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International China: Weniger Armut dank Wanderarbeitern

Statistisch gesehen ist China Weltmeister bei der Armutsbekämpfung. Dahinter steht die Entwicklung zur «Fabrikhalle der Welt». Millionen von Wanderarbeitern haben aus der extremsten Armut herausgefunden. Doch der relative Wohlstand hat einen sozialen Preis. Das Beispiel eines jungen Paares.

Chinesische Arbeiterinnen am Fliessband in einer Elektronik-Fabrik.
Legende: Fliessbandarbeit in einer chinesischen Elektronik-Fabrik. Millionen von Chinesen verdienen ihren Lebensunterhalt als Wanderarbeiter. Zum Beispiel in der Elektronik-Branche. Keystone

Ein Sonntag im Zentrum der südchinesischen Industriemetropole Shenzhen. Hunderte von jungen Menschen entspannen sich an diesem lauen Abend in einem Vergnügungspark mit Karussells, Luftschaukeln, Schiessbuden und Auto-Scooter-Bahnen. Keiner von ihnen ist hier in Shenzhen geboren. Alle stammen aus den verschiedensten Gegenden Chinas – sie alle sind Wanderarbeiter.

Zum Beispiel der 27-jährige Zhang und die gleichaltrige Deng: Beide arbeiten seit eineinhalb Jahre in einer Fernsehapparate-Fabrik. Die zwei haben sich auch in der Fabrik kennengelernt und sind zum Liebespaar geworden.

Fürs Zusammenleben reicht das Geld nicht

Beide haben zuvor schon in anderen Fabriken in Shenzhen gearbeitet, aber jeweils nicht sehr lange. Doch in der Fernsehfabrik gefällt es ihnen besser als an früheren Stellen.

«Das Arbeitsklima hier ist recht gut», sagt die junge Frau. Ihr Freund bezeichnet es sogar als «ausgezeichnet» und fügt an, die Löhne seien auch «ok». Die Ausgaben für Essen und Kleider abgezogen, können sie monatlich 70 Prozent des Lohns auf die Seite legen.

Das Einzige, was die Zwei übereinstimmend etwas betrübt, ist der Umstand, dass sie in Schlafheimen der Fabrik wohnen müssen, die nach Geschlechtern getrennt sind und nicht zusammenleben können. Eine eigene Wohnung wäre zu teuer.

Der Traum vom eigenen Laden im Heimatdorf

Aber das Paar Zhang-Deng will auch nicht für immer hier in Shenzhen bleiben, es hat Zukunftspläne. «Wir werden noch ein paar Jahre hier arbeiten, dann gehen wir zurück in mein Dorf und machen ein eigenes Geschäft auf», sagt Zhang. Was für ein Laden das sein wird, wissen die beiden noch nicht.

Eines Tages ins Heimatdorf zurückkehren, dort mit dem Ersparten ein eigenes Geschäft eröffnen – diesen Traum hegen Abermillionen von jungen chinesischen Wanderarbeitern. Längst nicht für alle wird er in Erfüllung gehen. Dennoch, in den Fabriken verdienen sie -zigmal besser als wenn sie auf den winzigen Höfen ihrer Eltern geblieben wären.

Zudem werden die Wanderarbeiter in den neuen Industriemetropolen mit einer ganz anderen Welt konfrontiert. Das führt auch zu Gedankenanstössen. Die Industrialisierung und die riesige Migrationsbewegung haben China in den letzten 30 Jahren stärker und schneller verändert als irgendeine Neuerung je zuvor in der jahrtausendealten Geschichte des Landes.

3 Kommentare

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  • Kommentar von M. Meier, Kreuzkirchen
    Was für ein Fortschritt. Ist lakonisch gemeint. Was in China Wanderarbeiter, hier Leiharbeiter etc. Willkommen auf dem "Wirtschafts"Diktatur-Planeten.
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  • Kommentar von Hans Knecht, Torny
    Es wäre noch interessant zu erfahren wie wenig die Wanderarbeiter verdienen. Weniger Armut und dafür mehr Menschen mit einem Hungerlohn ist meines Erachtens keine Lösung. Eigentlich müsste es auf Grund des Wirtschaftswachstums den Chinesen heute viel besser gehen, aber wenn man neden kulturellen Ideologien (Kommunismus) jedes Jahr das Militärbudget massiv erhöht, dann darf man sich nicht wundern.
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  • Kommentar von C. Szabo, Thal
    Das was jetzt in China passiert hat viel mit Fremdarbeitern in Europa zu tun. In ökonomisch schwachen Gebieten suchen junge, fitte Menschen Chancen in fremden Gebieten. Es macht auch Sinn, dass einige Menschen in ihre "Heimat" zurückkehren, um dort vlt. einen Aufschwung einzuleiten. Auch für CN als Land ist es sinnvoll, wenn sich die Bevölkerung auf das ganze Staatsgebiet verteilt. Konzentrationen von Menschen auf wenige produktive Gebiete bergen auch Gefahren für Unruhen.
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