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US-Präsident Trump trägt erstmals eine Maske
Aus Tagesschau vom 12.07.2020.
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Coronavirus weltweit Die internationale Lage in der Übersicht

Länder im Vergleich

Mit der unten stehenden Grafik lässt sich die Verbreitung von Covid-19 in bis zu sechs Ländern vergleichen – so gut wie es die Daten eben hergeben. Um die Vergleichbarkeit zu verbessern, zeigen wir sowohl neu gemeldete Infektionszahlen als auch Todesfälle im Durchschnitt über sieben Tage. Die logarithmische Skala ermöglicht einen besseren Vergleich der Trendlinien – falls Sie aber eine lineare Skala bevorzugen, können Sie diese auswählen.

USA

Die Zahl der Neuinfektionen in der Corona-Pandemie steigt in den USA auf einen Rekordwert: Die USA melden den vierten Tag in Folge insgesamt um die 60'000 neue Fälle. Seit Beginn der Pandemie haben die Forscher der Johns-Hopkins-Universität (JHU) in den USA insgesamt mehr als 3.3 Millionen Infektionen mit dem Coronavirus verzeichnet. Mehr als 135'000 Menschen starben demnach infolge einer Covid-19-Erkrankung.

Der US-Bundesstaat Florida meldet mit 15'000 Neuinfektionen einen Rekordanstieg der Fälle innerhalb eines Tages. Wenn Florida ein Land wäre, würde es laut einer Reuters-Analyse den vierten Platz in der Welt für die meisten neuen Fälle an einem Tag hinter den USA, Brasilien und Indien einnehmen. Krankenhausaufenthalte und Neuinfektionen steigen auch in Arizona, Kalifornien und Texas.

Deutschland: In den meisten Bundesländern läuft das Leben wieder ziemlich normal. Maskenpflicht herrscht im ÖV, in Geschäften und Restaurants. Viele Kinder gehen zumindest tageweise zur Schule. Grossveranstaltungen bleiben wegen der Pandemie noch bis mindestens Ende Oktober mit einigen Ausnahmen verboten.

Die Zahl der festgestellten Infektionen stieg um 159 auf 198'963. Nach Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) wird im Zusammenhang mit dem Virus
ein neuer Todesfall gemeldet. Damit steigt die Gesamtzahl der Toten auf 9064.

Italien: Im Streit über den EU-Fonds für den Wiederaufbau in der Corona-Krise werden fieberhaft Kompromisse ausgelotet. Wenige Tage vor dem am Freitag beginnenden EU-Gipfeltreffen dazu empfängt die deutsche Kanzlerin Angela Merkel den italienischen Premier Giuseppe Conte. Dabei dürfte es um den Europäischen Stabilitätsmechanismus gehen. Bis zu 36 Milliarden Euro an günstigen Krediten könnte das von der Corona-Krise gebeutelte und hoch verschuldete Italien bekommen.

Das Land wird den nationalen Ausnahmezustand wahrscheinlich über das Monatsende hinaus verlängern. Dadurch könne die Regierung weiter mit den notwendigen Massnahmen zur Virus-Eindämmung reagieren, sagte Ministerpräsident Giuseppe Conte.

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Bergamos Intensivstation ist Corona-frei
Aus SRF News vom 09.07.2020.
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Österreich: Nach einem spürbaren Anstieg der Corona-Infektionen hat Oberösterreich als erstens Bundesland die umfassende Maskenpflicht wieder eingeführt. Seit Donnerstag muss wieder eine Maske beim Betreten von Läden und in Lokalen auf dem Weg zum Tisch getragen werden.

Bundeskanzler Sebastian Kurz stellte derweil Bedingungen für die Unterstützung des EU-Milliarden-Hilfspakets auf. «Wenn wir schon sehr viel staatliches Geld in die Hand nehmen, dann sollte es zumindest in die richtigen Bereiche fliessen,» sagte Kurz.

Frankreich: Mit 30'000 Toten ist das Land besonders stark von Covid-19 betroffen. Die Regierung hatte von Mitte März bis Mitte Mai eine strenge Ausgangssperre verhängt. Mittlerweile gehen die Zahlen der Neuinfektionen zurück.

In weiten Teilen des Landes haben Campingplätze oder Ferienhäuser für Touristen wieder geöffnet. Auch in Paris sind die Restaurants wieder komplett offen. Schulen sind wieder alle offen. Auch die Kinos haben nach drei Monaten wieder geöffnet.

