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International China fahndet nach zwei Uiguren

Chinas Polizei geht offenbar davon aus, dass der Zwischenfall vom Montag auf dem Tiananmen-Platz in Peking ein Anschlag war – verübt durch Uiguren. Fünf Menschen wurden dabei getötet, 38 weitere verletzt.

Menschen beobachten eine Rauchwolke in der Ferne, etliche von ihnen sind mit dem Handy am telefonieren.
Legende: Kurz nach der Explosion am Montag auf dem Tiananmen. Reuters

Am Montag hatte auf dem Pekinger Tiananmen-Platz ein Geländewagen eine Metallsperre durchbrochen, war durch die Menschenmenge gerast und schliesslich direkt unter dem riesigen Mao-Porträt in Flammen aufgegangen. Zudem habe es eine Explosion gegeben, nachdem das Auto mehrere Personen überfahren hatte, berichteten Augenzeugen.

In der Folge durchkämmte die Polizei gemäss chinesischen Medien in Peking Hotels nach Gästen, die der Minderheit der Uiguren angehören. Laut Agenturberichten war der Geländewagen mit Nummernschildern der Region Xinjiang ausgestattet.

Die Uiguren leben in der westchinesischen Region Xinjiang, die an Zentralasien angrenzt. Ähnlich wie in Tibet kommt es dort immer wieder zu Aufständen, wegen der grossen Zahl von han-chinesischen Einwanderern.

Tiananmen: Das Herz der Nation

Der Pekinger Tiananmen-Platz mit dem Mao-Porträt am Tor des Himmlischen Friedens vor dem Eingang zum einstigen Kaiserpalast gilt für viele Chinesen als Herz der Nation. Er ist deshalb immer wieder Schauplatz von politischen Kundgebungen – aber auch von Gewalttaten.

1989 versammelte sich hier während Wochen die Demokratiebewegung, bevor sie blutig niedergeschlagen wurde. 2001 kam es auf dem Platz zu einem Selbstverbrennungsversuch von Anhängern der verbotenen Sekte Falungong. Und 2007 versuchte ein junger Uigure, mit einer Brandflasche das Mao-Porträt zu zerstören.

Falls sich der Verdacht eines Autobomben-Selbstmord-Attentats erhärten sollte, wäre das freilich ein Novum.

1 Kommentar

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  • Kommentar von Alex Bauert, Bern
    Tibet, westchinesische Region Xinjiang, Europa (5'000'000 ! ), USA, Australien sind Zonen, in die Millionen von Han-ChinesenInnen auswandern. In Uniform wäre das schon längst als Invasion bezeichnet worden. Am liebsten würde China wohl 200 Mio nach Zentralafrika exportieren, so wäre man das Problem der Arbeitslosigkeit kurzfristig los. Immerhin gilt offiziell noch die 1-Kind-Politik, auch wenn das gewissen Feministinnen nicht ins hardcore-Konzept «Frauen bestimmen selber wie viele Kinder» passt.
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