Brasilianische Ärztin lässt 300 Patienten ersticken

Zunächst waren es 7 Todesfälle. Die Chefärztin einer Intensivstation im brasilianischen Curitiba soll Patienten medikamentös erstickt haben, um Platz auf der Station zu schaffen. Inzwischen gehen die Ankläger von bis zu 300 Getöteten aus. Und die Untersuchung ist noch nicht zu Ende.

Blick auf eine Glastür. Ein Plakat darauf verbietet den Eintritt in die Intensivstation.

Bildlegende: Hinter dieser Tür begann für viele das Grauen. Reuters

Die Methode der Chefärztin und mutmasslichen Serienkillerin Virginia Soares de Souza ist einfach gewesen. Sie und ihr Team verabreichten den Patienten auf der Intensivstation des Spitals von Curitiba ein Muskelrelaxanz. Dann senkten sie den Sauerstoffgehalt der automatischen Atemunterstützung, was zum Erstickungstod des Patienten führte.

1700 Verdachts-Fälle

Die 56jährige Chefärztin – selbst eine Witwe – ist letzten Monat in Haft genommen und des mehrfachen Mordes angeklagt worden. Ihr folgten drei weitere Ärzte, drei Krankenschwestern sowie ein Physiotherapeut hinter Gitter.

Tonbänder ihres Telefons sollen laut Anklage beweisen, dass sie einzig getötet hat, um Platz zu schaffen. «Ich brenne darauf, die Intensiv-Abteilung zu säubern», ist die Ärztin auf einem der Bänder zu hören.

Der Verteidiger von Soares de Souza monierte vor den Anklägern, sie hätten missverstanden, wie eine Intensivstation funktioniere und er werde die Unschuld der Ärztin beweisen.

Anders sieht das die Anklage. Sie will insgesamt 1700 Todesfälle untersuchen. Sollte sich die Zahl 300 beweisen lassen, würde die Ärztin zum zweifelhaften Ruhm gelangen, der schlimmste Serienkiller der Kriminalgeschichte zu sein.