Die Proteste in Hongkong im Überblick

Peking will im Jahr 2017 erstmals eine direkte Wahl in der Sonderverwaltungsregion Hongkong erlauben. Aber: Den Wählern wird eine freie Nominierung der Kandidaten verweigert. Dagegen protestieren Zehntausende in Hongkong friedlich, immer wieder kommt es aber auch zu gewalttätigen Übergriffen.

Eine Animation zeigt die immer gleiche Stelle in Hongkong mit Tausenden von Demonstranten.

Bildlegende: Reuters/Animation: SRF

Chronologie der Ereignisse

  • 1. Juli 2014: Auf der grössten Demonstration seit einem Jahrzehnt fordern Hongkonger mehr Demokratie. Über 500 Menschen werden im Zusammenhang mit dem Protest festgenommen.
  • 17. August: Zehntausende Menschen demonstrieren gegen Pläne der prodemokratischen Occupy-Bewegung, notfalls mit einer Besetzung des Hongkonger Finanzdistrikts ihre Forderungen zu untermauern.
  • 22. September: Tausende Studenten beginnen einen einwöchigen Streik, der auch von Demonstrationen begleitet wird.
  • 27. September: Am Ende des Studentenstreikes eskalieren die Proteste: Die Polizei nimmt mindestens 74 Teilnehmer fest, mindestens 29 Studenten und Polizisten werden nach Polizeiangaben verletzt.
  • 28. September: Tausende blockieren Hauptverkehrsadern und legen den Finanzbezirk lahm. Sicherheitskräfte setzen gegen die Demonstranten Tränengas und Pfefferspray ein.
  • 29. September: Die Menge der Demonstranten wächst. Die Sprecherin des Pekinger Aussenministeriums verurteilt die Vorgänge in Hongkong als «illegale Aktivitäten».
  • 30. September: Studenten drohen mit einem Ultimatum und fordern den Rücktritt von Regierungschef Leung Chun-ying sowie eine Rücknahme der Pläne für nur begrenzte Wahlen. Sonst wollen sie die Demonstrationen ausweiten, zum Streik aufrufen oder Regierungsgebäude besetzen.
  • 1. Oktober: Demonstriert wird auch am chinesischen Nationalfeiertag. Studentenführer drohen mit der Besetzung wichtiger Regierungsgebäude.
  • 2. Oktober: Kurz vor Ablauf des Ultimatums lehnt der Regierungschef erneut eine Amtsniederlegung ab. Er bietet aber einen Dialog an. Die Studenten nehmen das Angebot an. Es bleibt friedlich.
  • 3. Oktober: Die Zahl der Demonstranten geht zurück. Zusammenstösse zwischen Gegnern und Demonstranten verschärfen die Krise allerdings wieder. Studentenführer setzen die geplanten Gespräche vorerst aus.
  • 4. Oktober: Nach Angriffen organisierter Schläger werden der Polizei zufolge 19 Menschen festgenommen. Zehntausende demonstrieren am Abend in einem friedlichen «Aufmarsch gegen Gewalt».
  • 5. Oktober: Bei Auseinandersetzungen zwischen Protestgegnern und Demonstranten in Hongkong sind 165 Menschen verletzt worden. Tausende setzten ihren Protest in der asiatischen Wirtschafts- und Finanzmetropole fort.
  • 6. Oktober: Die Studenten erfüllen ein Ultimatum von Peking zumindest einen Teil der Blockaden aufzuheben. Nach dem Einlenken der Studenten kehrt wieder etwas Normalität in Hongkong ein.

Die Proteste in Bildern

Die Proteste in Hongkong

Der 17-Jährige hinter den Protesten

Unter den Tausenden Demonstranten, die sich täglich in der Innenstadt von Hongkong versammeln, befindet sich auch der 17-jährige Joshua Wong. Er ist Vorsitzender der Oberschülervereinigung und gilt somit als Kopf der Proteste.

Video «Regenschirm-Revolution: 17-Jähriger gegen Peking» abspielen

Regenschirm-Revolution: 17-Jähriger gegen Peking

3:48 min, aus 10vor10 vom 30.9.2014

Tweets aus Hongkong

Zur Zeit ist SRF-Korrespondentin Barbara Lüthi direkt in Hongkong. Sie verfolgt die Proteste live und liefert dazu einen Einblick über ihren Twitter-Account @barbaraluethi.