«Charlie Hebdo» bringt Gläubige in Pakistan und Jordanien in Rage

In Pakistan sorgt die neuste Ausgabe des Satiremagazins «Charlie Hebdo» für rote Köpfe: Vor dem französischen Konsulat in der Hafenstadt Karachi sammelte sich ein wütender Mob. Derweil verhinderte die Polizei in Jordanien einen Protestmarsch gegen Mohammed-Karikaturen.

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Proteste gegen Charlie Hebdo

1:05 min, aus Tagesschau am Mittag vom 17.1.2015

Steine, Schüsse, Wasserwerfer und Tränengas: Bei einer Demonstration gegen das französische Satiremagazin «Charlie Hebdo» ist es in der pakistanischen Hafenstadt Karachi zu Ausschreitungen gekommen. Die Demonstraten bewarfen Polizisten mit Steinen und feuerten Schüsse ab. Zuvor hatten Einsatzkräfte Wasserwerfer und Tränengas eingesetzt.

Mindestens drei Verletzte

Rund 200 Personen waren an den Demonstrationen beteiligt. Sie wollten das französische Konsulat stürmen. Ein Polizeisprecher sagte, Sicherheitskräfte hätten den Mob vom Eingangstor des Konsulats weggedrängt. Paramilitärische Truppen seien zur Verstärkung gerufen worden, um das Konsulat zu schützen. Unklar war, ob sich Personal in der diplomatischen Vertretung aufhielt.

Ein Arzt berichtete, es seien mindestens drei Verletzte ins Spital gebracht worden. Eine Person befinde sich in kritischem Zustand. Nach Polizeiangaben wurde auch ein Fotograf verletzt, der für die französische Nachrichtenagentur AFP arbeitet.

Polizei verhindert Kundgebung in Amman

In der jordanischen Hauptstadt Amman hat die Polizei einen Protestmarsch gegen die Mohammed-Karikatur von «Charlie Hebdo» verhindert. Laut der Zeitung «A-Ghad» kam es zu Rangeleien mit der Polizei, vier Personen wurden festgenommen.

Die Demonstration begann nach dem Freitagsgebet vor einer Moschee im Zentrum Ammans. Sie sollte bis vor die französische Botschaft führen. Am vergangenen Sonntag hatte der jordanische König Abdullah und seine Frau Rania am Gedenkmarsch für die Opfer der Terroranschläge von Paris teilgenommen. Das Büro des Königs nannte die kürzlich erschienene Mohammed-Karikatur von «Charlie Hebdo» aber «verantwortungslos»

Die Redaktion des Satiremagazins, die in der vergangenen Woche Ziel eines islamistischen Anschlages war, hatte am Mittwoch erneut Mohammed-Karikaturen veröffentlicht.

Mindestens 4 Tote in Niger

Bei Protesten gegen die Mohammed-Karikatur der jüngsten «Charlie Hebdo»-Ausgabe sind im westafrikanischen Niger mindestens vier Menschen getötet worden. Mindestens 45 weitere Menschen seien in Zinder, der zweitgrössten Stadt des Landes, verletzt worden, teilte das Innenministerium mit.