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Machtwechsel zum Wahlkampf «Die SPD ist wieder da!»

Legende: Video Schulz ist der Mann der Stunde abspielen. Laufzeit 1:51 Minuten.
Aus Tagesschau vom 19.03.2017.

Seit bekannt ist, dass die SPD mit Martin Schulz ins Rennen um das Kanzleramt geht, hat die Partei gemäss Umfragen um mehr als 10 Prozentpunkte zugelegt. Am SPD-Sonderparteitag in Berlin löst Martin Schulz den Parteichef Sigmar Gabriel ab, der zugunsten des enorm beliebten Schulz zurücktritt.

Die Versammlung wählte ihn mit 100 Prozent Ja-Stimmen. Anschliessend soll Schulz auch zum Kanzlerkandidaten für die Bundestagswahl am 24. September
erklärt werden.

Die SPD ist wieder da. Wir sind wieder da.
Martin Schulz am Rednerpult.
Legende: Martin Schulz. SRF | EBU

Der 61-Jährige Schulz bewarb sich mit seiner Rede als Nachfolger von Gabriel. Zum Auftakt sagte er unter dem Jubel der etwa 600 Delegierten und mehreren hundert Besucher: «Die SPD ist wieder da. Wir sind wieder da.»

Kanzlerkandidat Martin Schulz zieht mit dem Versprechen auf mehr sozialer Gerechtigkeit in den deutschen Bundestags-Wahlkampf: «Wenn wir nicht dafür sorgen, dass es in diesem Land gerechter zugeht, dann wird das niemand anderes machen.»

Wer hart arbeite, habe Respekt verdient. Dazu gehöre gleicher Lohn für gleiche Arbeit. Das «unerträgliche Lohngefälle zwischen Männern und Frauen» müsse aufhören.

Drei Buchstaben für Deutschland

Hannelore Kraft am Rednerpult.
Legende: Hannelore Kraft. SRF | EBU

Die SPD habe die Demokratie erstritten, sagte Schulz, habe das Frauenwahlrecht erkämpft, sich den Nationalsozialisten in den Weg gestellt, unter Willy Brandt das Bildungssystem zukunftsfest gemacht, das Land vor einer Beteiligung am Irak-Krieg bewahrt und den Mindestlohn durchgesetzt.

«Der mutige Kampf für Freiheit, für Gerechtigkeit und für Demokratie wird in Deutschland seit mehr als 150 Jahren symbolisiert von diesen drei Buchstaben: SPD.»

«Mit uns glauben daran 13‘000 neue SPD-Mitglieder, die seit Januar in unsere Partei eingetreten sind», betonte auch Hannelore Kraft, Vize-Parteichefin und Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen, in ihrer Rede in Berlin.

Gabriel will Bekenntnis für Europa

Sigmar Gabriel am Rednerpult.
Legende: Sigmar Gabriel. SRF | EBU

Der scheidende SPD-Chef Sigmar Gabriel rief seine Partei im Wahlkampf zu einem klaren Bekenntnis zu Europa auf. Die SPD müsse um den Zusammenhalt und die Zukunft Europas kämpfen, sagte der Aussenminister in seiner Abschiedsrede.

Deutschland und Europa bräuchten einen neuen Aufbruch. Falsche Erzählungen über Europa müssten aufhören, nämlich dass Deutschland Nettozahler in Europa sei.

Wir Deutschen sind die grossen Nettogewinner, auch wirtschaftlich.

Nur wenn es etwa den Griechen, den Spaniern, Franzosen und anderen gutgehe, «dann geht's uns auch gut», betonte Gabriel.

Aber mit Blick auf die vielen kleinen und mittleren Staaten meinte Gabriel: «Wir wollen mit denen gemeinsam Europa machen und nicht als Oberlehrer.»

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46 Kommentare

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  • Kommentar von Michael Räumelt (MRäumelt)
    Auzüge aus seinen Reden,SPD hat den Führungsanspruch in diesem Land- Das Land braucht eine Führung- Wir wollen die Regierung führen Die SPD will die führende Kraft in diesem Land werden usw. Grössenwahn hat wieder einen Namen "Martin Schulz" Wehe diese Worte hätte ein AfD Politker benutzt.
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  • Kommentar von A. Keller (eyko)
    Leider heisst 100 Prozent für Martin Schulz noch lange nicht 100 Prozent sozial. Denn zwar gab es bei der SPD auch heute wieder viele schöne Worte über soziale Gerechtigkeit. An Lohndrückerei, Rentenkürzungen und Hartz IV soll sich nach den Plänen von Martin Schulz nicht allzu viel ändern. Wer mehr soziale Gerechtigkeit und eine friedliche Politik will, darf deshalb jetzt nicht in den allgemeinen Jubel um Schulz einstimmen, sondern muss kritisch bleiben und vor allem weiter Druck machen.
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  • Kommentar von E. Waeden (E. W.)
    Also egal wer es ist, wird mir übel, wenn Politiker/Innen sich so von ihren Anhängern feiern lassen. Die ganze Rhetorik, (seht her, ich bin euer neuer Messias) alle Auftritte von Schulz erinnern an diejenigen von Trump, welcher er ja scharf verurteilt. Und seine Versprechungen sind dieselben wie sie Trump, aber auch Erdogan gegenüber dem Volk macht. Alle versprechen sie mehr Gerechtigkeit & werden dafür bejubelt. Erinnert an den Rattenfänger von Hameln, oder mit Speck lockt man Mäuse an.
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    1. Antwort von nathalie wernz (Frau Wer)
      Na ja - wie war das mit dem 'hinkenden Vergleich'?! Ganz 'Ideologie unabhängig' lässt sich feststellen: es scheint ein menschliches Bedürfnis nach 'Leitfiguren' zu geben - soweit weder gut noch schlecht, würde ich meinen, birgt aber die Gefahr des 'blinden Followers' und geht meist Hand in Hand mit klarer Abgrenzung/Feindbild der 'Anderen', nicht Zugehörigen..
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