Derweil herrscht Empörung über ein Konzert inmitten der Corona-Krise: Knapp 5000 Menschen versammelten sich am Samstagabend auf der berühmten Promenade des Anglais in der Hafenstadt Nizza. Medienberichten zufolge wurden die Schutzmassnahmen gegen Corona nicht eingehalten – die Menschen hielten keinen Abstand und trugen keine Masken.

Portugal: Wegen einer Zunahme der Infektionen sind weite Teile des Grossraums Lissabon seit dem 1. Juli wieder im Lockdown. Die Bewohner dürfen nur noch aus dem Haus gehen, um Einkäufe zu tätigen, zur Arbeit zu fahren oder einen Arzt aufzusuchen. Die Zahl der Infektionen stieg laut der Johns-Hopkins-Universität auf über 46'500.

Serbien: Nach einem starken Anstieg der Infektionszahlen hatte die serbische Regierung am Dienstag eine Ausgangssperre fürs Wochenende angekündigt. Nach heftigen Protesten zog Präsident Vucic diese Ankündigung aber bereits am Mittwoch wieder zurück. Doch die Proteste in Belgrad und weiteren Städten ebben nicht ab. Sie richten sich nicht nur gegen die Corona-Politik Vucics, sondern auch gegen seinen autoritären Führungsstil im Allgemeinen. Es ist bereits die fünfte Nacht in Folge, in der die Bevölkerung gegen die Regierung demonstriert.

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Proteste in Serbien halten an
Aus Tagesschau vom 11.07.2020.
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Spanien: In Spanien steigen die Corona-Infektionszahlen wieder an. Betroffen ist vor allem die Region Katalonien. Dort hat die Regionalregierung die Regeln für einen Landkreis mit besonders vielen Fällen weiter verschärft.

Die Balearen und Katalonien führen eine allgemeine Maskenpflicht in der Öffentlichkeit ein. Bei Verstössen wird eine Busse von 100 Euro fällig. Nach dem derzeit für ganz Spanien im Rahmen der «neuen Normalität» gültigen Dekret der Zentralregierung in Madrid gilt eine Maskenpflicht im Freien nur dann, wenn ein Sicherheitsabstand von mindestens eineinhalb Metern nicht eingehalten werden kann. Am Strand sowie in Cafés und Restaurants wird meist keine Maske getragen.

Spanien ist mit rund 28'400 Corona-Toten und etwa 254'000 Infizierten eines der in Europa am schwersten von der Pandemie getroffenen Länder. Landesweit sind die Zahlen jedoch seit Mitte Mai stark gesunken.

Grossbritannien: Nach mehr als drei Monaten Zwangspause öffneten die Pubs in England vor einer Woche wieder. Die Lockerung gilt vorerst nur in England und Nordirland. Ab dieser Woche können Schönheitssalons öffnen und ab dem 25. Juli Fitness-Studios und Hallenbäder.

Wer nach Grossbritannien einreist, muss für vierzehn Tage in Quarantäne – sonst droht eine hohe Busse. Diese Vorschrift wurde am Freitag, 10. Juli, für Bürger aus 59 Ländern, darunter die Schweiz und viele EU-Staaten aufgehoben. Diese neue Regelung wird aber nur für England gelten. Die Zahl der Fälle steigt laut der JHU auf 291'154. 28'403 Todesfälle hat das Land zu beklagen.

Griechenland: Eine Einreise ist aus 29 Staaten – auch der Schweiz – wieder ohne Quarantäne möglich. Tavernen, Bars und Cafés sowie Hotels sind wieder geöffnet. Alle Reisenden nach Griechenland müssen sich mindestens 48 Stunden vor der Ankunft elektronisch anmelden und ein Formular ausfüllen, in dem sie angeben müssen, wo sie vorher waren und wo sie sich in Griechenland aufhalten werden. Einreisende aus Nicht-EU-Ländern müssen einen Coronatest machen. Das Land hat am 1. Juli alle seine Flughäfen auf den Inseln und in den Ferienregionen des Festlandes für Auslandsflüge geöffnet.

