Ebola-Patientin in Liberia flieht aus Spital

Die mit dem hochansteckenden Ebola-Virus infizierte Frau wollte ihren Ehemann besuchen. Nun sitzt sie mit ihrer gesamten Familie in Quarantäne.

Eine Person in Schutzanzug steht hinter einer Tür, auf der Stop steht.

Bildlegende: Das Ebola-Virus ist hochansteckend und führt in bis zu 90 Prozent der Fälle zum Tod. Reuters/Symbolbild

Sie hat mit ihrem unbedachten Handeln viele Menschen in Lebensgefahr gebracht: Die derzeit einzige lebende Ebola-Infizierte in Liberia ist aus der Isolierstation eines Spitals geflüchtet.

Die Frau hatte die Klinik in der Hauptstadt Monrovia verlassen und ein Taxi genommen, um ihren Ehemann zu besuchen. Dies berichtete die Zeitung «Front Page Africa». Im Taxi befanden sich fünf Menschen. Danach sei sie mit einem Motorradtaxi weiter gereist.

Die Gesundheitsbehörden konnten die Schwerkranke mittlerweile ausfindig machen. Sie wurde mit ihrer Familie unter Quarantäne gestellt. Auch alle, mit denen sie auf der Flucht Kontakt hatte, werden nun ärztlich überwacht.

Bis zu 90 Prozent sterben

Das Virus war vor einigen Wochen im Nachbarland Guinea ausgebrochen. 127 Menschen sind dort mit dem Ebola-Virus infiziert, 83 Menschen starben.

In Liberia kamen bislang zwei Menschen ums Leben. Neben der einen bestätigten Erkrankten gibt es laut Regierung rund ein Dutzend Verdachtsfälle.

Ebola-Erkrankung

Ebola-Erkrankung

Die zu den sogenannten hämorrhagischen Fiebern gehörende Ebola-Erkrankung wird durch ein Virus ausgelöst und ist hochansteckend. Sie kann durch jede Körperflüssigkeit wie Schweiss, Tränen oder Blut übertragen werden. 25 bis 90 Prozent der Krankheitsfälle verlaufen laut UNO tödlich. Es gibt bislang keine erfolgreiche Therapie gegen Ebola.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Betreuung eines Ebola-Patienten durch Ärzte von Medecins sans Frontières in Kongo.

    Ebola-Epidemie in Westafrika

    Aus Rendez-vous vom 25.3.2014

    Im westafrikanischen Guinea Conakry ist die hochansteckende, meist tödlich endende Krankheit Ebola ausgebrochen. Sie hat bis jetzt gegen 60 Todesopfer gefordert. Wie äussert sich die Krankheit? Gespräch mit Christoph Hatz, Chefarzt am Schweizerischen Tropen und Public Health-Institut.

    Brigitte Kramer