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International Das ist die neue Strategie von Obama

US-Präsident Obama macht ernst im Kampf gegen die IS-Terrormilizen: Zusätzliche Truppen in den Irak, Ausbildung moderater Rebellen und Luftschläge auf Syrien. Die Assad-Regierung in Damaskus liess nicht lange auf sich warten und warnte Obama vor einem Eingreifen in Syrien.

Legende: Video Obama kündigt Kampf gegen IS-Terror an abspielen. Laufzeit 01:39 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 11.09.2014.

Er werde nicht zögern, sowohl in Irak als auch jetzt in Syrien gegen die Dschihadisten vorzugehen, sagte Barack Obama in seiner Rede an die Nation. Zugleich macht er deutlich, wie stark die Regierung in Washington die Extremistengruppe mittlerweile auch als Bedrohung für die eigene Sicherheit ansieht.

Kehrtwende: Angriffe auch auf Syrien

Wer die USA bedrohe, dürfe keinen sicheren Zufluchtsort haben. «Dieser Anti-Terror-Feldzug wird mit einem dauerhaften, unnachgiebigen Einsatz geführt werden, um die Terrormiliz IS zu zerstören – wo auch immer sie sich aufhält – unter Verwendung unserer Luftwaffe und mit Unterstützung der Bodentruppen befreundeter Staaten», kündigte Obama an.

Die Ankündigung von Luftangriffen auf die Islamisten auch auf syrischem Boden bedeutet eine Kehrtwende in der US-Politik. Wann die ersten Angriffe geflogen werden, sagte Obama nicht. «Wir werden unsere Faustschläge nicht telegrafieren», erklärte ein Regierungsvertreter kurz vor der Rede.

Eine Zustimmung des Kongresses benötigt Obama, der als Präsident zugleich Oberbefehlshaber der US-Streitkräfte ist, nach Einschätzung der US-Regierung für die Militärschläge nicht.

Ausbildung für syrische Rebellen

Ausserdem sollen die moderaten syrischen Rebellen vom US-Militär ausgebildet und ausgerüstet werden. Obama rief den Kongress dazu auf, diese Massnahme zu genehmigen. Dafür müsste ein entsprechendes Gesetz erweitert werden, das die Befugnisse der US-Streitkräfte regelt. Unklar ist, ob die US-Soldaten das Training direkt in Syrien oder in anderen Ländern durchführen sollen. Der «New York Times» zufolge hat Saudi-Arabien angedeutet, Standorte für die Ausbildung zur Verfügung zu stellen.

Gleichzeitig kündigte Obama die Entsendung von 475 weiteren Soldaten in den Irak an. Sie sollen dort irakische und kurdische Kräfte ausbilden, ausrüsten und beraten. Damit steigt die Zahl der in den Irak beorderten Soldaten auf etwa 1500.

Pentagon-Bilanz der Lufteinsätze

Seit dem Beginn ihrer Luftangriffe im Irak am 8. August haben die USA dort mindestens 154 Stellungen der IS-Terrormiliz bombardiert.

Nach Angaben des Pentagon wurden dabei insgesamt 212 Ziele der Dschihadisten beschädigt oder zerstört. Im Rahmen des humanitären Einsatzes warfen die USA im Sindschar-Gebirge Behälter mit mehr als 132'000 Liter Wasser sowie 115'000 Pakete Fertigessen ab.

Beim Hilfseinsatz für die Turkmenen in der rund 150 Kilometer nördlich von Bagdad gelegenen Kleinstadt Amerli warfen die USA ausserdem knapp 40'000 Liter Wasser und 7000 Essenspakete ab.

Assad warnt USA

Die syrische Regierung von Präsident Baschar al-Assad hat die USA vor eigenmächtigen Luftangriffen in Syrien gewarnt. Jede Militäraktion auf syrischem Boden ohne Zustimmung der Regierung werde als ein Akt der Aggression angesehen, teilte das Aussenministerium in Damaskus mit.

