Datenzerstörung beim «Guardian»: Cameron zog die Fäden

Die Vernichtung von Geheimdaten beim «Guardian» soll direkt von Premier Cameron angeordnet worden sein. Dies geht aus mehreren englischen Medienberichten hervor. Die britische Regierung und Premier Cameron geraten unter Druck.

Ein Spitzenbeamter und enger Vertrauter des britischen Premiers David Cameron soll den Chefredakteur des «Guardian» persönlich zur Zerstörung tausender Dokumente veranlasst haben. Dies berichten BBC und zwei Tageszeitungen. Auf den zerstörten Festplatten befand sich Material vom US-Whistleblower Edward Snowden.

Den Berichten zufolge hat sich Camerons Kabinettschef Jeremy Heywood in die Datenaffäre eingeschaltet.

Laut einem Regierungssprecher werde man keine Einzelfälle kommentieren. Wenn aber hochsensible Informationen unsicher aufbewahrt würden, müsse die Regierung diese sicherstellen.

Kritik aus den USA

Hinter dem harten Vorgehen der britischen Regierung wurde auch immer Druck aus den USA vermutet. Doch der Sprecher des Weissen Hauses, Josh Erneste, wiegelte ab. Angesprochen auf die Ereignisse in London sagte er, es sei schwer, sich ein Szenario vorzustellen, in welchem diese Vorgehen angemessen wäre.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Ausgabe der britischen Tageszeitung «The Guardian» an einem Kiosk. Die britischen Behörden zwangen die Zeitung, das von Edward Snowden zugespielte Material zu zerstören.

    Der britische «Guardian» musste Snowdon-Dokumente vernichten

    Aus Echo der Zeit vom 20.8.2013

    «Einen der bizarrsten Momente in der Geschichte des Guardian». Mit diesen Worten beschreibt der Chefredakteur des linksliberalen Blatts, was heute schockierte.

    Der Geheimdienst habe den «Guardian» massiv unter Druck gesetzt, wegen dessen Enthüllungen über die gigantische Sammlung von Daten im Verkehr mit den USA.

    Jens-Peter Marquardt und Martin Alioth