Nach mehreren eingeschleppten Corona-Fällen verschärft die griechische Regierung ihre Kontrollen an der Grenze zu Bulgarien. Ab kommenden Dienstag müssen alle Reisenden, die vom bulgarischen Kulata ins griechische Promachonas kommen, einen negativen Coronatest vorzeigen, der höchstens 72 Stunden alt ist.

Schweden: Anders als andere Länder hat Schweden weit weniger strenge Massnahmen gegen das Coronavirus ergriffen und sieht sich nun mit hohen Fallzahlen konfrontiert. Auch hier gelten für die Bürger aber bestimmte Corona-Beschränkungen. Dazu gehört etwa ein Besuchsverbot in Altersheimen oder eine maximale Teilnehmergrenze von 50 Personen für öffentliche Versammlungen. Restaurants, Bars und Cafés blieben aber ebenso durchgehend geöffnet wie Schulen und Kindergärten. Die Zahl der Fälle liegt bei 74'898.

Wie 28 weitere Länder steht Schweden auf der vom Bundesrat publizierten Liste von Risikoländern mit «hohem Infektionsrisiko». Wer aus diesen Ländern in die Schweiz einreist, ist zu einer zehntägigen Quarantäne verpflichtet.

Russland: In Russland sind nach Behördenangaben vom Sonntag 6615 Neuinfektionen registriert worden. Damit steigt die Zahl der gemeldeten Ansteckungsfälle binnen 24 Stunden auf 727'162. Zudem wurden 130 weitere Todesfälle registriert. Damit starben bislang 11'335 Menschen in Zusammenhang mit dem Coronavirus. Russland weist nach den USA, Brasilien und Indien in absoluten Zahlen die meisten Infektionen weltweit auf, verzeichnet aber im Verhältnis deutlich weniger Todesfälle.

Mehr als 501'000 Menschen sind laut Agenturangaben wieder genesen. Dagegen sei die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus um 130 auf 11'335 gestiegen. Am Tag zuvor waren es 188 weitere Todesfälle und 6611 Neuinfektionen.

Trotz konstant hoher Infektionsmeldungen hat in Russland anfangs Juni eine grössere Lockerungswelle begonnen. Museen, Ausstellungen, Terrassen von Cafés, Coiffeure und Schönheitssalons sind in Moskau wieder offen. Zehntausende von Ferienreisenden aus Russland und der Ukraine sind mittlerweile an den Stränden des Schwarzen Meeres angekommen.

Naher Osten

Ägypten: Im mit rund 98.4 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichsten Land in Nordafrika haben sich bislang über 80'000 Menschen infiziert. Über 3700 Menschen sind dem Virus erlegen. Der Tourismus für ausländische Gäste ist vorerst auf Ferienorte in drei an der Küste liegenden Provinzen begrenzt.

Restaurants und Cafés dürfen derzeit bei 25 Prozent Belegung bis 22 Uhr abends Gäste empfangen. Private Strände, etwa von Hotels, sind unter Auflagen geöffnet, öffentliche Strände und Parks bleiben trotz Temperaturen bis 40 Grad Celsius aber noch geschlossen. Unter anderem gilt in Geschäften, Supermärkten und im öffentlichen Nahverkehr eine Maskenpflicht. In der Nacht gilt eine Ausgangssperre.

Saudi-Arabien: Mit fast 230'000 gemeldeten Infektionen und knapp 2200 Toten ist Saudi-Arabien im Vergleich zu anderen Ländern im arabischen Raum besonders stark vom Coronavirus betroffen. Die Regierung hatte die Ausgangsbeschränkungen zuletzt trotzdem gelockert.

Muslimische Pilger müssen bei der diesjährigen Wallfahrt Hadsch Ende Juli zur Eindämmung des Coronavirus einen Mundschutz tragen. Zusätzlich zur Maskenpflicht sollen Ordner ein zu grosses Gedränge verhindern und dafür sorgen, dass die Gläubigen einen Mindestabstand von anderthalb Metern einhalten.

Israel: Die Zahl der täglichen Neuinfektionen lag in den vergangenen Tagen immer über 1000. Die Fallzahlen sind somit im Moment deutlich höher als im März oder April. Insgesamt wurden in Israel bislang mehr als 38'670 Infizierte registriert.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu steht für sein Krisenmanagement zunehmend in der Kritik. Vorgehalten werden ihm unter anderem vorschnelle Lockerungen und eine mangelnde Vorbereitung auf eine zweite Corona-Infektionswelle. In der Nacht auf Freitag verhängte die Regierung Ausgangsbeschränkungen für Teile von fünf Städten, darunter auch Jerusalem. Zur Milderung der wirtschaftlichen Einschränkungen hatte die Regierung ein Milliarden-Hilfspaket vorgestellt.