Obamas Strategie

  • 1. Phase: Luftangriffe auf die Extremisten im Irak (bisher über 150 Einsätze)
  • 2. Phase: Ausbildung des irakischen Militärs und kurdischer Kämpfer sowie deren Unterstützung mit Waffen
  • 3. Phase: Bekämpfung der IS auch innerhalb Syriens

Die USA werden keine Bodentruppen entsenden – beanspruchen aber die Führung der internationalen Militäraktion.

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53 Kommentare

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  • Kommentar von Irtimid W., Toulon, Frankreich
    "Terrormiliz zerstören, wo auch immer sie sich aufhält" B. Obama 2014 "Terroristen werden wir auch auf dem Scheißhaus kaltmachen" W. Putin 1999 Zwei glühendste Verfechter des Friedens.
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    1. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      Aber Menschen, welche Obama bisher abschätzend als Bäcker & Lehrer bezeichnete, will er nun an den von Amerika gelieferten Waffen gegen den Terror ausbilden. Für ihn wohl wie es ausschaut nur weiteres Kanonenfutter.
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  • Kommentar von H. Bernoulli, Zürich
    Eine Nation, welche selbst Terror und Krieg säht, wird schwerlich Frieden bringen können. Gegen den islamischen Terror ist nur ein Kraut gewachsen: den Menschen eine wirtschaftliche Entwicklung ermöglichen. Eine Weltmacht, welche mit 4% Erdenbewohner über 25% der Ressourcen beansprucht und mind. 3%/Jahr exponentiell wachsen können muss, kann diese Perspektiven nicht liefern - ganz im Gegenteil! Stattdessen gibts von den USA Bomben - Folgen siehe Afghanistan und Irak.
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    1. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      Einer Nation, die eigene Bürger diskriminiert, immer noch die Todesstrafe befürwortet, betreffend Menschenrechtsverletzungen in den vorderen Rängen angesiedelt ist, überall auf der Welt Unruhe stiftet, ein Land gegen das andere ausspielt, dito religiöse Gruppierungen, erpresst, der ganzen Welt droht "wer nicht mit Amerika ist, ist gegen Amerika", sollte man nicht vertrauen.
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    2. Antwort von Bendicht Häberli, Burgdorf
      Leider wiederspiegeln Ihr Zeilen den Charakter des Menschen,und wir gehören dazu.Sozialismus oder Kapitalismus sind die Ideologien.Beide sind nicht gut.Sozialismus:Nur wenige wollen für die Allgemeinheit etwas tun,wenn man nicht selbst profitiert(Bsp: Ex-UDSSR). Kapitalismus: Macht gierig! Ergo:Es ist der Mensch selber, der Spannungen aufbaut. Grundübel: Wir sind BERECHNEND und UNTOLERANT, die grosse Mehrheit von uns, nicht nur die AMIS. Und was ist schlimmer:Physische oder psychische Gewalt??
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    3. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      @B. Häberli: Vor allem ist der heutige Mensch sehr selbstverliebt. Und was ist schlimmer: Physische oder psychische Gewalt, fragen Sie. Beide sind schlimm & richten Schaden an den Betroffenen an. Wobei viele physische Verletzungen wieder heilen können, dies bei psychischer viel komplizierter ist. Persönlich finde ich psychische Gewalt sehr viel fieser. Ist schwerer nach zuweisen, dass sie statt findet.
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    4. Antwort von H. Bernoulli, Zürich
      @ H. Bendicht: Die Menschen glauben lassen, es gebe nur Sozialismus oder Kapitalismus als Alternativen, ist Teil des Planes, den Kapitalismus vor Reformen zu schützen, welche ihm wirklich gefährlich werden könnten. Diese sind: Freiwirtschaft (Vollgeldsystem, Boden gehört der Allgemeinheit), Bedarfswirtschaft, soziale Dreigliederung u.a.
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  • Kommentar von Hans Weiler, St. Gallen
    Man muss begreifen, dass für diese Leute Krieg Frieden bedeutet und Frieden Krieg. Als weltweit dominierender Kriegsausrüster bewaffnen die Amis Freund und Feind, installieren sich in deren Rücken und erhalten so leichten Zugang zu den Ressourcen. Dies wiederum hält sie am längeren Hebel und soll wohl verhindern, dass die darniedergehende Weltmacht den Löffel an einen Nachfolger abgeben muss.
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