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International «Das Tauziehen wird wohl nächste Woche weitergehen»

Die Verhandlungen in der Euro-Gruppe sind schwierig, der Sondergipfel aller 28 EU-Staaten wurde abgesagt. Was bedeutet das? Erste Einschätzungen von SRF-Korrespondent Sebastian Ramspeck in Brüssel.

Legende: Video Einschätzungen von Sebastian Ramspeck in Brüssel abspielen. Laufzeit 1:41 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 12.07.2015.

SRF: Warum wurde der Gipfel abgesagt?

Sebastian Ramspeck: Offenbar ganz einfach, weil sich die Euro-Finanzminister so uneinig sind wie nie zuvor. Griechenland will ein neues Milliardenprogramm und hat neue Spar- und Reformmassnahmen vorgeschlagen.

Doch viele Euro-Staaten sagen: Diese Vorschläge genügen ihnen nicht. Und mehr noch: Sie haben das Vertrauen in die Regierung von Alexis Tsipras völlig verloren.

Nicht nur Deutschland fährt diesen harten Kurs, auch andere Euro-Staaten tun das – Finnland etwa oder die Slowakei.

Den Grexit nehmen diese Länder ganz offensichtlich in Kauf. Auf der anderen Seite versucht vor allem Frankreich, einen Entscheid auf Biegen und Brechen herbeizuführen – einen Entscheid zugunsten eines neuen Hilfsprogrammes für Griechenland.

Was heisst das?

Dass das Tauziehen wohl nächste Woche weitergeht. Der slowakische Finanzminister Peter Kazimir etwa hat eine für heute kategorisch ausgeschlossen. Unter diesen Umständen ergibt es auch wenig Sinn, einen Gipfel aller 28 EU-Staaten einzuberufen – also auch mit jenen Staaten, die nicht in der Eurozone sind.

Denn ein solches Treffen hätte vor allem dazu gedient, einen für die ganze EU folgenschweren Schlussstrich zu ziehen – also entweder die Einigung auf ein neues Griechenland-Programm oder den Entscheid, die Gespräche endgültig scheitern zu lassen.

Sebastian Ramspeck

Sebastian Ramspeck

Sebastian Ramspeck ist SRF-Korrespondent in Brüssel. Zuvor arbeitete er als Wirtschaftsreporter für das Nachrichtenmagazin «10vor10». Ramspeck studierte Internationale Beziehungen am Graduate Institute in Genf.

19 Kommentare

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  • Kommentar von Björn Christen, Bern
    Ha ha, und schon wird die allerletzte Deadline verschoben. Theater des Absurdesten. Es wird alles getan, um Griechenland eine Genesung unter der Drachme zu verunmöglichen, weil man in Brüssel unbedingt verhindern will, dass der destruktive Euro enttarnt wird.
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    1. Antwort von Carl Helbeisen, Bronschhofen
      Eine Genesung mit der Drachme? Mitnichten, Reformen braucht das Land, und zwar in dem Mass dass kein Stein auf dem andern bleibt.
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    2. Antwort von A.Käser, Zürich
      B.C./Es wird alles getan,um an das Tafelsilber GR's zu kommen.Zudem den strategisch wichtigen Militärstützpunkt,politisch zu sichern.DAS IST ES.Sonst nichts.Menschen sind bestenfalls Kollateralschäden.Eigentlich müssten's sie's wissen.Aber sie sind sich an die janusköpfigen Doppelzüngigkeit des religiösen Gesäusels,gewohnt und haben damit verbunden,einen "Realitätsverlust"eingefahren."Der da oben wird's schon richten.Wenn nicht,dann ist er halt ein ganz Böser.Egal,man lebt ja nur einmal.Usw."
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  • Kommentar von Paul Waldy, F 68220 Hégenheim
    Ich finde es ist allerhöchste Zeit diesem Theater ein Ende zu setzen. Griechenland soll, wenn auch nur auf Zeit, aus dem Euro rauss. Hollande sollte aufhören sich so wichtig zu nehmen und für sein eigenes Land sorgen, auch hier ist die Finanzlage katastrophal.
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  • Kommentar von Rolf Künzi, Winterthur
    Ich befürchte, dass die Flüchtlingsquote auch so behandelt wird. Die Schweiz sollte sich dazu schon einmal ein paar Gedanken machen, humanitäre Tradition hin oder her. Zudem, einer der vielen Versäumnisse der EU ist: eine Einstimmige Annahme als Grundlage zu nehmen. Selbst die hochentwickelste Demokratie bringt das nicht hin.
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    1. Antwort von Margot Helmers, Bülach
      In GR ist es in den letzten Tagen zu Aufständen wegen Hunger von Asylbewerbern gekommen. Und die Türkei hat angekündigt das eine neue Flüchtlingswelle folgt. Die EU Länder können keinen Kompromiss finden. Brüssel ist Teil des Problems, denn die vertreten die Interessen der Konzerne. Auch solche die Afrika ausrauben, die Umwelt zerstören, Sklavenarbeit, Steuern hinterziehen, usw.. Und der Export von Waffen, stark subventionierte Lebensmittel, Gift- und Elektromüll, usw.. Das muss sich ändern!!
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