Derweil bekommt das Land einen neuerlichen Ausbruch des Coronavirus nicht in den Griff. Seit Ende Mai steigt die Zahl der täglich registrierten Ansteckungen aber wieder deutlich.

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Corona-Virus in Israel
Aus Tagesschau vom 07.07.2020.
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Türkei: Angesichts steigender Corona-Fallzahlen hat die Türkei die Maskenpflicht ausgeweitet. In den Metropolen Istanbul, Ankara und in Bursa müssen die Einwohner nun auch im Freien Masken tragen. Seit April gilt bereits die Maskenpflicht an belebten Orten.

Die Türkei hatte die Pandemie im Land zunächst mit strikten Massnahmen eingedämmt. Am 1. Juni hatte Ankara dann zahlreiche Restriktionen gelockert. Cafés und Restaurants sowie Hallenbäder, Sportstudios oder Kindergärten haben wieder offen. Auch Strände, Parks und Museen sind wieder zugänglich.

Lateinamerika

Lateinamerika hat sich zu einem Hotspot der Pandemie entwickelt: Grosse Armut, dichte Siedlungen und mangelnde Gesundheitsversorgung haben zu
einer Vervielfachung der Fälle geführt. Am stärksten betroffen sind Brasilien, Peru, Chile und Mexiko.

Brasilien: Brasilien ist mit ingesamt mehr als 1.8 Millionen Infizierten hinter den USA das am zweitstärksten betroffene Land weltweit. Die tatsächlichen Zahlen in Brasilien dürften weit höher liegen, auch weil das Land wenig testet. Wissenschaftlichen Studien und Schätzungen gehen von siebenmal mehr Infizierten und doppelt so vielen Toten aus. Besonders betroffen sind auch die Armenviertel, die Favelas von Rio de Janeiro und São Paulo. Dennoch werden in Brasilien vielerorts Massnahmen gelockert, Geschäfte sind wieder geöffnet.

Die Strände von Rio de Janeiro bleiben für Schwimmer und Sonnenbadende geschlossen, bis ein Impfstoff gegen das Coronavirus zur Verfügung steht. Am Strand würden keine Masken getragen, damit komme es zu mehr Infektionen, begründet Bürgermeister Marcelo Crivella die Entscheidung. Die auch bei Touristen beliebten Strände sind gegenwärtig nur für Sport und Wassersport geöffnet. Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hat sich überdies mit dem Coronavirus infiziert.

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Brasiliens Präsident Bolsonaro positiv getestet
Aus Tagesschau vom 07.07.2020.
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Peru: Im Andenstaat galten seit Beginn der Krise strenge Ausgangsbeschränkungen, trotzdem verzeichnet Peru nach Brasilien die meisten Infektionen in Südamerika. Seit Anfang Juli hat die Regierung aber erste Massnahmen gelockert, unter anderem für den wichtigen Bergbausektor. Auch Geschäfte haben mit Einschränkungen wieder geöffnet. Ab Mitte Juli soll der Flugverkehr im Inland wieder aufgenommen werden.

In Peru können sich viele Menschen als Schuhputzer, Müllsammler, fliegende Händler und Tagelöhner nicht leisten, zu Hause zu bleiben.

Chile: Obwohl die Hauptstadt Santiago de Chile seit mehr als einem Monat unter einem Lockdown steht, ist die Zahl der Infektionen in die Höhe geschnellt. Gemessen an der Anzahl Todesfälle pro Million Einwohner ist das Land noch vor Peru und Brasilien in Südamerika am stärksten betroffen.

In Santiago gibt es immer wieder zum Teil heftige Proteste, weil die Menschen seit Wochen nicht mehr zur Arbeit können und kaum eine soziale Absicherung besteht. Nun unterstützt die Regierung Hilfsbedürftige mit umgerechnet rund 118 Franken im Monat. Bis auf Weiteres dürfen auch keine Touristen ins Land reisen.

