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International Doping-Affäre: Russland knöpft sich Chefs der Doping-Agentur vor

Nach den Vorwürfen von Staatsdoping in Russland dreht Moskau den Spiess. Russische Ermittler wollen die Führung der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada zur Vernehmung vorladen.

Hauptsitz der Wada
Legende: Die Wada-Führung wird nun von russischen Ermittlern ins Visier genommen. Reuters

Russische Ermittler wollen die Führung der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada zur Vernehmung vorladen. Die Berichte der Wada hätten weder Doping russischer Sportler noch die Verwicklung staatlicher Stellen belegt. Das sagte der Sprecher des Staatlichen Ermittlungskomitees, Wladimir Markin, der Agentur Tass zufolge.

Deshalb sei es nötig, Wada-Präsident Craig Reedie und den Sonderermittler Ricard McLaren zu vernehmen. «Dazu werden die zuständigen Behörden der entsprechenden Länder um Rechtshilfe ersucht», sagte Markin.

Insider als Kronzeuge

McLaren hatte in einem Bericht Belege für staatlich gestütztes Doping in Russland gesammelt. Dies kostete die Sportnation einen Teilausschluss von den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro und den Totalausschluss von den Paralympics.

Der Bericht berief sich auch auf den früheren Leiter der russischen Anti-Doping-Behörde Rusada, Grigori Rodschenkow, als Kronzeugen. Rodschenkow sei nur der Wada unterstellt gewesen, sagte Markin dazu. «Deshalb haben die Ermittler Anlass zu vermuten, dass der Befehl zur Zerstörung von Dopingproben nur von jemanden aus der Führung der Wada gekommen sein kann.»

Rodtschenkow hatte im Mai öffentlich schwere Vorwürfe gegen die verantwortlichen Stellen seines Heimatlandes wegen der Manipulation von Dopingkontrollen bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi erhoben. Zuvor hatte er zugegeben, absichtlich 1417 Proben zerstört zu haben.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Marcel Chauvet (xyzz)
    Zuerst dopen auf Teufel komm' raus und dann, wenn man erwischt wird, recht frech werden und laut rumschreien "haltet den Dieb". So sind sie halt, die Figuren im Kreml.
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  • Kommentar von Hans Bernoulli (H.Bernoulli)
    Die mediale Kampagne vor dem WADA-Bericht und dessen timing sind hochverdächtig für eine gezielte Aktion gegen Russland. Der WADA-Bericht musste zu einem für den Ausschluss Russlands optimalen Zeitpunkt fertiggestellt sein, d.h. die Ermittler hatten nur exakt 3 Monate Zeit für Nachforschungen und Verfasssen des Berichtes. So reichte es optimal für eine Ausschlusskampagne ohne Zeit für Russland um darauf zu reagieren. Dies ohne Russlands Verfehlungen negieren zu wollen.
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  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    Es irritiert, wie sich Herr Seppelt mit deutscher Überheblichkeit äussert. Als Untertanen waren Deutsche viele Epochen Weltmeister, mit entsprechenden Konsequenzen für andere Ethnien und Nationen. Diese Kampagne nimmt irgendwann ein schlimmes Ende. "Freunde" werden Herr Seppelt absägen.
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    1. Antwort von Marcel Chauvet (xyzz)
      Wenns Überheblichkeit, gepaart mit dem Anspruch, andere Länder und Organisationen zu bevormunden und terrorisieren zu wollen, dann sind diese Untugenden besonders im Kreml ein Reinkultur vorzufinden. Was ein Herr Seppel, der nicht Mitglied er Welt-Doping-Agentur ist, sagt, haben Sie im Sinne des Rechtes auf freie Meinungsäußerung zu akzeptieren. Natürlich ist bei den Putinisten alles überheblich, was diesen Kreml-Trommlerbuben nicht passt. Der Kreml steht bei denen ja über allem.
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