Die politische Wiedergeburt des Philipp Rösler

Nach dem Ende des Führungsstreits sorgt die deutsche FDP für klare Verhältnisse: Parteichef Rösler wird mit 85,7 Prozent wiedergewählt.

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Parteitag der deutschen FDP

2:27 min, aus Tagesschau vom 9.3.2013

Die deutsche FDP hat ihren Parteichef Philipp Rösler nach monatelanger Führungsdiskussion für weitere zwei Jahre im Amt bestätigt. Der 40jährige erhielt auf einem Parteitag in Berlin 85,7 Prozent der Stimmen.

Noch zur Jahreswende hatten viele in der Partei Rösler abgeschrieben. Über Monate stand er in der Kritik, weil es ihm nicht gelungen war, die Partei aus dem Umfragetief zu führen.

Philipp Rösler

Bildlegende: Philipp Rösler springt auf, umarmt alle erreichbaren niedersächsischen Parteifreunde um ihn herum. Keystone

Bei der Wahl in seinem Heimatland Niedersachsen gelang der FDP Ende Januar mit fast zehn Prozent jedoch ein Überraschungserfolg, der in besonderem Masse Rösler zugeschrieben wurde und ihn in seinem Amt stärkte. Vereinbart wurde aber, dass Fraktionschef Rainer Brüderle Spitzenmann im Bundestags-Wahlkampf sein soll.

Unter Rösler hat sich die FDP allmählich von ihrem Ruf als Steuersenkungspartei befreit. Die Partei tritt nun vor allem für Leistungsgerechtigkeit und ausgeglichene Budgets ein.

Aufruf zu Geschlossenheit

Ein halbes Jahr vor der Bundestagswahl rief der Wirtschaftsminister seine Partei zu Geschlossenheit auf. Zum Abschluss des Parteitags soll Fraktionschef Rainer Brüderle am Sonntag zum Spitzenkandidat für die Wahl am 22. September gekürt werden.

In einer einstündigen Rede machte der Vizekanzler deutlich, dass er ganz auf die Fortsetzung der schwarz-gelben Koalition setzt. Die FDP hat für ihn dabei eine zentrale Funktion. «Wir sind die Partei der Mitte, wir halten die Koalition auf Kurs.» SPD und Grünen warf er vor, Deutschland in Steuererhöhungen und neue Schulden treiben zu wollen.

Nach allen Umfragen muss die FDP jedoch um den Wiedereinzug in den Bundestag bangen. Im jüngsten ZDF-«Politbarometer» lag sie nur noch bei 4 Prozent. Rösler gab zu, in den vergangenen beiden Jahren «manchmal auch eigene Fehler» gemacht zu haben. «Ich hoffe, dass ich daraus gelernt habe.» An seine Partei appellierte er, sich von den anhaltend schlechten Umfragewerten nicht entmutigen zu lassen.