Burkhalter bestätigt Kontakt zu entführtem OSZE-Helfer

Beim Treffen der OSZE-Mitgliedsstaaten in Wien ist der Ukraine-Konflikt das bestimmende Thema. Der OSZE-Vorsitzende Didier Burkhalter konnte dabei den Kontakt mit einem der verschleppten Mitarbeiter der Organisation bestätigen. Die Verschleppten bezeichnete er explizit als «Geiseln».

Didier Burkhalter

Bildlegende: Didier Burkhalter bekräfigte die OSZE-Bereitschaft, einen Waffenstillstand in der Ukraine zu überwachen. Keystone

Der Vorsitzende der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), Didier Burkhalter, erinnerte beim Treffen der OSZE-Mitgliedsstaaten in Wien an die verschleppten Mitglieder der Beobachtermission in der Ukraine. Die acht Beobachter, darunter ein Schweizer, befinden sich seit Wochen in den Händen bewaffneter pro-russischer Separatisten in der Ostukraine.

Vor den Medien bezeichnete Burkhalter die verschleppten OSZE-Beobachter ausdrücklich als «Geiseln». Man habe direkten Kontakt mit einem verschleppten Beobachter der Donezker Gruppe gehabt und wohl auch mit dem verantwortlichen Geiselnehmer. E-Mail-Kontakt habe es auch mit der Beobachtergruppe von Lugansk gegeben. Der Austausch insgesamt sei aber spärlich.

Europäische Sicherheit mit Ukraine und Russland

Als Hauptaufgaben der OSZE skizzierte Burkhalter die Unterstützung der Ukraine bei der friedlichen Lösung ihrer Krise sowie die Festigung der europäischen Sicherheit als gemeinsames Projekt aller Mitgliedsstaaten. Zu diesen gehören auch die Konfliktparteien Ukraine und Russland. Ausdrücklich verurteilte Burkhalter die einseitige Verschiebung von Grenzen in Verletzung des Völkerrechts.

Russland bezeichnete der OSZE-Vorsitzende aber auch als Teil der Lösung der Ukraine-Krise. Moskau unterstütze die Friedensbemühungen der OSZE, sagte er. Am Abend trifft Burkhalter den russischen Präsidenten Wladimir Putin. Auch ein Gespräch mit dem neuen ukrainischen Aussenminister Pawel Klimkin ist geplant.

OSZE bereit für Überwachung der Waffenruhe

Der OSZE-Vorsitzende begrüsste die erst am Montagabend bekannt gewordene Bereitschaft ostukrainischer Separatisten zu einer Waffenruhe bis Freitag, wie sie auch der ukrainische Präsident Petro Poroschenko angeboten hatte. Die OSZE sei bereit, diese Waffenruhe zu überwachen, sagte Burkhalter.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Ukraine: Erste Gespräche der Konfliktparteien geben Hoffnung

    Aus Tagesschau vom 24.6.2014

    Die in der Rebellenhochburg Donezk abgehaltenen Gespräche zwischen Rebellen und Regierung bringen ein erstes Ergebnis: Man einigt sich auf eine Waffenruhe bis Freitag. Dass in der Ukraine ein erster Dialog stattfindet, nährt grosse Hoffnungen – auch jene auf die Freilassung der OSZE-Geiseln.