Drohende US-Pleite: Die Notfallpläne liegen bereit

Die Uhr im Haushaltsstreit tickt. Gibt es bis zum 17. Oktober keine Lösung, droht der Bankrott. In den Schubladen der grossen Zentralbanken liegen die Krisenszenarien offenbar schon bereit.

Die Hoffnungen, dass im Streit um die US-Finanzen doch noch ein Kompromiss gelingt, sind zuletzt wieder gestiegen. Ungeachtet dieser positiven Signale aus Washington schmieden die grossen Zentralbanken rund um den Globus Notfallpläne für eine mögliche Pleite der USA.

Lehman Teil zwei?

Die Top-Entscheider hätten auf dem Jahrestreffen des Internationalen Währungsfonds (IWF) am Wochenende Handlungsoptionen für den Zahlungsausfall diskutiert, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg mit Bezug auf anonyme Quellen.

Sollte es wirklich soweit kommen, dürften Notenbanken ähnlich reagieren wie nach dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers 2008. Damals gerieten Anleger in Panik – weltweit stürzten die Börsen ab, die kurzfristige Kreditvergabe kam praktisch zum Erliegen. Die Notenbanken stellten in grossem Stil Notfallliquidität bereit und spannten Sicherheitsnetze, um sich gegenseitig mit Devisen zu versorgen.