder ausgecheckt sind? Für einen technischen Defekt wäre es doch sehr komisch, wenn die Maschine derart weit die Route verlässt, ohne das in dieser Zeitspanne ein Notruf erfolgte.
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    1. Antwort von E.Beier, Hannover
      R.Anderegg,Zürich: Ein Terrorakt ist für mich ausgeschlossen. Diese Organisationen hätten sich schon gemeldet.
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