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International Ehemaliger Bischof im Vatikan unter Hausarrest gestellt

Der frühere Nuntius des Papstes in der Dominikanischen Republik muss mit einer Gefängnisstrafe rechnen. Er wurde nicht nur in den Laienstand zurückversetzt, sondern muss sich auch vor einem vatikanischen Gericht verantworten. Ihm werden pädophile Straftaten vorgeworfen.

Nach schweren Missbrauchsvorwürfen hat der Vatikan den früheren päpstlichen Nuntius in der Dominikanischen Republik, Erzbischof Josef Wesolowski, unter Hausarrest gestellt. Ihm soll der Prozess gemacht werden, wie der Heilige Stuhl mitteilte. Wesolowski ist der erste hochrangige Kirchenvertreter, der sich wegen Missbrauchsvorwürfen in einem Strafverfahren vor einem vatikanischen Gericht verantworten muss.

Papst Franziskus hatte Wesolowski vergangenes Jahr von seinem Posten in der Dominikanischen Republik abberufen, nachdem ihm Missbrauch an sieben Kindern vorgeworfen worden war. Im karibischen Staat wurde auch ein Ermittlungsverfahren gegen ihn eröffnet. Im Juni war Wesolowski in den Laienstand zurückversetzt worden.

Starke Botschaft an den Klerus

Das entschiedene Vorgehen gegen den ehemaligen Nuntius sei der neuen Politik des Vatikans zu verdanken, die der ehemalige Papst Benedikt ausgerufen habe und von Papst Franziskus nun fortgesetzt werde, sagt SRF-Korrespondent Massimo Agostinis in Rom. «Der Vatikan stellt sich nicht mehr als Versteck für Pädophile zur Verfügung. Das ist eine starke Botschaft an den Klerus.»

Der Kampf gegen Pädophilie sei nun ein permanentes Engagement der Kirche, sagt Agostinis. Es gelte, eine Botschaft immer wieder zu vermitteln: Wir tolerieren das nicht.

Kritiker sagen jedoch: Solange das Zölibat gelte, werde es weiterhin pädophile Priester geben. Dieses Argument lässt der Korrespondent nicht gelten: «In unserer Gesellschaft darf die persönliche Sexualität ausgelebt werden, und trotzdem gibt es Pädophilie.»

Pädophilie führt zu Skandalen in der katholischen Kirche

Der amtierende Papst hatte Anfang Juli erstmals Opfer sexuellen Missbrauchs durch katholische Geistliche getroffen und sie dabei demütig um Vergebung «für diese Sünden und schweren Verbrechen» gebeten.

Die katholische Kirche war vom Skandal um jahrzehntelangen Missbrauch an Heranwachsenden in zahlreichen Ländern massiv erschüttert worden. Franziskus' Vorgänger Benedikt XVI. hatte sich insgesamt fünfmal mit Menschen getroffen, die in katholischen Kirchen und Einrichtungen sexuell missbraucht worden waren, so in den USA und in Deutschland.

3 Kommentare

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  • Kommentar von Josef Egger, Schweiz
    Die vielen Faelle von Paedofaelie haben sehr wohl mit dem Zoelibat zu tun.Fuer normal veranlagte bleibt nur die Wahl zwischen Priester werden oder Heirat mit Familie.So entscheiden sich viele, die gute Priester geworden waeren eben fuer Heirat und Familie.
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  • Kommentar von Tamer Aboalenin, Bern
    Wo sind hier eigentlich die Leute welche solche Taten kritisieren? Es ist sehr seltsam, daß keine Kommentare aufgetaucht sind, die solche schrecklichen Vergehen gegen Kinder verurteilen. Im Zusammenhang mit IS fordert man, daß sich alle Muslime, Verbände etc. von ihnen distanzieren. Hingegen hier sehe ich keine Aufforderungen an die Kirchen sich zu distanzieren von pädophile. Bis jetzt hat keine schweizerische bzw. europäische Kirche darauf reagiert. Wie soll man dieses schweigen interpretieren
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    1. Antwort von G.Beretta, Schweiz
      da haben Sie recht, es ist wirklich sehr "ruhig" im forum . Vielleicht weil man mittlerweile nicht mehr "überrascht" ist von solchen "Zwischenfällen" in der Katholischen Kirche. Die Gräueltaten werden nicht von Fanatiker in der Wüste Ausgeübt sondern von "wichtigen" Persönlichkeiten, die sich spirituell bezeichnen, die meistens an Übergewicht leiden, mit roten Käppchen herumlaufen und nicht heterosexuelle oder Leute die geschieden sind, beurteilen. das ist Hypokrisie und die Menschheit erstickt
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