Personeller Neustart auch bei den Grünen

Exodus an der Spitze der Wahlverlierer. Auch bei den Grünen will die komplette Führungsspitze zurücktreten. Am Parteitag im Herbst soll die Partei einen neuen Vorstand wählen.

Claudia Roth, Cem Özdemir, Katrin Göring-Eckart und Jürgen Trittin (von links)

Bildlegende: Bleiben – im Gegensatz zur FDP – zwar noch im Bundestag, sind aber klare Wahlverlierer: Die Grünen. Reuters

Den Grünen erging es bei den Bundestagswahlen nicht ganz so schlimm wie der FDP. Sie konnte sich im Parlament halten. Doch mit 8,4 Prozent rutschte sie noch hinter die Linkspartei.

Die Konsequenzen sind aber nicht minder drastisch als bei den Liberalen: Der komplette Parteivorstand will zurücktreten. Cem Özdemir, Claudia Roth sowie Jürgen Trittin und Katrin Göring-Eckart vom Parteirat behalten ihre Ämter noch bis zum Parteitag im Herbst. Dann sollen Neuwahlen stattfinden, kündigte Roth an.

Der angekündigte Rücktritt der sechs Mitglieder des Bundesvorstands und der 16 Angehörigen des Parteirats solle als Signal in die Partei und in die Öffentlichkeit dienen. Offenbar steht es den Betroffenen frei, erneut zu kandidieren. So erklärte Özdemir, sich nach dem Rücktritt wieder als Parteivorsitzender zu bewerben. Trittin und Göring-Eckardt liessen dies noch offen.

Offen für Verhandlungen

Grünen-Co-Chefin Claudia Roth bekräftigte, dass die Grünen auf Sondierungen der Union über eine Regierungsbildung eingehen wollen. Die bisherigen Parteivorsitzenden würden allfällige Verhandlungen führen. Allerdings sehen die führenden Grünen die Chancen für ein schwarz-grünes Bündnis als klein.