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Neues Geld für Griechenland Deutschland setzt sich im Griechenland-Poker durch

Legende: Audio «Finanzhilfe für Griechenland» abspielen. Laufzeit 2:14 Minuten.
2:14 min, aus HeuteMorgen vom 16.06.2017.
  • Die Finanzminister der Euro-Länder haben sich auf die Auszahlung eines neuen Kredits an Griechenland verständigt.
  • Griechenland erhält nun weitere 8,5 Milliarden Euro, ausbezahlt in mehreren Tranchen.
  • Die erneute Auszahlung ist möglich, weil der Internationale Währungsfonds IWF nun auch mit an Bord ist. Das hatte vor allem Deutschland immer wieder gefordert.

Monatelang rang Griechenland mit seinen Gläubigern um die Auszahlung der nächsten Tranche aus dem seit 2015 laufenden Rettungsprogramm, für das bis 2018 bis zu 86 Milliarden Euro bereit stehen.

Neues Geld für alte Schulden

Griechenland braucht das Geld schon im Juli zur Tilgung alter Schulden. Als Vorleistung hatte die Regierung nochmals harte Sparmassnahmen auf den Weg gebracht. Damit waren die Gläubiger zufrieden. Bis zuletzt gab es jedoch Streit über die Beteiligung des Internationalen Währungsfonds (IWF), die die deutsche Regierung unbedingt wollte.

IWF-Chefin Christine Lagarde hatte ihre Beteiligung immer von zwei Voraussetzungen abhängig gemacht: Erstens sollten die Griechen Sparmassnahmen und Strukturreformen umsetzen. Zweitens sollten die Europäer den Griechen bis im Herbst 2018 bei den Schulden entgegenkommen.

Die nun erfolgten Zusagen reichten Lagarde offensichtlich für ihr grundsätzliches Ja, sagt SRF-Korrespondent Oliver Washington in Brüssel. Geld überweise der IWF aber erst, wenn die Euro-Länder den Griechen bei den Schulden noch weiter entgegenkommen. «Mit diesem Trick ist der IWF dabei und eine Krise nochmals abgewendet», sagt Washington weiter.

«Schäuble ist Sieger des Griechenland-Pokers»

Zufrieden mit diesem Entgegenkommen des IWF sei vor allem Deutschland. Wolfgang Schäuble hat die Beteiligung des IWF immer als Voraussetzung für erneutes Geld genannt.

Der deutsche Finanzminister sei denn auch der eigentliche Gewinner des neuerlichen Griechenland-Pokers, sagt Oliver Washington. Schäuble könne damit die Debatte über Schuldenerleichterungen bis nach den deutschen Wahlen im Herbst verschieben.

Der griechische Finanzminister war dagegen nicht restlos zufrieden. Nach den zahlreichen Sparmassnahmen fordert die griechische Regierung seit Wochen ein substanzielles Entgegenkommen bei den Schulden. Laut Washington haben sie zwar bereits etwas erreicht, «aber noch nicht so viel wie sie und der IWF eigentlich fordern.»

12 Kommentare

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  • Kommentar von Kurt Wirz (kw)
    Moderne Kolonialpolitik ist die treffendste Bezeichnung für das, was Deutschland in Griechenland veranstaltet. Das sind keine Kredite, sondern eine Investition in die Zukunft. Anders lässt sich der Kurs in dieser Geschichte nicht erklären.
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  • Kommentar von Beatrice Mosimann (Beatrice)
    8,5Milliarden ,muss wirklich helfen eine Krise zu überwinden, schauen wir doch wie sie das Geld einsetzen.Sie haben Flüchtlinge in Gebieten Feriendestinationen,wo eigentlich Einkommen regeneriert werden könnte,nun ist dieses Gebiet mit viel Trauer verbunden. Für die libyschen Flüchtlinge müsste Italien (Kolonialrecht) bezahlen, nicht Griechenland, dementsprechend hat Griechenland keine Schulden mehr. Die Flüchtlinge sollten ihre Herkunft genau angeben, um die Kolonialländer zur Kasse zu bitten.
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  • Kommentar von Nicolas Dudle (Nicolas Dudle)
    Mit solchen Scheinlösungen macht sich die EU auch aus wirtschaftlicher Betrachtungsweise unglaubwürdig. - Ein Strukturwandel ist auch z.B. in De dringend notwendig, aber den anzustossen ist keine Partei willens, geschweige denn fähig genug. De zeigt, wohin die Reise mit einer SP führt, die wirtschaftshörig ist. De und EU tragen das Erbe von Schröder und Konsorten mit und bringen damit durch intern wachsendes Gefälle den ganzen Wirtschaftsverein in Schieflage.
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