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International Das Vertrauen in die Demokratie schwindet

Vor allem im Süden Europas zweifeln immer mehr Bürger am demokratischen System. Die Schweiz zeigt indessen viel Vertrauen in die Demokratie: In einem Vertrauensindex für 20 europäische Länder liegt sie auf Rang 5.

Plakat auf dem steht «Ok, ich stimme!».
Legende: Nicht überall haben die Menschen die Möglichkeit, über die Politik selbst zu entscheiden. Keystone

Der Glaube der Bürger an das demokratische System schwindet einer Untersuchung zufolge im Süden Europas seit der Jahrtausendwende immer mehr.

Dies gelte für die Euro-Krisenländer Griechenland, Italien und Portugal ebenso wie für Spanien, berichtet die «Welt am Sonntag» unter Berufung auf eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln. Aber auch in Frankreich und Grossbritannien glauben die Menschen immer weniger an das demokratische System und die liberale Wirtschaftsordnung.

Frankreich nur auf Rang 11

Die IW-Forscher haben für 20 europäische Länder einen Vertrauensindex erstellt. Auf Platz eins liegt Dänemark vor Schweden und Finnland. «Diese Länder zeichnet die richtige Mischung aus Vertrauen und Kontrolle aus», sagt Studienautor Dominik Enste.

Die Niederlande und die Schweiz folgen auf den Plätzen vier und fünf. Das Vereinigte Königreich liegt mit Platz sechs zwar vor Deutschland, doch auch dort wird immer mehr Staatsverdrossenheit registriert. Ebenso wie in der EU-Führungsnation Frankreich, die nur auf Platz elf kommt.

Die Studie basiert auf diversen internationalen Umfragen zum Thema Vertrauen und auf statistischen Daten internationaler Organisationen mit zumeist jährlichen Erhebungen im Zeitraum zwischen 2000 und 2014.

50 Kommentare

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  • Kommentar von Tom Duran, Basel
    Auch in unsere (Schein) Demokratie gibt es Dinge, die genau beobachtet werden sollten. So wurden in den letzten Jahrzehnten kaum eine Initiative richtig umgesetzt. Alpenschutz? Wo denn? Mit kilometerlangen Staus am Gotthard und unbezahlbaren Bahnpreisen? Abzockerinitiative? Na klar doch, die Reichen werden noch reicher! Boni werden zu Spesen, usw. Leider haben die Schweizer kein Talent die Dinge auch nach einem Jahr kritisch zu betrachten. So leicht lässt sich kein anderes Land diktieren!
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    1. Antwort von James Klausner, Interlaken
      Warum bezeichnen Sie die Schweiz als Scheindemokratie? Es seht ihnen unbenommen, sich für die von Ihnen genannten Themen zu engagieren, Verbündete zu suchen, am politischen Leben teilzunehmen, mitzugestalten. Gründen Sie einen Verein oder eine Partei, oder treten Sie irgendwo bei, Gemeinderatsmandate stehen zu duzenden unbesetzt. Schlagworte führen wie 'Scheindemokratie' kann jeder und ist billig.
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  • Kommentar von m.mitulla, wil
    Die Verschuldung regiert die Menschen - die Köpfe der Finanz- und Versicherungsindustrie lenken die Verschuldung und damit die Entscheidungen.
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  • Kommentar von Marcel Chauvet, Neustadt
    Finden Sie es nicht besonders tragisch, wenn Sie Ihre "direkte Demokratie" unablässig wie eine Monstranz vor sich her tragen, sie aber dann im Ausland doch nur als Schweizer Sauerbier nicht angenommen wird. Sie sollten vielleicht besser für Ihren Schweizer Käse mehr Werbung machen, ob das was nutzt, weiß ich nicht, er ist nämlich sehr teuer geworden.
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    1. Antwort von Björn Christen, Bern
      Sauerbier?! - Sie verzapfen hier wieder mal ziemlichen Mist, @Chauvet. Die meisten Deutschen würden Direkte Demokratie nach Schweizer Vorbild mit Handkuss nehmen (ich kann Ihnen nicht sagen wieviele Deutsche und andere Europäer mir schon gesagt haben, "lass euch eure Direkte Demokratie bloss nicht kaputtmachen!"). Allerdings werden sie diese von ihren fanatisierten EU-hörigen Eliten, die lieber noch mehr Entscheide an Brüssel abgeben wollen anstatt sie dem Volk zu überlassen, niemals bekommen.
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    2. Antwort von Marcel Chauvet, Neustadt
      @Christen: Das ist eine Glaubensfrage,den Glauben soll man niemanden nehmen. Ich jedenfalls bevorzuge, trotz aller Pferdefüße wegen historischer Erfahrungen in Deutschland die repräsentative Demokratie, wo wir im übrigen auch plebiszitäre Elemente haben. Stammtischparolen möchte ich nicht in Gesetze gegossen haben, da wäre bei uns schon viel Unheil angerichtet worden. Der CH gönne ich diese Veranstaltungen, da Sie in Ihrem Kleinstaat international gesehen wenig Porzellan zerschlagen können.
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    3. Antwort von Marcel Chauvet, Neustadt
      @Björn Christen: Es stimmt, hätte man mit Stammtischparolen Volksverdummung betrieben, hätten wir die letzten 60 Jahre keinen europäischen Einigungsprozess gehabt, sondern Nationalstaaten, Erbfeindschaften, Zollschranken, eben Zustände wie im 19. bis Mitte des 20. Jahrhunderts. Ein solches Gesoxe will rückschauender Betrachtungsweise, trotz aller Probleme kein vernunftbegabtes Wesen mehr zurück. In der Schweiz dagegen schon, da täte sich ein Kleinstaat leichter.
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