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International Das Ziel der Dschihadisten heisst Bagdad

Die islamistischen Kämpfer im Irak sind weiter auf dem Vormarsch. Dabei macht die Terrorgruppe auch nicht vor dem türkischen Konsulat in Mossul halt. Der Konsul und weitere Mitarbeiter sind offenbar in der Gewalt der Islamisten.

Legende: Video Flucht vor dem Terror abspielen. Laufzeit 4:29 Minuten.
Aus 10vor10 vom 11.06.2014.

Die Terrorgruppe Islamischer Staat im Irak und in Syrien (Isis) hat im Norden des Irak Dutzende Geiseln genommen. Die Dschihadisten stürmten das türkische Konsulat in Mossul und brachten dabei fast 50 Menschen in ihre Gewalt.

Unter den Festgehaltenen sollen Kinder und Konsulatsmitarbeiter sein, berichten türkische Medien. Der türkische Aussenminister Ahmed Davutoglu warnte die Extremisten davor, ihren Geiseln etwas anzutun. Niemand solle die Stärke der Türkei auf die Probe stellen, sagte er am Mittwochabend im Fernsehen.

Vormarsch Richtung Hauptstadt

Die sunnitischen Kämpfer bewegen sich derzeit rasch von Nordwesten aus durch das Land in Richtung Bagdad. Sie sollen bereits weite Teile der Regionen Ninive, Anbar und Salah al-Din nordwestlich der irakischen Hauptstadt erobert haben.

Die Regierungstruppen hatten ihnen zunächst offenbar nur wenig entgegenzusetzen. Am Abend gab es jedoch Berichte, wonach es der Armee gelungen sei, einige Städte von den Islamisten zurück zu erobern.

Das Staatsfernsehen berichtete, Helikopter hätten Stellungen der Extremisten in der Provinz Salah al-Din bombardiert. Die Provinz liegt im Süden der Stadt Mossul, die am Dienstag in die Gewalt der Isis-Kämpfer gefallen war.

Isis kämpft für sunnitische Einflusszone

Isis ist es gelungen, weite Teile des Iraks unter ihre Kontrolle zu bringen. Sie gilt als eine der radikalsten islamistischen Gruppen im Nahen Osten. Sie kämpft für einen sunnitischen Grossstaat zwischen dem Mittelmeer in Syrien und Libanon und dem Fluss Euphrat im Irak.

Den Grund für das Erstarken von Isis sehen Experten in der politischen Lage im Land. «Viele Iraker haben jegliche Hoffnung verloren, Hilfe vom Staat zu beantragen, weil er so korrupt ist», sagt der Islamwissenschaftler Guido Steinberg von der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin.

Eines der grössten Probleme sei, dass Regierungschef al-Maliki – selbst ein Schiit – jahrelang versucht habe, die Sunniten des Landes von der Macht fernzuhalten. «Das führte dazu, dass er die Unterstützung der sunnitischen Gebiete verloren hat», sagt Steinberg.

Ban verurteilt Vormarsch

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon hat den Vormarsch der Dschihadisten in Irak scharf verurteilt und die internationale Gemeinschaft zur Solidarität mit Bagdad aufgerufen. Die Terroristen müssten daran gehindert werden, den Weg zur Demokratie in Irak zunichte zu machen.

10 Kommentare

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  • Kommentar von Franz NANNI, Nelspruit SA
    Das Ziel der Islamisten heisst GOTTESSTAAT... nichts mehr nichts weniger!
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    1. Antwort von Manuel Moser, Hinwil
      Hast du dieses Ziel von einem der sogenannten "Islamisten" gehört? Hast du schon einmal dieses Wort GOTTESSTAAT genauer betrachtet? Hast du schon mal etwas von einer letzten Offenbarung gehört? Hast du mal gründlich darüber nachgedacht, was diese Menschen überhaupt wirklich wollen? Alles einfach direkt vorab ablehnen was etwas fremd erscheint ist eine Seuche, welche sich weit verbreitet hat.
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  • Kommentar von Werner Wyssmann, 4552 Derendingen
    Die Al-Kaida Organisation "Islamischer Staat des Iraks und der Levante" (ISIL), welche große Gebiete in Syrien und im Irak kontrolliert und jetzt die zweitgrößte irakische Stadt Mossul erobert hat wird von Abu Bakr al-Baghdadi, dem Bruder des jetzigen saudischen Außenministers angeführt. Begleitet wird er von US-amerikanischen, französischen und saudischen Militärberatern, Saudi-Arabien lieferte dazu Waffen aus UKRAINISCHER Produktion.
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  • Kommentar von B. Kerzenmacher, Frauenfeld
    Man schaue sich diese "Isis-Rebellen" nur mal genau an. Hoffentlich muss man sich in Europa eines Tages nicht solcher extremen Typen erwehren. Dabei gibt es in Europa inzwischen auch schon Millionen Moslems, Tendenz steigend, die, im Moment noch von den meisten belächelt, uns gern ihre Lebensvorstellungen aufzwingen würden.
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