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Deutsche Familienministerin Franziska Giffey: Sanft in der Stimme, bestimmt in den Worten

Von Neukölln ins Kabinett: SPD-Politikerin Franziska Giffey wir die neue deutsche Familienministerin sein. Sie hat die SPD im Thema Zusammenleben von Migranten und Deutschen überzeugt.

Legende: Audio Franziska Giffey: Die wichtige sozialdemokratische Stimme der neuen Bundesregierung abspielen.
2:09 min, aus HeuteMorgen vom 10.03.2018.

Franziska Giffey setzt zu einem grossen Sprung an, obwohl sie bereits viel mitbringt. Sanft die Stimme – bestimmt die Worte: «Es muss sein, dass der Staat respektiert wird, dass der Staat als konsequent gesehen wird. Wenn ich manchmal sehe, wie Leute, die sich strafbar machen, binnen kürzester Zeit wieder draussen sind – dann ist etwas schief. Das ist etwas, dass aus meiner Sicht nicht sein darf.»

Solche Voten hört man selten bei der SPD. Aber die 39-Jährige hat auch eine der anspruchsvollsten Stellen, die Deutschland auf Gemeindeebene zu vergeben hat: Sie ist Bürgermeisterin von Berlin-Neukölln. Der Bezirk beheimatet 150 Nationalitäten, viele Sozialfälle, viele mit türkischem und arabischem Migrationshintergrund.

Giffey posiert mit Schülern aus Neukölln für ein Foto
Legende: Franziska Giffey ist Bezirksbürgermeisterin von Neukölln – ein Stadtteil Berlins mit vielen Migranten. Keystone

Integration ist in Neukölln nicht erst seit der Flüchtlingswelle ein Dauerthema. Denn mit den einstigen Gastarbeitern ist einiges schiefgelaufen. «Viele sind geblieben und haben sich über die Jahre eben nicht integriert. Da sind Parallelgesellschaften entstanden – und das ist heute hochproblematisch», so die designierte Bundesfamilienministerin.

Jeder, der in dieses Land kommt und hier lebt, sollte in die Lage gesetzt werden, einen Beitrag für dieses Land zu leisten.
Autor: Franziska GiffeyDesignierte Familienministerin

Giffey leitet diesen berühmten sozialen Brennpunkt. Sie nennt die Probleme beim Namen und sieht den Schlüssel für ein friedliches, demokratisches Miteinander im massiven Ausbau der Bildung der vielen Unterprivilegierten.

«Jeder, der in dieses Land kommt und hier lebt, sollte in die Lage gesetzt werden, einen Beitrag für dieses Land zu leisten. Ansonsten gibt es immer eine Neid- und eine Verteilungsdebatte. Was bekommen die? Was bekommen wir? Bekommen die mehr? Was bleibt für uns übrig? Es ist immer eine Frage der Gerechtigkeit und der Sicherheit.»

Vereidigung am Mittwoch

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Die vierte deutsche Bundesregierung unter Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ist komplett. Nach CDU und CSU benannte am Freitag auch die SPD ihre sechs Minister für das neue Kabinett – fast ein halbes Jahr nach der Bundestagswahl. Am kommenden Mittwoch soll die Regierung vereidigt werden.

Diese Neiddebatte im Zusammenhang mit der Zuwanderung hat die SPD – zum Beispiel im Ruhrgebiet, ihrer traditionsreichsten Region – als Rassismus abgetan, anstatt sie ernst zu nehmen. Das hat die Partei viele Stimmen gekostet, die zur rechten AfD gewechselt sind.

Giffey spricht bei einem Medientermin
Legende: Giffey wählt oft klare Worte zum Thema Migration. Keystone

«Wir müssen die problematischen Dinge benennen, damit wir sie angehen können. Das ist für mich ein wichtiges Anliegen», so Giffey. Mit dieser Haltung könnte sie in der neuen Bundesregierung zu einer wichtigen sozialdemokratischen Stimme werden.

33 Kommentare

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  • Kommentar von László Schink (Schink)
    Hier haben wir es nur mit einer drittklassigen SPD Politikerin aus Berlin Neuköln tun. In der Schweiz fast unbekannt, wenn man nicht deutsche Talksendungen sieht. Integrationsprobleme werden in Berlin-Neuköln nicht dadurch gelöst, indem man zahlreiche Romas in den Sozialstaat aufnimmt, oder noch mehr Geld für die Integration verschleudert. Klare Worte von einer leisen Stimme nützen nichts, wenn die Taten dann nicht ebenso klar sind.
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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Aber eben, nur ihre Partei. Diese Partei ist aber ein verschwindend winziger Teil der Deutschen. Warum berichten die "Flüchtlingsbefürworter" dauernd von einer Mehrheit, die anscheinend ihre Ansichten so toll finden. Wenn man diese Berichten anhört, könnte man glauben, dass die praktisch das ganze Deutsche Volk so denkt. Auch bei uns +in ein paar EU-Ländern versuchen die Linken sich so darzustellen. Deshalb weiss man heute, dass man immer mehr rechts wählen muss, um uns Einheimische zu schützen.
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  • Kommentar von marlene Zelger (Marlene Zelger)
    Die Mutti Nr. 2 mit der sanften Stimme.
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