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International Drogenpolitik: Bundesrat Berset erntet Applaus bei der UNO

In der internationalen Drogenpolitik muss der Mensch und nicht die Droge im Zentrum stehen. Das sagte Alain Berset in New York. An der UNO-Sondersession zum Drogenproblem monierte er zudem, dass das Abschlussdokument die Todesstrafe für Drogenvergehen nicht kritisiert.

Legende: Video Bersets Statement vor der UNO abspielen. Laufzeit 2:10 Minuten.
Vom 19.04.2016.

Dass ein Redner in einer UNO-Sitzung Szenenapplaus erntet, kommt nicht sehr oft vor. Doch der Schweizer Innenminister Alain Berset hat es geschafft und diesen Beifall in der Sondersession zur weltweiten Drogenproblematik erhalten:

Der Innenminister sprach sich deutlich gegen die Todesstrafe für Drogenvergehen aus. Die Sucht müsse als Krankheit behandelt werden und nicht als kriminelle Tat. «Es gibt keine Beweise dafür, dass die Todesstrafe im Kampf gegen Rauschgift wirksam wäre», sagte Berset. Er bedaure, dass das Schlussdokument die Todesstrafe nicht kritisiere.

Für Schweizer Umgang mit Drogen geworben

In seiner Rede betonte Berset weiter, Repression und die Forderung nach Enthaltsamkeit genügten nicht, um dem Suchtproblem Herr zu werden. Massnahmen müssten getroffen werden, um die verhängnisvollen humanitären und sozialen Konsequenzen der Drogensucht zu reduzieren. Den Abhängigen soll der Zugang zu Medikamenten und Therapie ermöglicht werden.

Berset stellte der Versammlung in New York die Schweizer Drogenpolitik vor. Diese stützt sich auf die vier Säulen Prävention, Therapie, Schadensminderung und Repression. Das anfänglich umstrittene Modell sei heute weit herum anerkannt und habe Wirkung gezeigt: Die Zahl der Drogentoten in der Schweiz sei nun ein Drittel so hoch wie noch vor 20 Jahren.

Keine Legalisierung von Cannabis

Der Bundesrat sagte, eine Legalisierung von Cannabis, wie sie etwa in verschiedenen Gliedstaaten der USA eingeführt wurde, werde in der Schweiz nicht angestrebt. Das Volk habe sich in einer Abstimmung dagegen ausgesprochen.

Städte oder Kantone könnten aber Forschungsprogramme erarbeiten, die eine Drogensucht nicht kriminalisieren, sondern zu heilen versuchen. Rund 10 Prozent der Schweizer Bevölkerung geben an, regelmässig Cannabis zu konsumieren.

8 Kommentare

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  • Kommentar von Thomas Steiner (Tom Stone)
    Vielleicht ist es eben ein bisschen von allem? Ein Glas Rotwein geniessen (Franz Huber) ist sehr angenehm, frühmorgens bekifft zur Arbeit gehen (Manuela Fitzi) möchte ich als Kunde oder Arbeitgeber nicht erleben. Und als Vater von 2 Kindern habe ich riesigen Respekt vor dem Strassenverkehr. Und die neueste Bilanz stimmt da schon nachdenklich. Aber wie so oft ist eine restriktive Haltung nicht die Lösung des Problems.
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  • Kommentar von Manuela Fitzi (Mano)
    Ich empfehle den anderen SRF-Artikel: "Rekord: So viele Führerausweis-Entzüge gab es noch nie". Über 13% mehr Führerausweisentzüge nur wegen Drogenkonsum im Vgl. zum Vorjahr. Hierzu trägt schon die Liberalisierung bei. Wenn jemand so aufwächst, dass ihm ständig gesagt wird: du machst nichts Unrechtes, du bist ja krank, kannst nix dafür - dann wird die Hemmschwelle zur Gefährdung anderer eindeutig sinken, weil der "Kranke" Verständnis von der Gesellschaft erwartet. Dies müsste uns bewusst werden.
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    1. Antwort von Margot Helmers (Margot Helmers)
      Das hat gar nichts mit Liberalisierung zu tun, sondern man macht jetzt entsprechende Kontrollen. Gerade gestern abend hat die Polizei im ZH Unterland die Autobahn gesperrt und jeden auf Alkohol und sonstige Drogen untersucht. Auch bei mir, eine Frau im reifen Alter. Das habe ich so bisher noch nicht erlebt.
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  • Kommentar von Manuela Fitzi (Mano)
    Meinetwegen sollen Sie die Strafen mildern, als Sucht anerkennen etc. Doch sollen sie Drogen nicht inmitten der Gesellschaft salonfähig machen wollen. Denn es ist nicht salonfähig. Unter Drogenkonsum kannst du nicht arbeiten, längerfristig sowieso, bist unerträglich für deine Umgebung und die Zigarettenversion stinkt. Über die Kosten der "Suchtkrankheit" wohl muss ich gar nicht reden. In dieser Hinsicht verlange ich einen ganz klaren Schutz der "normalen" Bevölkerung und zwar auf allen Ebenen.
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