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Ende der Klimakonferenz Magere Resultate – aber geschärfte Perspektiven

  • Der Abschluss der zweiwöchigen UNO-Klimakonferenz in Bonn zieht sich in die Länge.
  • Offen sind unter anderem noch Fragen rund um die Klimafinanzierung.
  • Aus Sicht der Schweizer Delegation konnte das «Minimalziel» in Bonn erreicht werden.

Nach zwei Wochen Verhandlung waren noch Forderungen von Schwellen- und Entwicklungsländern, darunter China offen, wonach die Industrieländer sich bei der Finanzierung in den Anpassungsfonds konkreter festlegen.

Auch die im Pariser Abkommen vorgesehenen Zahlungen von Industrieländern an arme Länder als Hilfe für die Senkung beim Treibhausgasausstoss und bei Anpassungen an den Klimawandel sollen weiter konkretisiert werden.

Kräftemessen in Gang

Die Verhandlungen seien in diesen Fragen festgefahren, sagte der Schweizer Delegationschef Franz Perrez vor Schweizer Medien. Ohne Lösung in diesen Punkten gebe es keinen Abschluss.

Es sei nun ein Kräftemessen in Gang, das zu einer Verlängerung der Konferenz führen könnte, sagte Perrez. Eigentlich sollte sie um 18 Uhr zu Ende gehen.

«Minimalziel» erreicht

Die Entwicklungsländer konnten bereits einen Verhandlungserfolg verbuchen. Bei den nächsten zwei Klimakonferenzen 2018 und 2019 kommen unter dem Stichwort «Pre 2020» die Klimaschutzanstrengungen der Industrieländer bis zum Jahr 2020 auf die Tagesordnung.

Dies ist wichtig, weil das Pariser Abkommen erst ab 2020 gültig ist und die Entwicklungsländer fürchten, dass bis dahin wertvolle Zeit ungenutzt verloren geht.

Aus Sicht der Schweizer Delegation konnte das «Minimalziel» in Bonn erreicht werden. Dieses umfasst mehrere hundert Seiten und liegt in Form von Textentwürfen vor, die alle Positionen der Verhandlungsdelegationen zur Umsetzung des Pariser Abkommens aufführen.

Diese «informellen Notizen», wie es im Konferenzjargon heisst, dienen im kommenden Jahr als Basis für die Arbeit an einem Verhandlungstext. Dieser soll dann bis zur Klimakonferenz in Katowice im Dezember 2018 in ein Regelbuch münden. Mit Hilfe dieses Regelbuchs werden dann unter anderem die Zusagen aller Länder zur Emissionssenkung erfasst und überprüft.

WWF zieht verhaltene Bilanz

Aus Sicht der Entwicklungsländer hinterlasse die Bonner Konferenz eine gemischte Bilanz, sagte Jürg Staudenmann von Alliance Sud in Bonn. Es sei enttäuschend, dass das Themengebiet über Verluste und Schäden (loss and damage) praktisch fallengelassen wurde, obwohl es sehr wichtig sei für die vom Klimawandel betroffenen Länder.

Andererseits hätten die Entwicklungsländer berechtigte Forderungen auf die Agenda gesetzt, die bisher «unter ferner liefen» abgehandelt worden seien, so etwa die Klimafinanzierung. Dabei sei die Schweiz «auf dem falschen Fuss erwischt» worden. Die Schweiz mit ihrer humanitären Tradition hätte sich dort besser positionieren können, sagte Staudenmann von der Arbeitsgemeinschaft von Schweizer Hilfswerken vor Abschluss der Konferenz.

Der WWF Schweiz zog eine verhalten positive Bilanz. Die Bonner Konferenz ende mit mageren Resultaten, aber mit einer klaren Perspektive, hiess es schriftlich.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Charles Dupond (Egalite)
    Die Klimakatastrofe, der schuldlose Inselbewohner zum Opfer fallen, ist nur eine Dichtestresssumpfbluete mehr. 1950 waren sowohl Dichtestress als auch das Klima noch ertraeglich. National und global. Die Rechnung der Klimaopfer sollte den Verursacherstaaten praesentiert werden, welche ihre Bevoelkerung seit dem explodieren liessen (zB Bangldesch verdreifacht, Schweiz verdoppelt, usw. pp). Und das je schaerfer, je groesser die heutige Anzahl Menschen pro qkm Landflaeche verdichtet wurden....
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  • Kommentar von A. Keller (eyko)
    In Bonn haben die Industrieländer zwei Wochen gemauert und nun erfolgreich verhindert, den Finanzierungsfragen im Umgang mit Verlusten und Schäden infolge des Klimawandels auf kommenden Konferenzen den nötigen Raum zu geben. Das ist ein übles Manöver gegenüber den ärmsten und vom Klimawandel extrem bedrohten Ländern." Eine "herben Enttäuschung".
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  • Kommentar von A. Keller (eyko)
    In der Klimapolitik ist Kanzlerin Merkel nicht viel besser als Donald Trump: Beide machen viel zu wenig. Jetzt kommt die Rechnung für die Untätigkeit.Die wachsenden Schäden und Zerstörungen infolge von Dürren, Stürmen und anderen Unwetterextremen bringen gerade die kleinen Inselstaaten zunehmend in existenzielle Nöte – auch finanzieller Art. Die Finanzierung für solche Fälle wurde auf Druck der Industrieländer ausgeklammert.
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