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International Christoph Wanner: Wenn die Russen kommen, ist es aus

Die Ukraine steht möglicherweise an der Schwelle zu einem Bürgerkrieg. Im Osten des Landes wird gekämpft – insbesondere in der Grossstadt Slawjansk. Dort befindet sich derzeit SRF-Korrespondent Christoph Wanner.

Legende: Video SRF-Korrespondent Christoph Wanner (Tagesschau 13 Uhr, 02. Mai) abspielen. Laufzeit 03:10 Minuten.
Aus News-Clip vom 02.05.2014.

Von einem Bürgerkrieg will SRF-Korrespondent Christoph Wanner nicht sprechen, wie er im Interview mit der «Tagesschau» sagt. Dies könnte die Stimmung zusätzlich anheizen. Aber es werde gekämpft, die Fronten seien verhärtet. «Man spürt die Feindschaft zwischen der pro-westlichen Interimsregierung in Kiew und den pro-russischen Milizen im Osten.»

Die Kämpfe finden laut Christoph Wanner aber vor allem am Stadtrand statt. Trotzdem: Das Stadtzentrum ist leergefegt. Die Geschäfte sind geschlossen, es verkehren kaum Autos. Die Menschen haben sich in ihren Wohnungen verschanzt – sie fürchten, dass die blutigen Gefechte ins Zentrum überschwappen.

Schlechte Ausrüstung, schlechte Moral

Was die Interimsregierung in Kiew mit dem Kampfeinsatz gegen die pro-russischen Milizen im Osten bezwecken will, weiss der Korrespondent nicht. «Doch die Situation ist prekär. Es besteht die Gefahr, dass sich die russischen Truppen einschalten.»

Kreml-Chef Wladimir Putin hatte bereits angekündigt, dass er Truppen über die Grenze schicke, sollte die ukrainische Armee die Waffen gegen die pro-russische Bevölkerung im Osten erheben. Die russischen Soldaten sind nicht weit weg – sie sind etwa 150 Kilometer entfernt stationiert. «Diesen Truppen hätten die ukrainischen Soldaten nichts entgegenzusetzen», glaubt Wanner. Zumal die ukrainischen Soldaten auch schlecht ausgerüstet seien und nur widerwillig gegen die eigenen Leute kämpften.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Jean-Pierre Bex, Kyiv / Ukraine
    Auf dem Maidan hatten wir einen von der gesamten Bevoelkerung getragenen Volksaufstand gegen einen korrupten Praesidenten und seine Entourage. In der Ost-Ukraine handelt es sich um eine ferngesteuerte Separationsbewegung, welche bestens ausgeruestet und auesserst aggresiv ist. Die Armee geht heute nicht gegen die Bevoelkerung vor, wie auf dem Maidan, sondern gezielt gegen die Aufwiegler. Was Wanner sagt, ist im Grunde und aus der Naehe betrachtet, korrekt.
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  • Kommentar von Werner Wyssmann, 4552 Derendingen
    Gratulation an SRF für obiges Interview. Wanner ist mir schon lange als ausgeglichener und nicht einseitig vereinnahmter Reporter aufgefallen. Es fällt auch auf, dass SRF nicht mit dem bundesdeutschen gleichgeschalteten MSM-Brei gleichgesetzt werden kann. Dies tut auch insgesamt unserem Land, der Schweiz gut.
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  • Kommentar von M.Kaiser, Rebstein
    Wenn die Gäule kein Fressen mehr bekommen dann hören sie von selbst auf zu rennen. Die sogen, Ukrainische Armee sollte in der derzeitigen Verfassung diese Ostleute einfach nicht beachten und die Wahlen abwarten.
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