Der Kampf gegen den Smog vor der Leichtathletik-WM in Peking

Peking kämpft chronisch mit Smog. Für Weltklasseleistungen braucht es jedoch auch gute Luft. Die Massnahmen der chinesischen Behörden.

Chinesische Flagge vor einem Gebäude in Peking, das durch den Smog kaum sichtbar ist.

Bildlegende: In China sterben laut einer Studie jährlich 1,6 Millionen Menschen an den Folgen der hohen Luftverschmutzung Keystone

In Peking beginnen morgen Samstag die Leichtathletik-Weltmeisterschaften. Die Behörden haben deshalb schon vor Wochen aussergewöhnliche Massnahmen ergriffen um dem chronischen Smog in der Stadt ein Schippchen zu schlagen.

Autos dürfen nur jeden zweiten Tag fahren, abwechselnd nach gerader und ungerader Autokennzahl. Die grossen Industrien mussten ihre Produktionen herunterfahren. 1300 Baustellen wurden angewiesen keine Arbeiten zu verrichten, die viel Staub verursachen. Diese Massnahmen gelten auch für die umliegenden Provinzen.

«Die Luft ist schon etwas besser»

Kurzfristig erreiche man mit diesen Massnahmen eine Besserung, die bereits spürbar sei, berichtet Axel Dorloff, Journalist in Peking. Derzeit sei die Sicht klar. Der Luftverschmutzungsgrad liege bei 95. Der empfohlene Grenzwert der WHO liegt bei 50. Ab einem Wert von 200 liessen viele Schulen die Kinder keinen Sport mehr draussen machen und viele Chinesinnen und Chinesen trügen dann eine Atemschutzmaske, sagt Dorloff weiter.

Andere Fälle von kurzfristiger Smog-Bekämpfung

Die Behörden wüssten an welchen Schräubchen sie drehen müssen, um das Smog-Problem zu minimieren. Das sei bereits in anderen Fällen geschafft worden, etwa für die olympischen Spiele 2008 oder für den APEC-Gipfel im letzten November. Seither würden die Chinesen von «APEC-blue» sprechen, wenn sie gute Luftverhältnisse meinen, erklärt Axel Dorloff.

Die Leichtathletik Weltmeisterschaften seien nicht der einzige Grund, weshalb die Regierung derzeit für klare Luft sorge. Am 3. September findet in Peking eine grosse Militärparade statt, die an das Ende des Zweiten Weltkrieges in Asien erinnern soll.

Längerfristig braucht es zusätzliche Massnahmen

Um das Smogproblem längerfristig anzugehen, wären aber tiefgreifende Massnahmen nötig, sagt Dorloff. Zum Beispiel müssten die grossen Industrien mit Filtern ausgerüstet werden. Das passiere noch immer zu wenig. Ausserdem müssten die umliegenden Provinzen für eine Lösung mit ins Boot geholt werden.