Der Bart als Symbol des Islams: Ende eines Verbots in Ägypten

Sie haben ihre Position durchgesetzt – die Staatsangestellten in Ägypten: Weil der Bart als Zeichen islamischer Frömmigkeit gilt, war es ihnen laut einem ungeschriebenen Gesetz bislang untersagt einen Bart zu tragen. Ein Gericht urteilte nun in ihrem Sinne.

Polizisten und Beamte demonstrieren vor dem Aussenministerium in Kairo

Bildlegende: Beamte und Polizisten in Kairo – sie haben sich durchgesetzt. Reuters

Ägyptische Polizisten und Beamte dürfen ab sofort wieder einen Bart tragen. Das entschied das Oberverwaltungsgericht in Kairo.

Unter dem früheren Präsidenten Hosni Mubarak war das laut einem ungeschriebenen Gesetz allen Staatsangestellten verboten.

Die Richter gaben damit einem Dutzend Polizisten recht, die wegen ihres Barts vom Dienst suspendiert worden waren. Das Tragen eines Bartes – für viele ein Symbol des politischen Islam –  sei ihr verfassungsmässiges Recht, behaupteten die Polizisten und zeigten sich erfreut über das Urteil.

Islamisten gestärkt

Präsident Mohammed Mursi, der selbst auch einen Bart trägt, hatte bereits während des Wahlkampfes erklärt, dass er nichts dagegen habe.

Viele Christen und liberale Muslime fürchten nun, dass die durch das Urteil gestärkten Islamisten nun versuchen, ihren Glauben und ihre Sitten anderen aufzuzwingen.

Bart als Pflicht des Gläubigen

Im Koran selbst findet man keinen Beleg für das Barttragen. Doch nach Überlieferungen einiger Gefährten und Begleiter des Propheten Mohammed ist das Tragen eines Bartes Pflicht. Für viele Muslime gilt er zudem als Zeichen islamischer Frömmigkeit.