Die letzte Blackbox ist gefunden

Drei Tage nach dem schweren Zugunglück bei Bad Aibling ist auch der dritte Fahrtenschreiber in den Zugtrümmern entdeckt worden. Er wird nun den Gutachtern zur Auswertung übergeben. Derweil kommen die Aufräumarbeiten voran.

Auf dem Weg zur Aufklärung der Ursache für das schwere Bahnunglück in Oberbayern sind die Ermittler einen Schritt weiter. Drei Tage nach dem Zusammenstoss zweier Regionalzüge wurde nun auch der dritte Fahrtenschreiber aus den Trümmern geborgen. Laut einer Polizeisprecherin wird die Blackbox nun zur Auswertung den Gutachtern übergeben.

Die beiden anderen Blackboxes waren bereits gefunden worden und werden ausgewertet. Ob die Bergungsarbeiten an der Unglücksstelle noch heute abgeschlossen werden können, blieb zunächst unklar.

Aufräumen kommt voran

Jedoch sind die Aufräumarbeiten einen grossen Schritt vorangekommen. «Die zwei Triebwagen sind jetzt voneinander getrennt, die rollfähigen Zugteile werden langsam abtransportiert», sagte eine Polizeisprecherin. «Heute wird es bis in den Abend hinein gehen, Kleinteile werden voraussichtlich morgen noch geborgen.»

Schwerverletzte noch in kritischem Zustand

Bei dem Zugunglück kamen am Dienstagmorgen zehn Menschen ums Leben, als zwei Regionalzüge auf der eingleisigen Strecke frontal zusammengeprallt waren. Am Donnerstag erlag ein weiteres Unfallopfer im Spital seinen Verletzungen. Mehrere schwer verletzte Passagiere befinden sich weiterhin in kritischem Zustand.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Menschliches Versagen führte zu Frontalkollision

    Aus 10vor10 vom 9.2.2016

    Ein Zugunglück in Bayern fordert zehn Todesopfer. Trotz Sicherungssystemen kollidierten zwei Passagierzüge frontal. Ermittler gehen von menschlichem Versagen aus. 10vor10 fragt bei Bahn-Experten, wie es zum Unglück kommen konnte und wie es um die Sicherheit auf dem Schweizer Bahnnetz steht.

  • Schweres Zugunglück in Bayern

    Aus Tagesschau vom 9.2.2016

    Bei einem Zugunglück in Oberbayern sind mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen, unter ihnen vermutlich auch die beiden Lokführer. Rund 80 Personen wurden zum Teil schwer verletzt. Einschätzungen von SRF-Sonderkorrespondentin Karen Naundorf aus Bad Aibling.

  • Unfallursache noch ungeklärt

    Aus Tagesschau vom 9.2.2016

    Das Zugsicherungssystem, welches genau solche Kollisionen verhindern sollte, hat in diesem Fall möglicherweise nicht funktioniert. Und dies obwohl das System erst letzte Woche kontrolliert worden war.