Gestapelte Särge.
Legende: In der Hauptstadt stapeln sich die Särge von Menschen, die an den Coronavirus-Folgen gestorben sind. Keystone

Bolivien: Boliviens Präsidentin Jeanine Anez gibt viaTwitter ihre Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus bekannt. Ein entsprechender Test sei positiv ausgefallen, erklärt sie und betont, dass es ihr «gut» gehe. In Bolivien gibt es über 45'000 bestätigte Corona-Fälle und mehr als 1700 Tote.

Mexiko: Das Land hat inzwischen die viertmeisten registrierten Todesfälle im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19. Die Zahl stieg nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Sonntag auf 35'006. Damit überholte das nordamerikanische Land Italien. Die offizielle Zahl der bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus liegt in Mexiko inzwischen bei 299 750 – die siebtmeisten weltweit nach Statistiken der Johns-Hopkins-Universität in den USA.

Asien

China: Nach dem Corona-Ausbruch in Peking hat die Hauptstadt seine Testkapazitäten deutlich erhöht. Peking mit seinen 20 Millionen Einwohnern könne nun täglich fast eine Million Corona-Tests vornehmen, teilte die Gesundheitskommission mit. Mittlerweile meldet China denn auch wieder lediglich einstellige Neuinfektionen pro Tag.

Der Ausbruch Mitte Juni auf dem Grosshandelsmarkt Xinfadi in Peking hatte Angst vor einer zweiten Coronawelle in China geschürt – nachdem wochenlang kaum Neuinfektionen aufgetreten waren. Seitdem wurden die Eindämmungsmassnahmen in und um 32 Pekinger Stadtviertel wieder verschärft.

Hongkong: Als Reaktion auf einen neuen Coronavirus-Ausbruch sind Schulen und Kindergärten in Hongkong wieder geschlossen worden. Die Sommerferien beginnen damit am Montag eine Woche früher als geplant. Die Behörden der chinesischen Sonderverwaltungsregion kündigten die Massnahme am Freitag an, nachdem am Donnerstag 34 lokale Erkrankungen gemeldet wurden – so viele wie noch nie an einem Tag. Weitere 32 lokale Infektionen kamen am Freitag hinzu. Auch Abstands- und Hygieneregeln etwa in Bars, Restaurants und Fitnessstudios wurden wieder verschärft.

Mann an einem Fischstand.
Legende: Nach diesem neuen Ausbruch kontrollieren die chinesischen Behörden derzeit verstärkt die Märkte im Land. Auch als ursprünglicher Ausgangspunkt der Corona-Pandemie wird ein chinesischer Markt vermutet. Als Konsequenz daraus will China den Verkauf von lebendem Geflügel und das Schlachten der Tiere auf Märkten schrittweise verbieten. Keystone

Südkorea: Die Gesundheitsbehörden in Südkorea sehen das Land mittlerweile einer zweiten Welle der Coronavirus-Ausbreitung ausgesetzt. Laut WHO sind das neue Herde, die in Verbindung mit Clubs und Vergnügungsparks stehen.

Es sollen wieder strengere Einschränkungen eingeführt werden, sollten die täglichen Neuinfektionen in den nächsten Tagen nicht zurückgehen.

Singapur: Nach anfänglichen Erfolgen bei der Virusbekämpfung hat der dicht besiedelte Stadtstaat derzeit am meisten registrierte Infizierte in ganz Südostasien, trotz rigorosen Massnahmen. Grund sind die prekären und engen Wohnverhältnisse von Gastarbeitern.

Indien: Die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen in Indien hat einen Höchststand erreicht. Binnen 24 Stunden seien 28'637 neue Ansteckungen gezählt worden, hiess es am Sonntag in einer Mitteilung des Gesundheitsministeriums. Insgesamt wurden von der Johns-Hopkins-University 849'553 Fälle registriert.

In der Hauptstadt Neu-Delhi werden die Spitalbetten knapp. So lässt die Millionenmetropole Züge, Hochzeitshallen, Hotels und Stadien in temporäre Coronakliniken umwandeln. In den sozialen Netzwerken kursieren viele Videos von verzweifelten Leuten, die versuchen, ihre Angehörigen mit Covid-Symptomen in ein Spital zu bringen – und immer wieder abgewiesen werden.

Immerhin gibt es etwas Hoffnung: Eine Generikaversion des Medikaments Remdesivir wurde für umgerechnet 60 Franken pro 100-mg-Fläschchen von der indischen Arzneimittelbehörde zugelassen. Das ist viel billiger als in anderen Ländern.

