Bombenfund bei Frankfurt: Offenbar Anschlag vereitelt

Bei einer Hausdurchsuchung hat die Polizei in Oberursel eine selbst gebaute Bombe gefunden. Zwei Personen wurden festgenommen. Laut Innenminister Peter Beuth konnte damit vermutlich ein Terroranschlag verhindert werden. Es gebe den Verdacht eines salafistischen Hintergrunds.

Forensiker bei der Arbeit

Bildlegende: Sprengstoff- und Tatortexperten waren an den Ermittlungen vor Ort beteiligt. Keystone

Bei einer Durchsuchungsaktion in der Nähe von Frankfurt sind in Deutschland in der Nacht auf Donnerstag ein Mann und eine Frau festgenommen worden. Dabei wurde auch eine selbstgebaute Bombe gefunden.

«Nach polizeilichem Ermittlungsstand ist durch die Festnahmen ein terroristischer Anschlag vereitelt worden», sagte der hessische Innenminister Peter Beuth in Wiesbaden. Dies habe die Durchsuchung der Wohnung des Paars bestätigt. Es gebe den Verdacht eines salafistischen Hintergrunds.

Die Behörden waren auf das Paar aufmerksam geworden, nachdem die Frau unter falschem Namen drei Liter Wasserstoffperoxid in einem Baumarkt gekauft hatte. Dieser Stoff sei zum Bombenbau geeignet, sagte Behördensprecher Stefan Rojczyk. Es gebe allerdings keine Hinweise auf konkrete Anschlagspläne, hatte die Staatsanwaltschaft zuvor erklärt. Die Durchsuchungsaktion sei präventiv gewesen.

Verbindung zu Salafisten ungeklärt

Bei den Festgenommenen handle es sich um einen 35 Jahre alten Mann und eine 34 Jahre alte Frau. Der Mann sei deutscher Staatsbürger mit türkischen Wurzeln, die Frau Türkin.

In der Wohnung seien auch ein Gewehr und scharfe Munition gefunden worden. Der Mann habe vor Jahren Verbindung zur terroristischen Sauerland-Gruppe gehabt. Vier Mitglieder der Sauerland-Gruppe waren 2012 wegen der Planung von Terroranschlägen verurteilt worden. Ob es aktuelle Verbindungen zur Salafisten-Szene gebe, sei unklar, hatte die Staatsanwaltschaft erklärt.

Velorennen betroffen

Das für Freitag geplante Profi-Velorennen «Rund um den Finanzplatz Frankfurt-Eschborn» ist abgesagt. Hinweise auf eine mögliche Gefährdung der Bevölkerung seien der Grund dafür, teilte das hessische Landeskriminalamt mit. Das traditionsreiche Rennen durch die Taunusberge sollte um 12 Uhr gestartet werden und über 206,9 Kilometer führen.