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International Boko-Haram: Über 60 Tote bei Anschlags-Serie in Nigeria

Im Nordosten Nigerias sind bei Anschlägen innert weniger Stunden über 60 Personen getötet worden. Fast 50 Menschen starben bei einem Doppelanschlag auf einem Markt in Gombe. In Damaturu haben zudem drei minderjährige Mädchen Selbstmordattentate verübt. Die Anschläge werden Boko Haram zugeordnet.

Blut ist auf der Strasse. Sicherheitskräfte untersuchen den Tatort.
Legende: Boko Haram, was sich mit «westliche Bildung ist Sünde» übersetzen lässt, kämpft für einen islamischen Staat. Reuters

Zuerst wurde ein Doppelanschlag auf den zentralen Markt der Stadt Gombe verübt. Mindestens 49 Menschen sind dabei getötet worden, darunter Frauen und Kinder. Von den über 70 Verletzten würden mehrere Personen in Lebensgefahr schweben, hiess es von Seiten der Rettungskräfte.

Der Markt war im Moment des Anschlags voller Menschen, die vor dem Fest Eid-al-Fitr zum Ende des islamischen Fastenmonats Ramadan letzte Einkäufe erledigen wollten.

Bisher bekannte sich niemand zum Anschlag. Dieser trägt jedoch die Handschrift der islamistischen Rebellengruppe Boko Haram, die in der Region immer wieder derartige Angriffe begeht. Dieser Verdacht gilt auch für die Anschläge in Damaturu, der Hauptstadt des Bundesstaats Yobe.

Minderjährige Mädchen verübten Selbstmordattentate

In Damaturu führten drei minderjährige Mädchen nur wenige Stunden nach den Anschlägen in Gombe Selbstmordattentate aus. Die Explosionen ereigneten sich an drei unterschiedlichen Orten. Spitalmitarbeiter sprachen von insgesamt mindestens 13 Toten.

In Damaturu war am Freitag der neue Generalstabschef Tukur Buratai erwartet worden. Er wollte dort im Kampf gegen die islamistische Terrormiliz Boko Haram stehenden Soldaten das Ende des Ramadan feiern.

Wiederholte Anschläge in der Region

Gombe war in den vergangenen Monaten wiederholt Ziel von Bomben- und Selbstmordanschlägen. Im Februar hatten hunderte Kämpfer von Boko Haram die Stadt gestürmt und über Stunden auf die Bewohner gefeuert. Der gleichnamige Staat grenzt an die Bundesstaaten Yobe, Borno und Adamawa, die am schwersten vom Aufstand der Islamisten betroffen sind.

Gespräche mit Obama

Boko Haram kämpft seit 2009 mit Gewalt gegen den nigerianischen Staat. Seitdem wurden in den Konflikt mehr als 15'000 Menschen getötet, 1,5 Millionen ergriffen die Flucht.

Der neue Präsident Nigerias, Muhammadu Buhari, der seit Ende Mai im Amt ist, hat den Kampf gegen Boko Haram zu seiner Priorität erklärt. Er entliess Anfang der Woche die Führung der Streitkräfte und setzte Tukur Buratai als neuen Generalstabschef ein.

Buhari will am Montag in Washington mit US-Präsident Barack Obama über den Kampf gegen den Terrorismus sprechen.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von C. Szabo, Thal
    Der Terror, der angewendet wird, um sich Rohstoffe zu sichern, ist vielfältig. Mit Religion hat er wenig zu tun. Ausser man betrachtet das Streben nach Reichtum ebenfalls als Religion. Dass bei uns der Terror in Nigeria (Afrika) so wenig Beachtung findet, liegt daran, dass afrik. Leben nach wie vor weniger "Wert" ist. Der Tod durch Konflikte oder Hunger ist dort ein permanentes Ereignis, dass es selbst im Westen als normal empfunden wird. Es ist nur wichtig, um es politisch auszuschlachten.
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    1. Antwort von Franz NANNI, Nelspruit SA
      Der Tod durch Konflikte und Hunger.. mein Lieber, niemand muss Hunger leiden in Afrika.. es ist das ruecksichtslose ausnehmen der Nationen durch ihre "Fuehrer", und hat auch nichts mit Rohstoffen zu tun.. Das Elend ist hausgemacht... und nicht mehr wegen Kolonisation..
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    2. Antwort von C. Szabo, Thal
      @F. Nanni: Ich schätze ihre Kenntnisse über Afrika. Doch nach mehreren Quellen verhungern in Afrika täglich um 5000 Menschen, vorsichtig geschätzt und zu einem grossen Teil Kleinkinder. Wenn das NIEMAND ist, haben Sie Recht. Gewisse Herrscher in Afrika trifft eine grosse Schuld. Doch noch immer sitzen die Hauptprofiteure ausserhalb Afrikas. Und die nutzen skrupellose Machthaber aus und setzen sie auch gezielt in diese Positionen, um das Land möglichst problemlos auszubeuten. Nichts für ungut.
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    3. Antwort von Franz NANNI, Nelspruit SA
      @Szabo.. ich habe mich falsch ausgedrueckt.. ich haette schreiben muessen: "Niemand muesste Hunger leiden... MUESSTE..." Da ist Welthandel, aber die Herrschendn sind nicht von einem Konzern auf den Thron gesetzt worden.. das war einmal...und ohne die Weltwirtschaft waere Afrika schon laengst wieder "Busch", Ich sehe das im entwickelten SA Taeglich.. sie haben Ausbildung, ganze Farmen geschenkt plus Betriebsmittel!! und 2-3 Jahre spaeter ist Liquidation.. Grund, nehmen ist einfacher denn geben
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  • Kommentar von Mike Grund, Thun
    Wann geht man endlich konsequent gegen diese Terrororganisation vor? Die töten jährlich hunderte von Menschen, vergewaltigen dutzende von Frauen und lassen diese zwangsverheiraten. Im Westen ist dies offenbar die meisten nicht mal einen Kommentar auf einen Medienbericht wert.
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  • Kommentar von B. Kerzenmacher, Frauenfeld
    All die widerlichen Selbstmordanschläge durch die Terroriosten von Boko Haram, Daesh (IS) etc. haben bei allem Leid der Angehörigen von Opfern etwas sehr positives: Die Mörder kehren nicht mehr nach Europa in die Sozialsysteme zurück. Besser und sicherer als Frontex- und Schengenabkommen allemal!
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