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Neue Welle in Indien
Aus Tagesschau vom 04.07.2020.
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Iran: Das Land wird derzeit von der zweiten Corona-Infektionswelle erfasst. Präsident Hassan Ruhani fordert ein Verbot von Hochzeiten, Trauerfeiern und anderen grossen Versammlungen. Jetzt sei auch nicht die Zeit für Festivals und Hochschulseminare, sagt er in einer im Fernsehen übertragenen Ansprache. Aufnahmeprüfungen an den Universitäten müssten womöglich ausgesetzt werden. Im Iran beläuft sich die Zahl der nachgewiesenen Infektionen auf rund 257'300. Laut Gesundheitsministerium wurden bisher 12'829 Todesopfer registriert.

Indonesien: Die beliebte Urlaubsinsel Bali in Indonesien wird nach dem Corona-Lockdown voraussichtlich im September wieder ausländische Touristen empfangen. Die Regierung hat derweil neue Regeln festgelegt, welche schrittweise implementiert werden sollen. Sie werden als die «neue Normalität» bezeichnet. Die Gesamtzahl der Infizierten in dem südostasiatischen Inselstaat liegt bei über 75'000, es gibt über 3600 Todesopfer.

Mann desinfiziert den Nana Dasana Temple in Jakarta.
Legende: Die im Zuge der Pandemie geschlossenen Tempel, Märkte und andere Sehenswürdigkeiten sollen in einer ersten Lockerungsphase sogar bereits heute wieder öffnen, teilte die örtliche Regierung am Montag mit. Keystone

Afrika

Auf dem gesamten Kontinent sind laut Angaben der Afrikanischen Union inzwischen mehr als eine halbe Million Corona-Fälle verzeichnet worden. Zudem seien fast 13'000 Menschen gestorben. In 22 Staaten haben sich laut Angaben der Weltgesundheitsorganisation die Fälle im vergangenen Monat mehr als verdoppelt. Dennoch nimmt die Pandemie einen anderen Verlauf als anderswo auf der Welt. Ersten Analysen zufolge könnte die relativ niedrige Todesrate mit der demografischen Struktur des Kontinents zu tun haben, da mehr als 60 Prozent aller Afrikaner jünger als 25 Jahre sind.

Es wird aber auch wenig getestet, weil es für afrikanische Länder schwierig ist, auf dem globalen Markt Testkits zu kaufen und die Kapazitäten der Labore auszubauen.

Auf dem Kontinent hat Südafrika bisher mit mehr als 276'200 die höchste Zahl bekannter Coronavirus-Fälle. Mehr als 4070 Menschen sind im rund 57.8 Millionen Einwohner zählenden Land gestorben.

Australien

Australien: Die Millionenmetropole Melbourne ging wegen eines starken Anstiegs der Corona-Infektionen erneut in einen sechswöchigen Lockdown. Die zweitgrösste Stadt des Landes hatte erst ab Anfang Juni langsam die Wirtschaft wieder geöffnet. Nun traten Mittwoch letzter Woche wieder strikte Ausgangssperren in Kraft.

Neuseeland: Damit die Quarantäne- und Isolationszentren des Landes in der Corona-Pandemie nicht an ihre Kapazitätsgrenzen geraten, hat die Regierung vorübergehend die Buchung internationaler Flüge eingeschränkt. Auch die nationale Fluglinie Air New Zealand hat einem kurzfristigen Buchungsstopp zugestimmt. Damit solle sichergestellt werden, dass für alle Heimkehrer genügend Plätze für eine geordnete Isolation oder Quarantäne zur Verfügung stünden, sagte sie zur Begründung.

Offiziellen Angaben zufolge befinden sich in Neuseeland derzeit knapp 6000 Menschen in 28 Isolationszentren. Seit dem 26. März hätten bereits mehr als 26'400 Menschen eine Isolation oder Quarantäne durchlaufen. Neuseeland hatte am 8. Juni die erste Coronavirus-Welle für überstanden erklärt. Auf den beiden Inseln gab es bisher 1544 bestätigte und mögliche Infektionsfälle. 22 Menschen starben in Zusammenhang mit Covid-19.

SRF 4 News, 11.07.2020, 16 Uhr;

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