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International Düsteres Déjà-vu: Paris erneut im Zeichen des Terrors

Frankreichs Hauptstadt ist, nur zehn Monate nach «Charlie Hebdo», erneut im Visier des Terrors. An mehreren Orten fallen Schüsse, detonieren Bomben. Die Zahl der Toten und Verletzen steigt immer weiter an.

In weiten Teilen der Stadt sind die Strassen von der Polizei abgeriegelt.
Legende: In weiten Teilen der Stadt sind die Strassen von der Polizei abgeriegelt. Keystone

Keine drei Blocks von «Charlie Hebdo» entfernt bricht sich der Terror erneut Bahn in Paris. Im Musikclub «Bataclan» im 10. Arrondissement der französischen Hauptstadt schiessen Terroristen nach Berichten von Augenzeugen um sich.

Die beliebte Konzerthalle ist am Freitagabend mit etwa 1500 Plätzen für ein Konzert der US-Band «Eagles of Death Metal» ausverkauft. Rufe von «Allah ist gross» sind zu hören. Doch das ist nicht alles: An mindestens sieben Orten der Stadt haben die Terroristen angegriffen.

Vom Stade de France sind drei Explosionen zu hören

Gleichzeitig spielen die Fussballnationalmannschaften von Frankreich und Deutschland vor 78'000 Menschen im Stade de France bei Paris. Dort sind drei Explosionen zu hören: die erste gegen 21.16 Uhr, die zweite sechs Minuten später, die dritte zwischen 21.45 und 22.00 Uhr.

Polizisten haben das Gebiet weiträumig abgeriegelt. In voller Montur lassen sie höchstens Menschen vorbei, die von einem kleinen Parkplatz ihren Roller abholen wollen oder dort wohnen. Anwohner sollen in ihren Wohnungen bleiben.

Mobilität eingeschränkt, Krankenhäuser mit Notfallplänen

Einen Blick auf den tatsächlichen Ort der schrecklichen Geschehnisse mit zwei Bombenexplosionen lässt die Polizei nicht zu. Sie sollen sich nach Angaben eines Polizeibeamten auf der hinteren Seite ereignet haben.

In weiten Teilen der Stadt sind Strassen von der Polizei abgesperrt. Menschen müssen Regionalbahnen und Metro räumen, auch Taxis sind nicht mehr zu bekommen. Rettungswagen sind überall unterwegs, die Krankenhäuser haben einen Notplan eingesetzt.

Überall sind Sirenen von Polizei-, Rettungs- und Feuerwehrwagen zu hören. Sonst herrscht teils fast schon beängstigende Stille. Über dem Gebiet des Stadion und der Stadt kreisen Hubschrauber. Fassungslos weinen Menschen.

Angespannte Stimmung

Überall ist die Stimmung angespannt. Auf dem Platz der Republik, nach den Anschlägen auf das Satiremagazin «Charlie Hebdo» noch Ort einer Massenkundgebung, ist alles abgesperrt. Die Bars in der Gegend haben vorzeitig geschlossen. Der weite Platz ist fast menschenleer. Polizisten mit Maschinenpistolen patourillieren.

Ein Beamter berichtet, die Aktion werde wohl noch die ganze Nacht dauern. Zeitgleich greifen Kollegen von Spezialkommandos im Musikclub «Bataclan» gegen die Geiselnehmer ein. Allein dort sollen die Islamisten zuvor mindestens 100 Menschen getötet haben. Präsident François Hollande, der zuvor aus dem Stadion gebracht worden war, und Ministerpräsident Manuel Valls fahren umgehend zum Ort.

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12 Kommentare

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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Ich habe das Gefühl, dass der "Westen" +seine Führer mit ihren Lügen +Einmischungen in der ganzen Welt, die Terroristen immer mehr in Wut bringen. Wir wissen doch alle, dass in der Politik, in der Wirtschaft, bei den Finanzen nur einige "Grosse" machen was sie wollen +die "Kleinen" machen mit, damit sie nicht ganz ohne Anteil zurückgelassen werden.Es scheint dass keiner mehr, der auf dieser Welt etwas zu sagen hat, noch aufrichtig, ehrlich +mutig ist. Dabei wäre dies das Einfachste der Welt.
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  • Kommentar von Daniele Röthenmund (gerard.d@windowslive.com)
    Dann sind Sie in mitten des Schönwetterprogramms, da Sie in Ihrer Heimatstadt Panasawan leben. Einfach erstmal nachdenken dann schreiben! An alle die jetzt wieder gegen Multi-Kulti wettern, Kein Land, keine Gesellschaft ist heterogen. Auch die Schweiz nicht. Solche Verrückte gibt es überall, hat es immer gegeben, wird es immer geben. Nun wäre es Angebracht den Opfer beizustehen und Aufrecht zu gehen. Meine Gedanken sind im Moment bei den Opfern, die Täter sind im Moment des Gedanken nicht Wert!
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    1. Antwort von Hans Haller (panasawan)
      In der Tat kein Land ist heterogen. Aber bald jedes Land hat Probleme mit dem "sog. militanten Islamismus", so auch hier ! Nur nimmt man das in Europa nicht so wahr. Und das ist auch gut so. Ich kenne einige Angehörige hier, die auch genau da in der "line-of-fire" standen. Ihr Mitgefühl für die Opfer und die Hinterbliebenen ehrt Sie, da haben Sie meine Sympathie. Def. Multi-Kulti à la Europa ist ein Schönwetterprogramm mit ungewisser Zukunft und vielen Risiken.
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  • Kommentar von Max Blatter (maxblatter)
    Nach Karl Marx ist Religion ein Mittel der Herrschenden, um die Beherrschten einzulullen. Heute wird Religion durch Wissenschaft ersetzt; so werden die Eingelullten geweckt. Manche reagieren aber äusserst aggressiv, wenn sie aus ihren Illusionen gerissen werden! Dies war im Christentum der Fall (von der gewalttätigen Inquisition bis zum etwas friedlicheren evangelikalen Fundamentalismus). Der Islam macht seine aggressive Phase heute durch. Aber letzlich ist Gewalt ein Problem aller Religionen.
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    1. Antwort von Beppie Hermann (Eine rechte Grüne)
      Soll das eine Rechfertigung sein? Ganz egal ob moderate Muslime "nur" ein wenig unsre Gesetze wie Religionsfreiheit, Gleichstellung oder Schächtverbot missachten, oder solch unsägliche Ereignisse stattfinden, Muslime sollen ihre Westophobie in ihren eigenen Ländern ausleben, nicht hier! Was sagte doch SPD-Politiker Vural Öger 2004 in aller Öffentlichkeit: Das, was Sultan Süleyman 1529 mit der Belagerung Wiens begonnen hat, werden wir über die Einwohner, mit unseren Männern+Frauen verwirklichen.
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    2. Antwort von Beat Reuteler (br)
      Weder wird Religion durch Wissenschaft ersetzt noch sind die wirklich aggressiven aufgeweckte "eingelullte". Die wirklich aggressiven sind im Gegenteil die besonders Linientreuen einer Bewegung vor der die Welt zu viel Respekt hat. Das Letzte was wir brauchen sind Rundumschläge gegen alle Religionen. Man öffne die Augen und sehe sich um. Man kann sehen wer die Aggressoren sind. Leider haben die Regierungen nicht den Mut effektiv dagegen vorzugehen. Das wird weitere Menschenleben kosten.
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