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Neue Protestwelle in Hongkong Demos nach neuen Klagen gegen Regime-Kritiker

Legende: Audio Neue Proteste nach Klagen gegen Ex-Regenschirm-Aktivisten abspielen. Laufzeit 1:22 Minuten.
1:22 min, aus HeuteMorgen vom 28.03.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • Am Sonntag wurde in Hongkong die neue Regierungschefin Carrie Lam gewählt.
  • Nur einen Tag danach wurde bekannt, dass die Hongkonger Behörden mehrere Demokratie-Aktivisten anklagen wollen. Darauf folgten in der Nacht auf heute weitere Proteste.
  • Mit ihrem Vorgehen haben die Behörden die Fronten zwischen Regierung und Demokratie-Aktivisten weiter verhärtet.

«Die Regenschirm-Bewegung fürchtet sich nicht, wir wollen direkte Wahlen», rufen die Demonstranten vor der Polizeiwache Wanchai in Hongkong. Während die Demokratie-Aktivisten mit der Rolltreppe zum Haupteingang hochfahren, winken sie den Demonstranten zu: Es sind die Organisatoren von Hongkongs Regenschirmbewegung vor zweieinhalb Jahren – während Wochen legte die Regenschirm-Bewegung mehrere Strassenzüge der Stadt lahm.

Ablenkungsmanöver

Mindestens drei der Organisatoren sehen sich jetzt mit Klagen wegen Störung der öffentlichen Ordnung konfrontiert.

Die Regierung habe die Aktivisten absichtlich erst heute über die Anklagen informiert, sagt der Hongkonger Parlamentarier Eddie Chu – der ebenfalls vor der Polizeiwache demonstriert: «Kurz nach der Wahl der Regierungschefin lenken sie die Aufmerksamkeit weg von der unbeliebten Carrie Lam, hin zu den Aktivisten.»

Widersprüche der neuen Regierungschefin

Am Tag zuvor noch rief die neugewählte Regierungschefin Carrie Lam zur Einheit auf, die Gräben in Hongkongs Gesellschaft sollten überwunden werden. Carrie Lam ihrerseits sagt, sie habe nichts vom Zeitpunkt der Klage gewusst.

Klar ist: Mit ihrem Vorgehen haben die Behörden die Fronten zwischen Regierung und Demokratie-Aktivisten weiter verhärtet.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Charles Grossrieder (View)
    Hong Kong ist eine der best urbanisierten Stadt der Welt und hat sich seit HKSAR (1997) unter der Obhut von China eher noch verbessert. Carrie Lam ist erfahren und verlangt Disziplin, unbeliebt eher nur von der Pro-Dem Minderheit. Ich wage zu behaupten, dass die Mehrheit der HKer pro-China sind und mit Carrie Lam und dem Status Quo kein Problem haben. Die vom Westen unterstuetzten Pro-Dem und Studenten haben ausser rebellieren noch nie viel erwirkt; die Anklage ist angebract.
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    1. Antwort von u. Felber (Keule)
      und wo genau ist das Problem, direkte Wahlen zu fordern? Ich nehme an, sie sind Schweizer und wissen nur zu gut, was direkte Wahlen bedeuten, oder? Wie man als Schweizer ein korruptes, undemokratisches, kommunistisches China für gut finden kann, ist mir ehrlich gesagt schleierhaft. Für was ich Verständnis habe, ist dass China Zeit für den Wandel braucht. Aber irgendwie will es diese nicht so recht nützen!
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    2. Antwort von Kim Hansson (Freddy Tobler)
      Wer in eine Diktatur geboren wird hat dies zu akzeptieren?! Ich glaube sie sind sich den Zuständen in China nicht bewusst... Toter unter dem Bürotisch erst durch den Verwesungsgestank entdeckt! Selbstmorde der Handybauer um auf ihr Leid aufmerksam zu machen, aber so was stört unseren Konsumrausch und kommt deshalb nicht in den Medien... selber recherchieren...
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