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Verhaftung in Frankreich Drei Kilogramm Sprengstoff sichergestellt

Zwei vermummte und bewafnete Polizisten.
Legende: Präsident François Hollande lobte die Ermittler für ihre Verhaftung. Keystone
  • Fünf Tage vor der Präsidentschaftswahl sind laut den Behörden zwei «radikalisierte Männer» in Marseille festgenommen worden.
  • Bei der darauffolgenden Razzia sind drei Kilogramm des gefährlichen Sprengstoffs TATP und mehrere Waffen gefunden worden.
  • Die beiden Männer wollten in den kommenden Tagen zur Tat schreiten, sagte Innenminister Matthias Fekl.
  • Die Anti-Terror-Behörden waren auf eine Fotomontage gestossen, auf der der Präsidentschaftskandidat François Fillon von einem der beiden Verhafteten mit einem Sturmgewehr bedroht wird. Ob Fillon ein Anschlagsziel war, ist allerdings nicht bekannt.

Fotos der beiden Männer waren vergangene Woche an Sicherheitsdienste mehrerer Präsidentschaftskandidaten übermittelt worden. Das berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf das Umfeld des Sozialliberalen Emmanuel Macron und auf die Rechtspopulistin Marine Le Pen.

Es handle sich um «radikalisierte Männer» – diese Formulierung wird in Frankreich in der Regel für mutmassliche Islamisten benutzt. Beamte des Inlandsgeheimdienstes DGSI nahmen die Verdächtigen am Dienstagvormittag mit Unterstützung einer Spezialeinheit in Marseille fest.

IS-Flagge gefunden

Bei der Razzia in Marseille nach der Verhaftung haben Ermittler mehrere Waffen und drei Kilogramm TATP gefunden. TATP war auch bei den Pariser Terroranschlägen vom November 2015 von islamistischen Gewalttätern verwendet worden. Die Ziele der festgenommen Terrorverdächtigen von Marseille seien noch nicht klar, so Antiterrorstaatsanwalt François Molins. Bei der Durchsuchung sei auch eine Fahne der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gefunden worden.

Die Sicherheitsbeamten des Konservativen François Fillon seien über Gefahren für den Kandidaten informiert worden, hiess es aus Kreisen seiner Partei. Fillon erklärte: «Die Demokratie darf vor den Bedrohungen und Einschüchterungen der Terroristen nicht einknicken.»

50'000 Polizisten und Militärs für Wahlsonntag

Aus Ermittlerkreisen erfuhr die Nachrichtenagentur AFP, dass die französische Justiz Anfang April Vorermittlungen gegen den 29-jährigen eingeleitet hatte. Wenige Tage später wurden Vorermittlungen gegen den 23-jährigen eröffnet. In der Folge wurde den Ermittlern klar, dass es sich um ein und dasselbe Anschlagsprojekt handelte.

Aus Ermittlerkreisen hiess es am Nachmittag, dass eine Durchsuchung in Marseille noch andauere. Staatspräsident François Hollande lobte die Arbeit der Ermittler: «Das ist ein bemerkenswerter Fang.»

Mehr als 50'000 Polizisten und Militärs sollen den ersten Wahlgang am kommenden Sonntag absichern. Das Terrorrisiko bleibe «höher als je zuvor», warnte Innenminister Fekl.

8 Kommentare

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  • Kommentar von marlene Zelger (Marlene Zelger)
    Dass der IS immer wieder Frankreich als Ziel für Terroranschläge im Visier hat, zeigt meiner Ansicht nach, dass er dieses Land zermürben will. Ich vermisse die in Frankreich lebenden, gemässigten Muslime, die endlich auf die Barrikaden steigen und lauthals protestieren Ich hoffe, dass die Anhängerschaft der beiden konservativen Kandidaten Le Pen und Fillon nicht aus Angst von ihren Favoriten abweichen wird und erst recht ihre Stimme der Kandidatin, respektive dem Kandidaten geben. .
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  • Kommentar von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
    1) "Ihr Anschlagsziel war womöglich ein Präsidentschaftskandidat oder eine Wahlkampfveranstaltung" Der Daesh (IS) hat massiv von der Flüchtlichgskrise profitiert. Jihadisten des Daesh konnten massenweise eingeschleust werden. Glaubt man ernsthaft, dass der Daesh die ungehinderte Einreise der eigenen Leute nach Europa unterbinden will indem er mit einem Anschlag den rechten Parteien Zulauf beschert?
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  • Kommentar von René Balli (René Balli)
    Wer und wie kann man überprüfen, ob dies wirklich stimmt? Es fällt auf, dass wieder vor einem grossen Ereignis ein angeblich geplanter Anschlag verhindert werden konnte, letztes Mal war es vor der Euro 2016. Nach brutalen Anschlägen welche die Polizei nicht verhindern konnte, kann sich die Regierung wenige Tage vor den Wahlen ins beste Licht setzen und einen Grosserfolg melden. Ist auch ein gutes Argument, den Ausnahmezstand aufrecht zu erhalten. Es riecht nach Propaganda!
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    1. Antwort von Joel Busch (Joel)
      Das riecht wohl eher nach Verschwörungstheorie. Keine Chance dass man sowas inszenieren kann, irgend einer der involvierten Polizisten würde ganz bestimmt den Plan auffliegen lassen, die können ja nicht alle demokratiefeindlich sein.
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    2. Antwort von René Balli (René Balli)
      Joel Bush: 1. Behaupte ich nicht, dass es nicht stimmt, ist also keine Verschwörung, bloss eine Frage. 2. Wie erklären Sie sich, wie es möglich war, den Abgas-Betrug von VW so lange unter Verschluss zu halten, obwohl es sicherlich mehrere Leute gab, welche davon wissen mussten? Die Polizei hat in Marseille sicherlich Wohnungen durchsucht, Sprengstoff gefunden und Leute festgenommen, ob Sie aber wirklich einen bevorstehenden Anschlag verhindert hat, das werden wir nie eindeutig wissen.
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