Zum Inhalt springen

International Eine gemeinsame Front gegen Boko Haram

Der UNO-Sicherheitsrat ist besorgt über ausufernde Aktivitäten von Boko Haram. So soll die Terrorgruppe immer stärker mit dem Islamischen Staat zusammenarbeiten. Bei einem Krisengipfel in Abuja sicherten die USA, Frankreich und Grossbritannien der Regierung Nigerias ihre Unterstützung zu.

Legende: Video Kampf gegen Boko Haram intensivieren abspielen. Laufzeit 1:43 Minuten.
Aus Tagesschau vom 14.05.2016.

Bei einem Krisengipfel in Nigerias Hauptstadt Abuja machten die Teilnehmer klar, dass den radikalen Islamisten nur gemeinsam beizukommen sei. Trotz beträchtlicher Fortschritte im Kampf gegen Boko Haram bleibe die islamistische Terrorgruppe eine grosse Gefahr, betonte Frankreichs Präsident François Hollande nach einem Treffen mit dem Gastgeber, dem nigerianischen Präsidenten Muhammadu Buhari.

Grossbritannien sagte Nigeria für den Anti-Terror-Kampf finanzielle Unterstützung von knapp 40 Millionen Pfund (56 Millionen Franken) in den kommenden vier Jahren zu. Damit sollen auch etwa 1000 Soldaten für den Einsatz im Krisengebiet ausgebildet werden, wie Aussenminister Philip Hammond bereits im Vorfeld des Gipfels angekündigt hatte.

Karte von Nigeria, daneben sind die Nachbarländer eingezeichnet.
Legende: Die Terrororganisation Boko Haram ist im Norden Nigerias aktiv. SRF

Zusammenarbeit verbessern

Bei dem Spitzentreffen ging es vorrangig um eine verbesserte Zusammenarbeit. Die Teilnehmer betonten vor allem die Wichtigkeit von Informationsaustausch. Darunter waren auch Vertreter von EU und USA, die Staatschefs der Nachbarländer Niger, Tschad und Kamerun sowie des Senegals und Togos.

Frankreich stehe den betroffenen Staaten mit nachrichtendienstlichen Informationen, Ausbildung und Ausrüstung zur Seite, sagte Hollande laut Medienberichten. Es sei die Solidarität zwischen den Staaten, welche die sichtbaren Erfolge möglich gemacht hätten.

Es war bereits der zweite Regionalgipfel nach einem Treffen in Paris vor zwei Jahren, bei dem es vorrangig um die Terrormiliz ging. Nigerias Präsident Buhari sagte, Boko Haram kontrolliere im Nordosten des Landes keine Regierungsbezirke mehr. Nun müsse das Augenmerk auf den Wiederaubau und Hilfe für die Vertriebenen liegen.

Ein Mann flechtet ein neues Dach für ein durch einen Bombenanschlag der Boko Haram beschädigtes Haus.
Legende: Anfang Februar stürmten Boko-Haram-Rebellen das Dorf Dalori. Mindestens 85 Menschen verloren dabei ihr Leben. Keystone

2,7 Millionen auf der Flucht

Boko Haram führt im Nordosten Nigerias einen blutigen Feldzug zur Errichtung eines islamischen Staats und bedroht zugleich mehrere afrikanische Länder. Seit 2009 töteten die radikalen Islamisten in Nigeria, Kamerun, Niger und dem Tschad mindestens 14000 Menschen, etwa 2,7 Millionen Menschen sind auf der Flucht.

Der UNO-Sicherheitsrat zeigte sich besorgt über die Aktivitäten der Terrorgruppe und deren Verbindungen zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Nahost. Die Verbindungen von Boko Haram zum IS seien «alarmierend», hiess es in einer am Freitagabend in New York verbreiteten Erklärung des höchsten UNO-Gremiums.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

5 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    Die Konflikte in dieser Region werden um riesige Vermögen/Ressourcen und ihre Verteilung ausgetragen. Religion ist wie meistens ein Vorwand. Je mehr Kriege geführt werden, umso mehr Vermögen verlässt Nigeria und seine Nachbarländer. Sind erst einmal Schulden angehäuft, regieren Finanzmanager diese Länder. Genau das ist das Ziel. Ressourcen können dann zu einem Spotpreis ausgeführt werden. Ob bei diesen Operationen unzählige Menschen leiden, spielt nur als Propaganda eine Rolle. Hart aber wahr.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Erwin Jenni (ej)
      @CS: Wenn Religion keine Rolle spielen soll, warum sind dann junge Muslime bereit, sich im Namen Allah's in die Luft zu jagen? Nur Religion kann Menschen soweit manipulieren, sich selbst für eine angeblich höhere Sache zu opfern. Ihre These von Vermögen/Ressourcen ist nur die halbe Wahrheit, wie immer.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Jean-Philippe Ducrey (Jean-Philippe Ducrey)
      @CS: Sie scheinen sich ziemlich in Verschwörungstheorien zu verbeissen, die weder Hand noch Fuss haben. Grundsätzlich helfen Schuldzuweisungen wenig, vorwärtsblicken und Lösungen suchen, ist angesagt. Ich persönlich denke, dass der beste Kampf gegen Boko Haram die Schaffung von Arbeitsplätzen ist (bsp Verbesserung der Infrastruktur) und das in einem militärisch gesicherten Umfeld. Dann wird sich Boko Haram von selbst auflösen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    3. Antwort von Christian Szabo (C. Szabo)
      @Ducrey: Ich sehe eine Strategie hinter manchen Ereignissen. DE hat nach dem 1. WK riesige Schulden. Einer der grössten Gläubiger war die USA, von wo die NSDAP/Hitler bis Anfang der 1940er unterstützt wurde. Manche Industrie-Konzerne in DE mit US-Beteiligungen wurden kaum bombardiert noch später zur Rechenschaft gezogen. Einigen US-Eigner wurden gar Schäden vergütet. Und wer besetzt und lenkt DE bis jetzt in strategischen Bereichen offiziell? In DE sind die wichtigsten Ressourcen Technologien.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Erwin Jenni (ej)
    Unglaubliche Gräueltaten im Namen Allah's und die Welt schaut weg! Seit 2011 kommt es beinahe im Wochenrhythmus zu Überfällen auf Kirchen, Polizeistationen, Schulen und andere Einrichtungen des Staates. Seit 2009 wurden mehr als 17.000 Menschen durch Boko Haram getötet und 2,6 Millionen Menschen in die Flucht getrieben. Das alles um einen islamischen Gottesstaat zu errichten wo die Scharia das oberste Gesetz sein soll. Dieser Kampf wird vorwiegend gegen die ungläubigen Christen geführt!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen