Drei ehemalige Kader von Sarkozys Partei festgenommen

In Frankreich brodelt die Affäre um die UMP, die konservative Partei von Nicolas Sarkozy. Der Vorwurf: 2012 soll der Präsidentschaftswahlkampf mit illegalen Mitteln finanziert worden sein. Um das zu verschleiern, soll die Beratungsfirma Bygmalion falsche Rechnungen ausgestellt haben.

Ein Mann trägt eine Spassbrille, auf der steht «I (Herz) Sarkozy».

Bildlegende: Die UMP soll mehr Geld für die letzten Präsidentschaftswahlen ausgegeben haben als erlaubt. Keystone

Vor zwei Wochen inszenierte Nicolas Sarkozy seine Rückkehr in die Politik mit einem grossen TV-Interview. Die Finanzierung seines Wahlkampfes 2012 kam auch zur Sprache. «Von Bygmalion habe ich erst lange nach dem Wahlkampf gehört.» Ob dem wirklich so ist, interessiert die Untersuchungsbehörden zurzeit am meisten.

Darum haben sie Anfang Woche die Geschäftsführer von Bygmalion einvernommen. Am frühen Morgen wurden nun drei ehemalige Parteikader der UMP festgenommen. Die Behörden haben 48 Stunden Zeit, diese ausführlich zu befragen.

Die Fakten scheinen klar: Dem Wahlkampf-Team von Nicolas Sarkozy ging 2012 gegen Ende des Wahlkampfes um die Präsidentschaft das Geld aus – und dies schon vor dem ersten Wahlgang. Wie also den Schlussspurt der Kampagne mit zahlreichen Auftritten von Sarkozy im ganzen Land finanzieren? Mit falschen Rechnungen in Millionen-Höhe, so die Idee.

UMP schreckte auch vor krummen Geschäften nicht zurück

Bygmalion organisierte Sarkozys Aufritte, reservierte Hallen, kümmerte sich um Fahnen, lautstarkes Publikum, bis hin zur Limousine für den Spitzenkandidaten. Die Rechnungen dafür gingen aber nicht an die Wahlkampf-Organisation, wie vom Gesetz vorgeschrieben. Sondern – auf deren expliziten Wunsch – an die Partei UMP.

Aufgedeckt wurde die illegale Wahlkampf-Finanzierung vom ehemaligen Buchhalter der UMP. Er wurde von der Partei als Schuldiger auserkoren und kaltgestellt. Im Detail hat er diesen Sommer den Untersuchungsbeamten das illegale Finanzierungssystem erläutert und dabei auch erklärt, auf Order von oben gehandelt zu haben.

Doch von wie weit oben? Von ganz oben, vom damaligen Präsidenten Sarkozy im Wahlkampf? Oder eben nur von fast ganz oben, von den ehemaligen Kadern der Partei, die ihren Chef mit finanziellen Details nicht belasten wollten?

Diese entscheidende Frage müssen wohl die Richter klären. Zum Leidwesen von Sarkozy, den selbsternannten Retter der UMP, der sich nichts mehr wünscht, als mit der Vergangenheit zu brechen. Die Affäre Bygmalion hilft ihm dabei nicht.