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Trumps bester Feind Der Mann, der Amerika nicht ganz so gross will

Chuck Schumer ist der Fraktionschef der Demokraten – und der grösste Gegenspieler des US-Präsidenten. Ein Porträt.

Legende: Audio Chuck Schumer: Der Fraktionschef der Demokraten im Porträt abspielen.
2:43 min, aus HeuteMorgen vom 06.02.2017.
  • Der Fraktionschef der Demokraten kämpft gegen Trumps Dekretismus – und um Obamas Vermächtnis.
  • Trotz stürmischen ersten Wochen: Schumer sieht mittelfristig Ansatzpunkte für eine konstruktivere Politik.
  • Ein Trumpsches Zeichen der «Anerkennung»: Der US-Präsident hat bereits einen Spitznamen für seinen Kontrahenten.

Chuck Schumer ist das, was Präsident Donald Trump nie werden wollte: ein Berufspolitiker. Gleich nach dem Jurastudium der erste Wahlsieg und seit 1980 im US-Kongress. Der Mann mit der Lesebrille und dem nach hinten gekämmten Haar lebt für die Politik. Jahrzehntelang wohnte er unter der Woche zusammen mit anderen Politikern in einer WG in der Nähe des Kapitols.

«Für mich sind die politischen Freunde eine zweite Familie», sagt der Senator und Vater von zwei erwachsenen Töchtern. Er verbringt zudem gerne Zeit mit seinem Stab und freut sich diebisch, wenn er Angestellte miteinander verkuppeln kann – bis jetzt hat das zu 13 Ehen geführt.

An einem «Resist Trump Tuesday» halten Frauen Transparente in die Höhe, die Schumer unterstützen.
Legende: Rückenwind von der Strasse: An einem «Resist Trump Tuesday» gab es Unterstützung für Chuck Schumer. Keystone

Seit Anfang Jahr ist Schumer Fraktionschef und damit einer der wichtigsten Demokraten – in einer für die Partei schwierigen Zeit: «Die Demokraten sind von der Wahlniederlage überrascht worden», gab der 66-Jährige im Senatssaal zu.

Der Kampf um Obamas Vermächtnis

Nun gelte es das politische Vermächtnis von Präsident Barack Obama zu verteidigen, die Politik Trumps zu bekämpfen und der Mittelklasse ein besseres Alternativprogramm anzubieten: «Kein einfacher Job, wenn man in der Minderheit ist», sagt Schumer.

Tatsächlich: Ohne Hilfe einiger Republikaner können Schumer und seine Demokraten den Erlass von Gesetzen und die Besetzung wichtiger Amtsstellen nicht verhindern, sondern im besten Fall verzögern. Das haben sie in den letzten Tagen versucht, mit mässigem Erfolg.

Trump frotzelt über Schumers «falsche Tränen»

Schumer glaubt, dass die Republikaner und sogar der Präsident nach einer Weile mit den Demokraten zusammenarbeiten wollen. Zum Beispiel bei den Infrastrukturausgaben. Der New Yorker ist zu lange im Geschäft, als dass er Gespräche mit dem politischen Gegner verweigern würde.

Chuck Schumer neben dem Republikaner Paul Ryan und US-Präsident Donald Trump im Weissen Haus, 23.1.2017
Legende: Auftakt in eine Legislatur mit bekannten Gesichtern – und vielen Unbekannten: Reuters

Der linke Parteiflügel findet denn auch, Schumer trete zu wenig kämpferisch auf. Andere kritisieren, der Senator suche zu sehr die Kameras. Bei einem Auftritt zum temporären Einreisebann für Flüchtlinge kamen Schumer sogar die Tränen: Die Massnahme sei engherzig und unamerikanisch, kritisierte er.

Präsident Trump reagierte blitzschnell. Er frage sich, wer Schumers Schauspiellehrer sei, schrieb er auf Twitter, und er gab ihm den Spitznamen «Fake Tears» – «falsche Tränen». Mit anderen Worten: Trump nimmt seinen Gegenspieler ernst. Denn einen Spitznamen bekommt nicht jeder vom neuen Präsidenten.

14 Kommentare

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  • Kommentar von Ivo Muri (Ivo Muri)
    Sie liegen richtig Frau Zelger. Ein Mainstreamjournalist hat Präsident Putin als Killer bezeichnet und die Ansicht geäussert, dass Präsident Trump nicht mit Putin zusammenarbeiten sollte. Trump hat ganz cool gefragt: glauben Sie, die USA sei unschuldig? Wir sind es nicht und haben auch viele Fehler gemacht. Da hat er in meiner Wahrnehmung gegenüber von Friedensnobelpreisträger Obama schon mal einen Vorsprung.
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  • Kommentar von Henri Jendly (Henri Jendly)
    Und noch eines zum Schluss: könnte jemand dem Trump verraten, dass der Wahlkampf vorbei ist? Er könnte sich jetzt langsam ums wesentliche kümmern.
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  • Kommentar von marlene Zelger (Marlene Zelger)
    Trumps sarkastischer Humor gefällt mir. Er reagiert schlagfertig auf Schumers rührseligen Tränenausbruch. Er lässt sich nicht kleinkriegen, er lässt sich seinen neuen Job nicht durch demokratiefeindliche Mächte aus den linken Lager vermiesen. Rechtsgerichtete Politiker und besonders Regierungschefs brauche heutzutage eine "harte Haut", weil auf sie besonders scharf ihrer "unerwünschten" politischen Gesinnung wegen geschossen wird.
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    1. Antwort von Udo Wilkens (UWIL)
      Frau Zelger, bitte! Es stellt sich schon die Frage WER Demokratiefeindlich handelt!
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    2. Antwort von marlene Zelger (Marlene Zelger)
      Diese Frage lässt sich locker beantworten. Es sind die linken Demonstranten, die seit der Inauguration von Trump auf den Strassen und Plätzen gegen den republikanischen Präsidenten wettern, donnern und schimpfen, weil sie generell die Meinung Andersdenkender und Andershandelnder nicht ertragen. Ja, diese Leute haben kein Demokratieverständnis.
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    3. Antwort von marlene Zelger (Marlene Zelger)
      Die Antwort lautet: Demokratiefeindlich handeln jene, die die Meinung und die politische Gesinnung Andersdenkender mit Füssen treten, wie etwa die Demonstranten, die seit Wochen auf den Strassen und Plätzen gegen den so genannt "bösen" republikanischen Präsidenten wettern.
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    4. Antwort von Henri Jendly (Henri Jendly)
      Dass Sie sich gegen Demonstationen aussprechen ist auf Grund Ihrer hehren Vorstellung des "Volchs" schon erstaunlich. Nur zur Verdeutlichung: "Eine Demonstration (von lateinisch demonstrare, zeigen, hinweisen, nachweisen, Kurzform: Demo) im politischen Sinne ist eine in der Öffentlichkeit stattfindende Versammlung mehrerer Personen zum Zwecke der Meinungsäusserung." (Quelle: Wikipedia). Was hat dies mit Demokratiefeindlichkeit zu tun? Sie scheinen nicht viel von Andersdenkenden zu halten! Bravo!
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